Briefkästen bleiben leer

Post-Streik lässt Millionen Briefe liegen – aber Kunden können jetzt aufatmen

Nach dem Streik bei der Deutschen Post sind mehrere Millionen Pakete und Briefe zurückgeblieben. Mancherorts sollen die Maßnahmen sogar ausgeweitet werden.

Update, Dienstag (24. Januar), 10.18 Uhr: Dortmund – Der andauernde Streik der Deutschen Post soll in einigen Teilen des Landes ausgeweitet werden, gab Verdi bekannt. In der vergangenen Woche sollen sich bundesweit rund 30.000 Angestellte der Post am Streik beteiligt haben, berichtet hna.de. Mit Folgen für alle, die derzeit einen Brief erwarten.

Post-Streik: Millionen Briefe liegengeblieben – Sprecher nennt Zustellungs-Zeitpunkt

„Bis zur dritten Verhandlungsrunde wollen wir möglichst jeder/jedem Beschäftigten der DPAG in Bayern die Möglichkeit gegeben haben, sich an den Streikmaßnahmen zu beteiligen“, sagte der zuständige Verdi-Funktionär David Merck. Die dritte Verhandlung findet am 8. Februar statt. Ein offizielles Ende des Streiks wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Update von Montag, 23. Januar, 11.10 Uhr: Durch den Streik bei der Deutschen Post sind Millionen Briefe und Pakete liegengeblieben. Wie die Deutsche Presseagentur (DPA) mitteilt, handelt es sich um etwa eine Million Pakete und drei Millionen Briefe. Diese sollen nun bis spätestens Dienstagabend (24. Januar) ausgeliefert werden, so ein Post-Sprecher gegenüber der Agentur.

Verdi hatte Brief- und Paketzentren von Donnerstag bis Samstag bestreikt. Die Gewerkschaft fordert in Tarifverhandlungen 15 Prozent mehr Geld für 160 000 Beschäftigte im Inland. Der Post ist das viel zu viel (mehr Service-News bei RUHR24).

Bundesweiter Streik bei Deutscher Post: Millionen Briefe und Pakete bleiben liegen

Update, Samstag (21. Januar), 14.20 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi setzt ihre Warnstreiks bei der Deutschen Post fort – mit spürbaren Folgen: Am Samstag seien rund drei Millionen Briefe von den Arbeitsniederlegungen betroffen, teilte der Konzern mit. Das entspreche etwa sechs Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge. Bei den Paketen seien etwa eine Million Sendungen betroffen und damit ungefähr 15 Prozent der durchschnittlichen Tagesmenge.

„Da die Beteiligung an den Streiks in den einzelnen Regionen und Standorten unterschiedlich hoch ausfällt, werden sich diese auch entsprechend unterschiedlich auswirken“, führte das Unternehmen aus. Zum Teil könnten Briefe und Pakete „erst mit einigen Tagen Verzögerung“ ausgeliefert werden. Zusätzlich zu den Warnstreiks sorgten „in einigen Regionen die durch den Wintereinbruch schwierigen Witterungsverhältnisse“ für Einschränkungen.

Bundesweiter Streik bei Deutscher Post: Wann werden Briefe und Pakete wieder zugestellt?

Der bundesweite Streik der Deutschen Post führt dazu, dass es bei der Zustellung von Briefen und Paketen zu Verzögerungen von mehreren Tagen kommt. Die meisten Pakete werden erst nächste Woche ausgeliefert.

Rund 2,3 Millionen Paketsendungen seien vom Streik betroffen, was etwa einem Drittel der durchschnittlichen Tagesmenge entspricht. Zudem seien auch etwa 13 Millionen Briefsendungen betroffen.

„Insgesamt sind bisher rund 16 700 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt, das heißt rund ein Drittel der aktuell heute anwesenden Beschäftigten“, sagte ein Postsprecher der DPA. Die Deutsche Post betreibt in Deutschland rund 82 Brief- und 38 Paketzentren, von denen nahezu alle seit dem 19. Januar bestreikt werden.

Der Post-Streik dauert weiterhin an. Millionen Briefe bleiben liegen.

Verdi kündigt Streik bei Deutscher Post an – Briefzentren deutschlandweit betroffen

Erstmeldung, Donnerstag (19. Januar), 18.33 Uhr: Am Freitag (20. Januar) dürften viele Briefkästen leer bleiben: Die Gewerkschaft Verdi ruft im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post zu Streiks in allen Brief- und Paketzentren auf. Beginnen sollte der Streik frühestens am Donnerstag (19. Januar) um 17 Uhr. Am Freitag soll ganztägig gestreikt werden, an den folgenden Tagen „werden weitere Streiks folgen“, heißt es in einer Verdi-Mitteilung.

Auch die hessischen Briefzentren in Mainz-Kastel, Darmstadt, Frankfurt, Offenbach, Fulda, Kassel, Gießen sowie das Paketzentrum Obertshausen-Rodgau sind von dem Streik betroffen. In Kassel kommt die Briefpost ohnehin nicht mehr täglich – es herrscht Personalnot.

Streik bei der Deutschen Post – Tarifrunde bislang ohne Ergebnis

Die zweite Tarifrunde sei „ohne Ergebnis“ zu Ende gegangen, heißt es zur Begründung von Verdi. Am 8. Februar sollen die Tarifgespräche fortgesetzt werden. „Die Arbeitgeber haben sich sehr deutlich geäußert, dass sie nicht bereit sind, den Reallohnverlust und die Inflation auszugleichen. Dies sei nicht finanzierbar“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. „Diese Sichtweise ist für uns nicht akzeptabel.“

Der überwiegende Teil der ver.di-Mitglieder bei der Deutschen Post AG habe ein niedriges Einkommen und könne Reallohnverluste schlichtweg nicht verkraften, so Kocsis weiter. „Dass die Arbeitgeber den Ausgleich von Reallohnverlusten verweigern, ist angesichts der Milliardengewinne des Konzerns eine Provokation.“

Verdi fordert 15 Prozent mehr für Tarifangestellte bei der Deutschen Post

140.000 der 160.000 Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Post sind in den Entgeltgruppen 1 bis 3 eingruppiert – sie erhalten ein Monatsgrundgehalt zwischen 2108 und 3090 Euro.

Diese Tarifbeschäftigten seien im besonderen Maße von der hohen Inflation betroffen, „da sie einen großen Anteil ihres Nettoeinkommens für Nahrungsmittel und Energie aufbringen müssen“, heißt es in der Verdi-Mitteilung. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Tarifbeschäftigten 15 Prozent mehr Gehalt sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen.

Verdi fordert mehr 15 Prozent mehr Gehalt für Tarifbeschäftigten bei der Deutschen Post. Der Post ist das viel zu viel

Die Deutsche Post erwartet für 2022 ein Rekordergebnis: 8,4 Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern. Die Gewerkschaft Verdi hatte bereits vor der zweiten Verhandlungsrunde auf dieses Ergebnis hingewiesen. Zuletzt hat sich die Zahl der Beschwerden über beschädigte Briefe und Pakete, verspätete Zustellungen und Sendungen, die nie ankommen, fast verdreifacht. Für Kunden änderte sich im Oktober das nationale Einschreiben.

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