Shampoo-Kauf 2.0

Dm wagt Neues: Drogerie nimmt Kunden-Verhalten unter die Lupe

In einigen Dm-Märkten erwartet Kunden jetzt eine Neuerung. Die Drogeriemarktkette startet ein Pilotprojekt, das der Umwelt dienen soll.

Deutschland – Ab Oktober testet Dm ein neues System. Wie die Drogerie mitteilt, soll herausgefunden werden, ob Kunden bereit sind, der Umwelt zuliebe ihr Entsorgungs-Verhalten zu ändern.

Dm Drogeriemarktkette
SitzKarlsruhe
Gründung28. August, 1973

Klimaschutz als oberstes Ziel: Nachhaltigkeit wird zum Verbrauchertrend – auch bei Dm-Kunden

Spätestens seit den neuesten Berichten von Klimaforschern, die eindeutig belegen, dass die Erderwärmung durch uns Menschen mitverursacht wird, ist Nachhaltigkeit in aller Munde. Mit zunehmendem Interesse der Öffentlichkeit wird das Thema auch für Unternehmen immer relevanter – und so werben mittlerweile unzählige Firmen offensiv mit dem Thema Klimaschutz.

Auch die Drogeriemarktkette Dm hat diesen Verbrauchertrend erkannt und ist bereits seit 2020 beim Thema Klimaschutz vorne mit dabei. Mit der Initiative „Klima bewusster Handeln“ oder dem umweltneutralen Produktsortiment „Pro Climate“ will man die Nachhaltigkeit in den Fokus rücken.

Kritische Verbraucher stellen sich bei solchen Unternehmen, die sich als besonders umweltfreundlich darstellen, oftmals die Frage, wie viel echter Klimaschutz einerseits und wie viel Werbung andererseits hinter einer entsprechenden Kampagne steckt (News rund um Supermärkte und Discounter auf RUHR24).

Dm-Pilotprojekt stellt Kunden auf den Prüfstand – Recycling ohne Pfand

Dm dreht den Spieß nun um und stellt seinerseits eine Frage an die Verbraucher: Sind Kunden bereit, leere Verpackungen regelmäßig zu recyclen – und zwar auch dann, wenn es darauf kein Pfand gibt?

Denn Hand aufs Herz: Wer von uns würde sich wirklich mit riesigen Tüten voll Flaschen an die Pfandautomaten stellen, wenn es dafür kein Geld gäbe? Genau das will Dm jetzt mit leeren Shampoo- und Reiniger-Flaschen in einem Pilotprojekt austesten. In rund 150 Dm-Märkte im Raum Karlsruhe und im Raum München können Kunden ihre Verpackungen ab Oktober abgeben.

Über die Aktionsfächer in den Recyclingboxen im Kassenbereich können sämtliche Kunst­stoff­flaschen, die in den Dm-Märkten oder über den Onlineshop erworben wurden, entleert eingeworfen werden – und zwar unabhängig von Farbe und Größe. Eine Gegenleistung wie Geld oder Ermäßigungen erhalten Kunden dafür nicht: Lediglich die Umwelt profitiert.

Shampoo-Regal bei Dm – die Kunststoffflaschen können in einigen ausgewählten Märkten recycelt werden. (Symbolbild)

Dm testet Recycling-System für Kunststoff – Projekt läuft zunächst ein Jahr lang

Den Rest übernimmt Dm: Die abgegebenen Flaschen würden zu einem Recycler in der Nähe transportiert, erklärt das Unternehmen. Dort würden sie gewogen, zu Rezyklat aufbereitet und von einem Flaschenhersteller wieder zu Kunststoff­flaschen für die Dm-Marken verarbeitet.

Die Testphase in ausgewählten Märkten soll zunächst ein Jahr dauern. Das weitergehende Ziel der Drogerie: Durch den Einsatz von Rezyklaten in den Verpackungen soll bis 2025 erreicht werden, dass 90 Prozent der Kunststoff-Produkt­verpackungen aus dem Non-Food-Bereich mindestens 50 Prozent Rezyklat enthalten.

Pilotprojekt bei Dm – Verpackungen sollen nachhaltiger werden

Kerstin Erbe, als Dm-Geschäfts­führerin verantwortlich für das Ressort Produkt­management, erklärt: „Erst wenige Rezyklate, die aus Verpackungen gewonnen wurden, erfüllen bislang die qualitativen Anforder­ungen, um daraus wieder Verpackungen herzustellen. Für uns wird spannend sein, ob und in welchem Umfang unsere Kunden den Service der Verpackungs­rücknahme annehmen und welche Ressourcen wir selbst einsetzen müssen, um die notwendige Qualität der Rezyklate zu erzielen.“

Ob Kunden die Angebote zur Verpackungsrückführung annehmen und sich das Ganze durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Eine weitere Änderung bei der Drogeriemarktkette trifft hingegen bereits jetzt Dm-Kunden deutschlandweit. Ab sofort können sie an jeder Dm-Kasse einen digitalen Kassenbon erhalten. Das soll nicht nur praktischer sein für Kunden – auch Bon-Papier soll so, der Umwelt zuliebe, langfristig gespart werden.

Rubriklistenbild: © dm/ Nora Lammers

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