Bild: Xantus

Auf einer Party kurz nicht aufgepasst und schon hat ein Fremder K.o.-Tropfen ins Getränk geschüttet. Das ist der absolute Horror aller Feiernden. Bei dm gibt es jetzt im Online-Shop ein Armband zu kaufen, das im Schnelltest herausfindet, ob euer Drink etwas von der Droge enthält.

Einer Bekannten von Kim Eisenmann, Gründerin der Firma Xantus, ist genau das passiert. Die 25-Jährige erklärte Business Insider, dass die 17-Jährige nach einem Stadtfest in der Nähe von Karlsruhe in einem Park ohne ihre Kleider und ohne Erinnerungen an die vergangene Nacht aufgewacht sei.

Bei einem Test beim Arzt wurden Rückstände von Gamma-Hydroxy-Butyrat (GHB), auch Liquid Ecstasy genannt, gefunden.

dm verkauft das Armband jetzt im Online-Shop

Eisenmann sagte Business Insider, dass das ihr persönlicher Weckruf gewesen sei. Die 25-jährige Wirtschaftsingenierwesen-Studentin fing daraufhin an zu recherchieren und entwickelte ein Armband, das es jetzt sogar im dm-Online-Shop zu kaufen gibt.

Das Papier-Armband gleicht einem Festivalbändchen. Ein paar Tropfen des jeweiligen Drinks reichen aus und nach zwei Minuten kann man ablesen, ob K.o.-Tropfen darin enthalten sind oder nicht.

Die Drogeriemarktkette dm hat das Produkt schon jetzt überzeugt. Seit dieser Woche ist es im Online-Shop zu finden. „Wir werden die Nachfrage unserer Kunden beobachten und dann entscheiden, ob wir das Produkt auch in unseren dm-Märkten anbieten“, sagt dm-Marketingchef Sebastian Bayer zu Business Insider.

Armband gegen K.o.-Tropfen sollte in jeder Handtasche zu finden sein

Die Gründerin des Unternehmens Kim Eisenmann wünscht sich, dass das Armband bald in jeder Handtasche dabei ist. Denn vor allem Frauen werden häufig mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt.

Das Armband hat im Test zuverlässig erkannt, ob die Getränke GHB enthalten haben oder nicht. Über 50 Drinks, drunter auch Caipirinha, Whiskey-Cola oder Wodka-O, wurden mit dem Schnellcheck überprüft. Allerdings könne es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben, heißt es auf der Verpackung.

Es ist schwer zu sagen, wie viele Personen jährlich tatsächlich betroffen sind. Die letzten bundesweiten Zahlen zu Vergiftungen mit Liquid Ecstasy stammen aus dem Jahr 2011. Damals gab es 28 bekannt gewordene Fälle, zwölf davon endeten tödlich. Allerdings dürfte die Dunkelziffer weit höher sein.

Schon nach sechs bis zwölf Stunden ist Liquid Ecstasy nicht mehr nachweisbar

Die Substanz ist im Körper schon nach sechs bis zwölf Stunden nicht mehr nachweisbar. Das macht es so schwer für die Behörden, einzugreifen. Hier hilft es meist nur, gemeinsam zu Partys zu gehen und dann aufeinander aufzupassen. Wer sich im Nachtleben bedroht fühlt, kann in vielen Städten in NRW inzwischen nach Luisa fragen. Das ist eine Präventionskampagne zum Schutz vor sexuellen Übergriffen.

Laut Business Insider würde Xantus gerne neben dem Verkauf bei dm in den Markt der Festivalbändchen einsteigen. Deutschlandweit werden davon jedes Jahr Millionen ausgegeben. Der Teststreifen würde sich ganz einfach integrieren lassen.