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Zug beim Streik ausgefallen: So kommen Reisende an die Ticktet-Rückerstattung

Die Mitarbeiter der Deutsche Bahn streiken aktuell erneut. Reisende sollten sich daher über ihre Rechte informieren.

NRW – Es ist eine vernichtende Nachricht für alle Pendler und Personen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind: Jetzt ist klar, dass es bei der Deutschen Bahn einen erneuten Streik geben soll. Gegen Zugausfälle und Verspätungen können sich Fahrgäste aber wehren.

EisenbahnunternehmenDeutsche Bahn
GründungJanuar 1994, Berlin
HauptsitzBerlin
CEORichard Lutz (seit 22. März 2017)

Deutsche Bahn verkündet Streik: Fahrgäste können Geld zurückfordern

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) legt am Montag (23. August) erneut die Arbeit nieder. Bis Mittwochmorgen (25. August) um 2 Uhr soll der Streik der Deutschen Bahn diesmal andauern.

Wenn die Fahrt mit dem Zug wegen eines Streiks nicht wie geplant klappt, bedeutet das für Reisende viel Stress und womöglich auch extra Kosten. Doch dagegen können sich Betroffene wehren.

Denn „es gelten die gleichen Bedingungen wie bei Verspätungen und Zugausfällen aufgrund anderer Ursachen“, erklärt Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wer aufgrund des Streiks also benachteiligt wird, kann sich auf die „Fahrgastrechte der EU-Fahrgastverordnung“ berufen.

Deutsche Bahn: Ticket-Preise erstattet bekommen – welche Rechte Fahrgäste haben

Im Klartext bedeutet das, dass Fahrgäste für ihr Ticket der Deutschen Bahn einen Teil oder sogar den kompletten Preis zurückerhalten. Wie viel das ist, hängt laut dem Eisenbahnunternehmen von der Verspätung ab, die man als Reisender aufgrund des Streiks in Kauf nehmen muss. Wer mindestens 60 Minuten zu spät am Ziel ankommt, hat Anspruch auf ein Vierteil, also 25 Prozent des Kaufpreises.

Die Hälfte der Ticket-Kosten bekommen Fahrgäste erstattet, bei denen sich die Ankunft um mindestens 120 Minuten verzögert. Alternativ sei es auch möglich, ab einer Verspätung von mindestens 60 Minuten auf die Fahrt zu verzichten. In diesem Falle würden die Fahrgäste den kompletten Preis der Fahrkarte erhalten.

Kosten für Tickets der Deutschen Bahn können beim Streik erstattet werden

Zudem sei die Deutsche Bahn laut der Expertin dann dazu verpflichtet, für kostenlose Verpflegung in Form von „Erfrischungen und Mahlzeiten in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit“ zu sorgen. Falls dies nicht angeboten wird, können Reisende sich selber verpflegen und die Kosten dafür zurückfordern (weitere News zu Warnungen und Produkt-Rückrufen bei RUHR24).

Bahn-Streik in Deutschland: Vorsicht bei Taxi-Fahrten

Das Geld erhalten Reisende zurück, indem sie das dafür vorgesehene Formular ausfüllen und einreichen. Das Dokument gibt es sowohl im Zug als auch an den Schaltern der Deutschen Bahn in den Bahnhöfen und digital als Online-Formular. Wichtig ist es für die Rückerstattung, dass sowohl die Tickets und Belege als auch die Quittungen für die selbst bezahlte Verpflegung aufbewahrt werden.

Wer auf ein anderes Verkehrsmittel aufgrund des Zugausfalls ausweichen möchte, sollte vorsichtig sein. Denn nicht immer erstattet die Deutsche Bahn dafür die Kosten. So gibt es das bezahlte Geld für die Fahrt im Taxi nur unter bestimmten Bedingungen zurück.

Dies sei der Fall „bei einer planmäßigen Ankunftszeit zwischen 0 und 5 Uhr und einer zu erwartenden Verspätung von mind. 60 Minuten am Zielbahnhof“ oder etwa „wenn das Eisenbahnunternehmen kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellt“, erklärt die Deutsche Bahn.

Bahn-Streik: kostenlos ICE fahren – was Kunden beachten müssen

Alternativ dürfen Fahrgäste, bei denen beispielsweise ein RE oder die S-Bahn im Nahverkehr ausfällt, einen „höherwertigen Zug“, wie einen ICE, IC oder EC nutzen. Aber auch hierbei ist Vorsicht geboten. Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass die betroffenen Personen sich trotzdem zunächst ein Ticket für die teurere Bahn-Variante kaufen müssen. Auch hier können die Betroffenen anschließend über das Formular die Kosten erstatten lassen.

Allerdings gibt es Einschränkungen. Denn wie Beatrix Kaschel von der Schlichtungsstelle Nahverkehr in Düsseldorf erklärt, darf die Strecke der ursprünglichen Route nicht länger als 50 Kilometer lang sein oder nicht länger als eine Stunde dauern. Wenn man also mit dem RE der Deutschen Bahn eigentlich von Dortmund nach Essen fahren möchte, zahlt die Deutsche Bahn nicht dafür, wenn man spontan mit dem ICE nach Hamburg düst.

Zudem ist es notwendig für die Rückerstattung, dass es sich bei der Ersatz-Fahrt um einen nicht-reservierungspflichtigen Zug handelt. Diese Regelung gilt auch für Personen, die beispielsweise mit einem Semesterticket oder dem Länder-Ticket.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa