Wegen der Corona-Pandemie

DHL: Deutsche Post startet Service zu Weihnachten – aber nicht alle profitieren

Pünktlich zu Weihnachten startet die Deutsche Post einen neuen Service, der das Versenden von Briefen und Postkarten vereinfachen soll. Doch die Sache hat einen Haken.

Bonn – Nicht wenige Menschen verschicken an Weihnachten gerne Briefe oder Postkarten an ihre Liebsten. Um die Prozedur in Zeiten der Corona-Pandemie hygienefreundlicher zu gestalten, hat sich die Deutsche Post etwas ausgedacht und einen veralteten Service neu aufgerollt. Doch nicht alle Kunden werden ihn nutzen können.

UnternehmenDeutsche Post
SitzBonn
Gründung2. Januar 1995 (Privatisierung)
Umsatz63,34 Mrd. Euro (2019)

Deutsche Post: Mobile Briefmarke startet zu Weihnachten und löst das Handyporto ab

Seit Anfang/Mitte Dezember gibt es bei der Deutschen Post die „mobile Briefmarke“. Ein neuartiger Service, mit dem man Briefe und Postkarten kostenlos und ohne Drucker frankieren kann. Alles, was man dazu braucht, sind ein Stift und die „Post & DHL App“, die das Unternehmen erst vor kurzem auf den Markt gebracht hat, um Brief- und Paketsendungen zu bündeln.

Die mobile Briefmarke löst das „Handyporto“ ab, bei dem man eine Briefmarke per SMS anfordern konnte und anschließend einen Code zugeschickt bekam, den man auf Brief oder Postkarte schreiben musste.

Mobile Briefmarke der Deutschen Post ist im Gegensatz zum Handyporto kostenlos

Das Prinzip der mobilen Briefmarke ist also ähnlich zum Handyporto, unterscheidet sich aber durch zwei Faktoren ganz eindeutig davon: Man bekommt die mobile Briefmarke nicht per SMS, sondern per App. Dadurch entfallen Mobilfunk- sowie Servicekosten.

Zur Erinnerung: Beim Handyporto waren die Porto-Preise für einen Standardbrief sowie eine Postkarte deutlich erhöht. So kostete der Brief beispielsweise 1,19 Euro (normal 80 Cent) und die Postkarte 99 Cent (normal 60 Cent). Die Deutsche Post begründete die Preiserhöhung mit Bereitstellungskosten der Mobilfunkprovider und der Mehrwertsteuer auf den Service.

Die Deutsche Post hat zu Weihnachten einen neuen Service für das Versenden von Briefen und Briefmarken eingeführt.

Deutsche Post: Mobile Briefmarke kann man in der App aussuchen und bezahlen

Mit der Umstellung auf die mobile Briefmarke und die Post und DHL App entfallen die oben genannten Kosten. Das Porto für Briefe und Briefmarken ist genauso hoch wie in den Filialen.

Wie die Deutsche Post mitteilt, kann man die mobile Briefmarke ganz einfach in der App aussuchen und bezahlen. Anschließend bekommt man – ebenfalls in der App – einen Code bestehend aus dem Schriftzug #PORTO und einer mehrstelligen Zeichenfolge.

Diesen Code schreibt man anstelle der Briefmarke rechts oben auf einen Brief oder eine Postkarte und wirft die Sendung ganz normal in einen Briefkasten. Umschlag oder Karte sind damit frankiert. Vorteil der mobilen Briefmarke in Zeiten der Corona-Pandemie ist ganz eindeutig: Man spart sich den Weg zur Filiale und vermeidet so Kontakte. Doch es gibt auch Nachteile.

Mobile Briefmarke: Zahlung nur per PayPal möglich – Sendungen nur nach Deutschland

So kann die Zahlung für die mobile Briefmarke nur über PayPal erfolgen. Andere Zahlungsmethoden wie etwa Sofortüberweisung, Kreditkarte oder Lastschrift werden nicht angeboten. Damit können Kunden, die kein Konto bei PayPal haben, die mobile Briefmarke nicht kaufen.

Ein weiterer Nachteil: Den Service gibt es aktuell nur für Sendungen nach Deutschland. Selbst für Briefe oder Postkarten in europäische Nachbarländer gilt die mobile Briefmarke nicht. Gerade in Corona-Zeiten hätte dies aber ein Vorteil sein können: Etwa dann, wenn Familienmitglieder im Ausland wohnen und zu Weihnachten nicht nach Deutschland reisen dürfen.

Neuer Service der Deutschen Post: Welche Briefe mit der mobilen Briefmarke frankiert werden können

Auch die Porto-Möglichkeiten der mobilen Briefmarke stellen ein Problem dar. Aktuell gehören zu den Sendungen, die man frankieren kann:

  • Postkarte
  • Standardbrief
  • Kompaktbrief
  • Großbrief

Deutsche Post: Maxibrief kann im Online-Shop frankiert werden

Der sogenannte Maxibrief mit einem Porto von 2,70 Euro fehlt auf der Liste. Dabei ist er gar nicht unwichtig: Mit einem Maximalgewicht von bis zu 1000 Gramm ermöglicht es der Maxibrief, auch kleinere Geschenke unversichert zu verschicken. Beim Großbrief sind nur maximal 500 Gramm erlaubt.

Wer dennoch einen Maxibrief versenden möchte, kann eine Briefmarke dafür entweder in der Filiale kaufen oder im Online-Shop der Deutschen Post. Dieser ermöglicht nebenbei auch andere Bezahloptionen außer PayPal. Allerdings benötigt man einen Drucker, um die Briefmarke auszudrucken.

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