Kunden müssen sich umstellen

Bargeld adé: Deutsche Bank will Service massiv zurückfahren

Kunden müssen sich bald umstellen. Denn die Deutsche Bank will künftig kein Bargeld mehr in den Filialen auszahlen.

Frankfurt am Main – Sei es das Trinkgeld für den Pizza-Boten oder um mal eben ein Eis im kleinen Kiosk nebenan zu kaufen: Bargeld ist noch nicht ausgestorben und wird weiterhin hier und da benötigt. Doch die Deutsche Bank möchte in Zukunft die Bargeldausgabe in den Filialen auf ein Minimum reduzieren.

UnternehmenDeutsche Bank
CEOChristian Sewing (8. Apr. 2018–)
HauptsitzFrankfurt am Main

Deutsche Bank will kein Bargeld mehr auszahlen – verursacht zu viele Kosten

„In der Zukunft möchte ich kein Bargeld mehr in den Filialen anbieten, denn das Vorhalten von Bargeld verursacht Kosten“, sagte der Chef des heimischen Privatkundengeschäfts des größten deutschen Geldhauses, Lars Stoy. Bereits Ende Mai soll er sich laut Deutscher Presse-Agentur (DPA) so auf einer nicht-öffentlichen Investorenkonferenz geäußert haben.

Geld sparen – diesen Grund geben Banken häufiger an, wenn es darum geht, Services für Kunden einzustampfen oder zu minimieren. Generell ist es für Verbraucher in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, an Bargeld zu kommen, denn es gibt immer weniger Geldautomaten.

Bank will kein Bargeld mehr auszahlen – für Kunden wird es ungemütlich

Dass nun auch noch eine große Bank ankündigt, in den Filialen kein Bargeld mehr ausgeben zu wollen, könnte zum Ärgernis werden – zumindest die Verbraucherzentrale ist alarmiert. Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), sprach laut DPA von einem „klaren Rückschritt für Verbraucher“. Sie fordert, dass es weiterhin Bargeld an Schaltern geben sollte.

Doch auch das Angebot an Filialen – und somit an Schaltern – ist in den letzten Jahren aus Kostengründen immer weiter geschrumpft. Einige Banken gingen sogar komplett insolvent und mussten ihr Angebot gänzlich einstampfen. Vor der Insolvenz steht die Deutsche Bank zwar nicht, doch Kosten sollen in Zukunft dennoch eingespart werden.

Stoy betonte in seinem Statement, dass es darum gehe, Filialen wieder profitabel zu machen. Dies solle durch die „Beratung der Kunden bei Anlagen, Hypotheken, bis zu einem gewissen Grad bei Konsumkrediten und Versicherungen“ gelingen. Plan soll es sein, Bargeld nur noch an Geldautomaten und in großen Zentren anzubieten.

Die Deutsche Bank will künftig weniger Bargeld auszahlen.

Bank will auf Bargeld verzichten: Für Kunden soll es genügend Alternativen geben

Eine Sprecherin betonte im Nachgang allerdings, dass die Abschaffung des Bargelds in den Bank-Filialen „unter Berücksichtigung der jeweiligen Kundennachfrage und des Angebotes an SB-Services vor Ort“ geschehen soll. Neben dem „flächendeckendem Netz von Geldautomaten“ hätten die Kunden zudem die Möglichkeit, Bargeld in Supermärkten oder Drogerien abzuheben.

Zukünftig müssen sich Kunden wohl mit weniger Service anfreunden. Auch, dass immer mehr Banken für ihre Girokonten eine Gebühr erheben, stärkt die Beziehung zwischen den Geldinstituten und ihren Kunden wohl kaum. Ab wann die Deutsche Bank kein Bargeld mehr am Schalter auszahlen möchte, ist nicht bekannt.

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