Neue Erkenntnisse veröffentlicht

Ist Aluminium in Deo krebserregend? Experten überraschen mit neuer Studie

Aluminium in Deo wurde lange gemieden, er galt als Gefahr für die Gesundheit. Aktuell aber gibt es neue und erstaunliche Erkenntnisse von Experten.

  • Aluminium in Deo wurde von vielen Verbrauchern längere Zeit gemieden.
  • Der Inhaltsstoff galt als krebserregend und Auslöser für andere Krankheiten.
  • Das Institut für Risikobewertung überrascht jetzt mit einer neuen Erkenntnis.

NRW - Gerade in Pflegeprodukten finden sich noch häufig Inhaltsstoffe, die viele Verbraucher so gar nicht da drin haben möchten, wie etwa Erdöl oder Silikone. Auch Aluminium galt es seit längerem zu meiden. Eine der Gründe: Das Leichtmetall soll krebserregend sein.

Institut

Bundesinstitut für Risikobewertung

Hauptstandort

Berlin

Gründung

1. November 2002

Übergeordnete Behörde

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Aluminium in Deo: Doch nicht so schädlich, wie bisher angenommen?

Doch eine Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) überrascht jetzt mit neuen Erkenntnissen. Demnach sind Deos mit Aluminium weniger belastend für den Körper, als bisher angenommen. "Durch die Haut wird signifikant weniger Aluminium aufgenommen als auf bislang vorliegender, limitierter Datenbasis berechnet", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Allerdings mahnt das Institut weiterhin zur Vorsicht, wenn saure und salzhaltige Speisen mit Alufolie in Kontakt kommen. Etwa in Grillschalen oder unbeschichteten Alu-Menüschalen und Geschirr. Bei falscher Anwendung könne hier relativ viel Aluminium aufgenommen werden, wie die Süddeutsche berichtet.

Deo: Aluminium verhindert die Bildung von Schweiß - und galt lange als gefährlich

Doch gerade als Inhaltsstoff bei Deo ist Aluminium beliebt. Denn das Leichtmetall soll nicht nur den Schweißgeruch bekämpfen, sondern sogar verhindern, dass sich Schweiß und damit auch unschöne Flecken in Textilien bilden. Deos mit dieser Eigenschaft heißen Antitranspirantien und enthalten Aluminiumsalze.

Diese binden die Proteine aus dem Schweiß und verstopfen die Schweißporen. Klassische Deos bekämpfen hingegen nur den Geruch, der Schweiß bildet sich trotzdem. Laut BfR war lange unsicher, wie viel Aluminium aus den Antitranspirantien von der Haut aufgenommen wird (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de).

Weil Aluminium angeblich krebserregend sein soll, haben viele Hersteller von Deo in der Vergangenheit ihr Sortiment verändert.

Institut warnte noch Ende 2019 vor der Benutzung von Deo mit Aluminium - jetzt gibt es neue Erkenntnisse

Jetzt hat eine Studie aus dem vergangenen Jahr aktuelle Daten zur Risikobewertung von Aluminium in Deo geliefert. Im November 2019 hatte das BfR zwar erneut vor dem Leichtmetall als Bestandteil von Pflegeprodukten gewarnt. Wie das Online-Fachmagazin Medwatch berichtet, stand die aktuelle Studie zu diesem Zeitpunkt aber schon kurz vor der Fertigstellung.

Die Studie wurde vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission in Auftrag gegeben. Dieser hatte bereits im März dieses Jahres Entwarnung zum bis dahin gemiedenen Leichtmetall gegeben. Allerdings: Forschungen, die mithilfe eines bezahlten Auftrages durchgeführt werden, zielen auch häufig darauf ab, ein ganz bestimmtes Ergebnis zu erlangen.

Deo: Studie zu Aluminium könnte irgendwann wieder ungültig sein

Demnach ist das aktuelle Ergebnis zu Aluminium in Deo mit Vorsicht zu genießen, denn es könnte von einer späteren Studie wieder umgeworfen werden. Aluminium ist außerdem nicht der einzige potenziell bedenkliche Inhaltsstoff bei herkömmlichem Deo. Als Öko-Test mehrere Sprays unter die Lupe genommen hat, sind den Testern noch weitere Schadstoffe aufgefallen.

Nach aktuellem Stand gilt aber grundsätzlich, dass Aluminium eher in anderen Bereichen schädlich ist. "Wer sich grundsätzlich vor einer zu hohen Aluminiumaufnahme schützen will, sollte darauf achten, dass vor allem saure und salzhaltige Lebensmittel und Getränke nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, etwa über Trinkflaschen, Backbleche, Grillschalen", heißt es vom Institut. Dazu gehören aufgeschnittene Äpfel, Tomaten, Rhabarber, Salzheringe, mariniertes Fleisch oder Käse. Auch aufhellende Zahnpasten enthalten beispielsweise Aluminium.

Rubriklistenbild: © Andreas Gebert/Daniel Bockwoldt/dpa; Collage: RUHR24