Gemüse wird knapp

Knappheit bei Rewe und Edeka: Jahr 2022 hat für ein Produkt bittere Folgen

Von Lena Zschirpe

Vieles wird teurer, einige Produkte sind von Lieferschwierigkeiten betroffen. Auch Salat könnte vorerst knapp werden.

Dortmund – Der Ukraine-Krieg und die daraus resultierende Gas- und Energiekrise sorgen derzeit für höhere Kosten in vielen Bereichen. Lebensmitteln sind teurer geworden oder waren zwischenzeitlich knapp, wie etwa Mayonnaise oder Sonnenblumenöl. Auch Salat könnte 2022 noch zum Luxusgut werden – der Grund ist diesmal allerdings der trockene Sommer.

Salat wird knapp und teuer: Gaskrise und Krieg sind nicht daran schuld

Der Branchenverband Kulinaria spricht in puncto Salat sogar schon von einer Versorgungskrise, wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet. In den kommenden Wochen könnte das gesunde Lebensmittel noch knapp und teuer werden.

Das Problem: Die allgemeine Trockenheit im Sommer 2022 und damit einhergehende Verbote, die teilweise die Wassernutzung in großen Anbauregionen untersagen. Oft gelten vor Ort nämlich bereits mit der Wasserknappheit zusammenhängende Krisenwarnungen oder sonstige Alarmstufen. Für Salat, der in der Regel aus 95 Prozent Wasser besteht, denkbar schlechte Voraussetzungen.

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Trockenheit im Sommer 2022: Salat hat besonders gelitten

Der Salat habe gleich während mehrerer Hitzephasen besonders gelitten. So habe eine erste Hitzewelle im Juni Pflanzen zugesetzt, die zu diesem Zeitpunkt bereits erntereif waren. Wegen Qualitätsmängeln sei es schon hier zu einer Knappheit gekommen.

Eine noch krassere Hitze im Juli soll sogar Auswirkungen bis in den September hinein haben. Das Blattgemüse habe „irreversible Schäden an der Qualität“ erlitten. Der Wassermangel, der in vielen Teilen Europas herrscht, habe das Problem nur noch verstärkt.

Nicht nur bestimmte Sorten, sondern alle Salate sind laut Kulinaria von dem Problem betroffen. Und das sowohl im konventionellen als auch im Bio-Anbau. Die Versorgung sei „bereits jetzt extrem gestört“.

Salat wird im Supermarkt zum knappen Gut. Schuld ist der trockene Sommer.

Die Schwierigkeiten sollen sich in den nächsten Wochen noch verstärken. Denn ganze Salat-Parzellen seien durch den Wassermangel und Hitze zerstört worden. Ein weiterer Faktor für die Qualitätseinbußen ist allerdings auch die sogenannte Schwarzfäule, bei der vor allem die unteren Salatblätter regelrecht abfaulen. Sie ist mittlerweile weit verbreitet und wird in den meisten Fällen durch Pilze verursacht.

Salat im Supermarkt kaufen: Anpflanzen im Garten oder auf dem Balkon als Alternative

Im August und September soll die Versorgungskrise ihren Höhepunkt erreicht haben. Die Auswirkungen seien im Supermarkt aber wohl noch bis in den Oktober hinein zu spüren. Inwieweit die Preise durch die Knappheit steigen, ist derzeit aber noch unklar. Bei Sonnenblumenöl haben die Lieferschwierigkeiten jedenfalls zu deutlichen Preiserhöhungen geführt.

Wer einen Balkon oder einen Garten hat, kann sich im Herbst möglicherweise aber noch selbst mit Salat versorgen. Gerade weil die Sommerhitze langsamen vorbeizieht, hat das Blattgemüse beim eigenen Anbau bessere Chancen. Im September haben die meisten heimischen Salat-Sorten Saison.

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