Selbstbedienung

DM stampft Barzahlung in hunderten Filialen in Deutschland ein

Immer mehr Handelsketten setzen auf Selbstbedienungskassen. Nun will auch ein Drogeriemarkt nachziehen. Doch das System hat einen Haken.

NRW – Wer kennt diese Situation nicht? Man will mal eben ein paar wenige Artikel einkaufen, doch die Schlange an der Kasse ist endlos lang. Wenn man nicht gerade netterweise vorgelassen wird, kann sich der als schnell angedachte Einkauf vor allem samstags in die Länge ziehen. Ein „neues“ Kassensystem bei Dm könnte jedoch Abhilfe schaffen.

DmDeutsche Drogeriemarktkette
HauptsitzKarlsruhe
Gründung 28. August 1973

DM-Drogeriemarkt: 100 Filialen bekommen Selbstbedienungskassen

In Drogeriemärkten, Discountern und Supermärkten zu bezahlen, soll in Zukunft vielerorts einfach und unkomplizierter werden. Anstatt sich für einen kleinen Einkauf in langen Schlangen an die klassischen, bemannten Kassen anzustellen, setzen bereits Handelsketten wie Real oder auch Lidl auf die Selbstbedienungskassen mit Self-Checkout. Die Drogeriekette Dm will jetzt nachziehen – allerdings hat das System nicht nur Vorteile.

Wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet, will der größte Drogeriekonzern noch im laufenden Geschäftsjahr 2022 rund 100 Filialen mit den neuen Self-Checkout-Terminals ausstatten. In einem Pilotprojekt sind zusätzlich zu den bestehenden Kassen mit Bedienung bereits SB-Kassen in neun Dm-Standorten aufgestellt worden, um das System zu optimieren.

Dort würden die neuen Kassen allem Anschein nach auch „gut angenommen“, berichtet Stephan Seitz von der IT-Tochter dmTech. Mit dem neuen Service will Dm vor allem diejenigen Kunden erreichen, die nur wenige Artikel kaufe. Die Selbstbedienungskassen könnten somit die bemannten Kassen entlasten und den Bezahlvorgang reibungsloser und effizienter gestalten.

Dm-Drogeriemarkt: dmTech und Pan Oston entwickeln neues Kassensystem

Dabei ist Dm mit der Einführung des neuen Kassensystems keinesfalls Vorreiter. Neben der erwähnte Lidl-Discounterkette hatte zuletzt auch Kaufland ein System eingeführt, bei dem nicht nur an einer SB-Kasse bezahlt, sondern sogar die Produkte mit einem Handscanner oder Smartphone selbst ausgewählt werden können.

So weit geht Dm zwar nicht, dennoch will der Konzern aus Karlsruhe mit seinem SB-Kassensystem, das dmTech und der niederländische Technik-Lieferant Pan Oston entwickelt haben, die Digitalisierung vorantreiben. Davon hatte ursprünglich das Handelsmagazin Retail Optimiser berichtet.

DM-Drogeriemarkt: Keine Kontrollwaagen bei SB-Kassen – Fehlalarme könnten abschrecken

Doch zwei Aspekte, an die sich Kunden von SB-Kassen wohl vielerorts schon gewöhnt haben, werden bei Dm nicht auftauchen. Nicht ohne Grund habe man sich laut Chip „gegen ein Standardmodell entschieden, da man eine auf das Drogerie-Geschäft zugeschnittene Lösung gesucht“ habe.

Im Rahmen des Entwicklungsprozesses hatte sich Konzern gegen eine Kontrollwaage entschieden, da diese hin und wieder Fehlalarm schlagen und die Kunden verunsichern könnten. Man wolle einen reibungslosen, angenehmen und Kunden-orientierten Bezahlvorgang sicherstellen, so Stephan Seitz gegenüber dem Retail-Optimiser. Stattdessen wurden die neuen Kassen bewusst schlank und schlicht gehalten.

Dm will rund 100 Filialen mit neuen Kassen ausstatten.

DM-Drogeriemarkt: Keine Barzahlung beim Self-Checkout möglich

Damit geht aber auch der Verzicht auf einen weiteren Service einher. Kunden, die gerne in bar bezahlen, können die neuen SB-Kassen nicht nutzen. Ausschließlich EC-Karten, Kreditkarten sowie bald Payback Pay seien für den Bezahlvorgang beim Self-Checkout möglich.

Ob die angepeilten 100 Dm-Geschäfte mit den Kassen zeitnah ausgestattet werden können, sei laut der LZ angesichts der angespannten „Lieferketten bei Elektronikkomponenten aus Asien“, von der auch beispielsweise IKEA betroffen ist, noch nicht ganz klar. Derzeit seien die Techniker von Dm noch dabei, die in den neun Pilotfilialen getesteten Kassen zu optimieren, so beispielsweise am Touchscreen.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/imago

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