Neues Gesetz ist Schuld

DHL führt neue Gebühren ein – aber nicht alle Kunden sind betroffen

DHL Paketdienst
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Wer Pakete aus dem EU-Ausland bestellt, muss bald mit weiteren Gebühren rechnen.

Bei DHL und anderen Paket-Zustellern fallen bald neue Gebühren an. Allerdings sind nicht alle Kunden gleichermaßen davon betroffen.

Dortmund - Klicken, Zahlen und auf die Lieferung warten: Online-Shopping hat vor allem während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Als Geschäfte wegen der hohen Infektionszahlen geschlossen waren, wurde die Ware einfach nach Hause geliefert. Doch genau das wird jetzt teurer.

PaketunternehmenDHL
DachorganisationDeutsche Post AG
HauptsitzBonn

Online-Shopping: Neue Gebühren bei DHL, UPS und mehr fallen an

Betroffen ist eine neue Service-Pauschale für Paketlieferungen aus dem Nicht-EU-Raum. Grundsätzlich ist diese nicht neu und wurde bereits vor einigen Jahren von DHL eingeführt. Ab dem 1. Juli entfällt für Sendungen dieser Art allerdings die Freigrenze von 22 Euro.

Für Verbraucher macht das Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland bedeutend teurer. Die Zusatz-Gebühr fällt beispielsweise bei Paketen aus diesen Regionen an:

  • USA
  • China
  • Schweiz
  • Großbritannien

Wie hoch die Gebühr bei den einzelnen Paketdiensten ist, ist unterschiedlich. Bei der Deutschen Post beziehungsweise dem Paketdienst DHL liegt sie laut deren Homepage bei 6 Euro. Wer im Nicht-EU-Ausland für 20 Euro bestellt muss also noch 6 Euro Gebühren drauf zahlen. Die meisten Paketdienste geben auf ihren Webseiten in Zonen unterteilt an, wann welche Gebühr anfällt.

Service-Gebühr ab dem 1. Juli bei DHL und mehr: Im Ausland deutlich teurer

Grundsätzlich ist die Idee dieser Service-Gebühr nicht neu. Wie Chip berichtet, ist sie bereits in Österreich und den Niederlanden üblich und liegt dort jeweils bei 10 Euro.

Wer die Service-Pauschale bei DHL umgehen und noch schnell ein riesiges Paket aus Übersee bestellen will, wird damit aber keinen Erfolg haben. Denn auch Bestellungen, die vor dem 1. Juli aufgegeben werden, können schon betroffen sein.

Wie DHL erklärt, ist nicht das Bestelldatum entscheidend. Ob die Pauschale schon anfällt, liegt an der Anmeldung beim Zoll in Deutschland. Geht die Ware erst ab dem 1. Juli beim Zoll ein, müssen Verbraucher die Servicepauschale zahlen.

Neue Gebühr bei DHL und mehr: EU-Beschluss ist der Grund

Aber warum gibt es die Gebühr überhaupt? Hintergrund ist laut DHL ein Beschluss der Europäischen Kommission. Normalerweise müssen Händler für jeden Artikel Steuern entrichten, Billig-Händler waren bisher aber von Einführungssteuern befreit, wenn die Ware weniger als 22 Euro gekostet hat.

Die Einführungssteuern zahlt der Verbraucher, die Pauschale des Paketlieferdienstes kommt bei Lieferung zur Haustür hinzu. Denn hierbei handelt es sich um eine sogenannte Auslagepauschale, die dem Verbraucher die Abholung beim Zoll ersparen soll. DHL, UPS und Co. strecken quasi das Geld für den Zoll vor. Wer sein Paket selbst beim Zoll abholt, zahlt die Service-Gebühr nicht.

Die Service-Pauschale fällt bei DHL und Co. außerdem nicht an, wenn auf der Rechnung der Bestellung eine Mehrwertsteuer (Mwst.) und eine europäische Steuernummer aufgeführt wird.

Video: Änderung bei DHL: Zusteller müssen nicht mehr klingeln

DHL und andere Paketdienste: Ersetzt die Service-Gebühr die Zoll-Kosten?

Ist die Service-Pauschale damit das gleiche, wie eine Zollgebühr? Nein. Denn für den eigentlichen Zoll, der zusätzlich erhoben werden kann, gilt weiterhin der Freibetrag von 150 Euro. Generell fällt aber trotzdem eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 oder 7 Prozent an.

Bei Büchern, Kleidung oder Haushaltswaren die unter 5,23 Euro kosten, verzichtet der Zoll auf die Erhebung der Abgaben. Hier ist der Aufwand höher, als die möglichen Einnahmen.