DPD und Hermes gehen anderen Weg

DHL ändert Paketzustellung: Bestimmte Regeln für Kunden fallen weg

Corona hat die Paket-Zustellung geändert – zumindest bei DPD und Hermes offenbar auch nachhaltig. DHL setzt hingegen auf bewährte Muster.

Deutschland – Die schicke Uhr, das Kleid für den Hochzeitsbesuch, die brandneue Playstation: Wer sich einen Wunsch erfüllen will, muss in der heutigen Zeit nur zwei bis drei Klicks tätigen. Und schon ist das Paket per DHL, Hermes, DPD oder mit einem anderen Paketservice auf dem Weg.

Unternehmen DHL
HauptsitzBonn
CEOJohn Pearson (1. Jan. 2019–)
Gründung25. September 1969, San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten

DHL reagiert bei Paketübergabe auf Kundenwunsch – anderer Kurs bei DPD und Hermes

In Zeiten von Corona wurde Onlinehandel sogar noch beliebter. Wie das Statistische Bundesamt ermittelte, haben Einkäufe via Internet von Mai bis September 2021 um knapp neun Prozent zugenommen. Zum Teil sicherlich aus Bequemlichkeit, zum Teil zur Pandemie-Bekämpfung – in Zeiten eines Lockdowns war es gar nicht möglich, im Einzelhandel einkaufen zu gehen.

Auch die Paket-Zulieferer reagierten bei der Zustellung auf das Coronavirus und die geltenden Kontaktbeschränkungen. So führten DHL, DPD und Hermes die kontaktlose Lieferung ein. Angesichts der inzwischen beschlossenen Lockerungen im Frühjahr 2022 sind jetzt neue Maßnahmen in Planung – zumindest bei der DHL.

DHL, DPD und Hermes: Kontaktlose Zustellung der Pakete kam nicht überall gut an

Auf RUHR24-Nachfrage bestätigte das Unternehmen: „Es ist korrekt, dass wir angesichts der Lockerungen der allgemeinen Corona-Maßnahmen sowie auf Basis von Kundenrückmeldungen und aktuellen Erkenntnissen über Infektionswege einige – in der Corona-Pandemie eingeführte – Regelungen in der Zustellung wieder zurückgenommen haben.“

Im Klartext heißt das, dass seit dem 4. April Sendungen mit Bargeldzahlungen und Pakete mit dem Service Ident-Check nicht mehr in die Filiale umgeleitet, sondern wieder regulär an der Adresse der Empfängerinnen und Empfänger zugestellt werden. Auch bei Briefen mit der Zusatzleistung Einschreiben werde die Unterschrift wieder eingeholt (mehr Service-News bei RUHR24).

DHL beendet kontaktlose Paket-Zustellung: Hermes und DPD halten an Corona-Maßnahme fest

Damit reagierte DHL auch auf die Unzufriedenheiten bei einigen Kunden und Paket-Boten, die die Leidtragenden sein können, sollten Pakete fälschlicherweise als nicht zugestellt gemeldet werden, wie die Welt berichtete.

So weit, so gut. Allerdings will das Unternehmen auch bei Vorgängen, bei denen ein deutlich höherer Kontakt zwischen Kunden und Zustellern besteht, weiterhin auf das Kontaktlose setzen „und den in 2020 angepassten Zustellprozess dauerhaft“ beibehalten.

Während sich DHL von der kontaktlosen Zustellung verabschiedet, halten DPD und Hermes weiter daran fest.

„Aus diesem Grund dokumentieren wir die Zustellung von Geschäftskundensendungen DHL Paket und DHL Retoure weiter deutschlandweit mittels Unterschrift durch unsere Zustellkräfte“, schreibt das Unternehmen.

Hermes und DPD halten ebenfalls an kontaktlosen Zustellungen fest. Beide Unternehmen haben laut eigenen Angaben gute Erfahrungen damit gesammelt. „Insgesamt ziehen wir bisher ein positives Fazit, was die kontaktlose Zustellung betrifft: Sowohl das Feedback von Auftraggebern als auch von Kund*innen zum Prozess war und ist positiv“, berichtet Hermes.

DHL, DPD und Hermes: Paket-Zustellung mit Kontakt kann sinnvoll sein

Auch aus Sicht von DPD habe sich das kontaktlose Zustellen bewährt: „Mit Blick auf das Infektionsgeschehen innerhalb unserer Belegschaft bewerten wir diese Kombination verschiedener Maßnahmen als positiv und effektiv“, antwortet das Unternehmen RUHR24.

Beide Unternehmen bestätigen aber auch, dass eine persönliche Entgegennahme durchaus sinnvoll sein kann. Hermes handhabt die Abgabe inzwischen so, dass Kunden anstatt auf dem Scanner auf dem Paket unterschreiben. Sowohl DHL, Hermes als auch DPD behalten sich allerdings weiterhin vor, auf weitere Pandemie-Maßnahmen zu reagieren.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/foto2press/Imago; Collage: RUHR24