Neuerung für Kunden

Dm-Produkte verändern sich – Drogerie denkt bei Eigenmarken um

Dm-Kunden müssen sich auf eine Neuerung bei Produkten der Eigenmarken gefasst machen. Ein erst 2021 eingeführtes Label könnte bald Geschichte sein.

Dortmund – Spätestens ab 2023 kommt auf Dm-Kunden eine große Veränderung zu. Viele Produkte werden dann nicht mehr wie gewohnt in den Regalen stehen. Es geht vor allem um ein kleines, aber signifikantes Label, welches von der Drogerie aktuell geprüft wird.

UnternehmenDm-drogerie markt
HauptsitzKarlsruhe, Deutschland
Gründung28. August 1973

Dm denkt um: Zahlreiche Produkte verändern sich – Geschäftsführerin nennt Grund

Die Veränderung bei Dm betrifft vor allem Produkte der Eigenmarken. Dazu gehören beispielsweise „Balea“, „Alverde“, „Babylove“ und „Jessa“. Bei zahlreichen Produkten dieser Marken möchte das Unternehmen spätestens 2023 auf das Label des „Klimaneutral“-Zertifizierers „Climate Partner“ verzichten, wie die Lebensmittelzeitung berichtet – obwohl es erst 2021 eingeführt wurde.

Doch warum will Dm gerade jetzt, wo das Thema „Klima“ immer weitere Kreise zieht und mehr Aufmerksamkeit bekommt, auf ein Label verzichten? Die Geschäftsführerin Kerstin Erbe sagt gegenüber der Lebensmittelzeitung dazu, dass Dm die „geäußerte Kritik an der werbenden Nutzung des Begriffs klimaneutral ernst nehme“.

Klimaneutrales Label bei Dm in der Kritik – Drogerie nimmt Anmerkungen ernst

Unter anderem die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch warf Climate Partner vor, modernen Ablasshandel zu betreiben. Unternehmen können in Klimaschutzprojekte investieren, um so die CO₂-Emissionen für ihre Produkte auszugleichen.

Ein durchaus übliches Verfahren, was man beispielsweise auch bei in der Flugbranche betreibt. Für Foodwatch ist das jedoch nicht konkret genug. Die Organisation merkt an, dass die als klimaneutral gelabelten Produkte gar nicht klimaneutral seien. Dies ging sogar so weit, dass der Verein ein Verbot gefordert hat, welches die Werbung mit Klimaneutralität zukünftig untersagt. Auch Aldi musste sich bereits gegen Vorwürfe seitens Foodwatch wehren.

Climate Partner hatte auf die Vorwürfe reagiert und angemerkt, dass jegliche Projekte zum Klimaschutz strengen Standards unterliegen würden und durch deren Unterstützung eine Klimaneutralität gegeben ist.

Dm prüft Verwendung von Klima-Label – Produkte könnten sich bald verändern

Dennoch prüft die Dm nun die Verwendung des Labels von Climate Partner auf den Produkten der Eigenmarke. Aktuell sei man zudem „in Gesprächen zur weiteren Zusammenarbeit“ mit Climate Partner. Auch Climate Partner räumt, dass das Label aktuell von Dm überprüft wird.

Zahlreiche Produkte bei Dm verändern sich.

Ob es tatsächlich zu einem vollständigen Verzicht auf das Label kommt, ist aktuell noch unklar. Bisher stehen die Produkte noch wie gewohnt in den Regalen (mehr Service-News bei RUHR24).

Nach Informationen der Lebensmittelzeitung ist Dm nicht das einzige Unternehmen, das die Kooperation mit Climate Partner aktuell überprüft. Aber auch hier soll nicht über eine endgültige Trennung, sondern vielmehr über eine klare Kommunikation nachgedacht werden. Ein Anliegen, dass auch Climate Partner auf ihre Agenda schreibt.

Rewe stand aufgrund des „Klimaneutral“-Labels von Climate Partner ebenfalls in der Kritik. Wie die Lebensmittelzeitung weiter berichtet, gebe es vor Gericht bislang unterschiedliche Entscheidungen darüber, inwiefern der Begriff auf den Produkten werblich irreführend ist. Wie sich der Konflikt entwickelt, bleibt abzuwarten – ebenso, ob Kunden in Zukunft also weiterhin das Label zur Klimaneutralität auf Produkten finden werden.

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