Niedrigschwellige Impfangebote

Delta-Variante: Mögliche Impfresistenz – Lauterbach hat schräge Impf-Idee

In Deutschland geht die Zahl der Impftermine zurück. In Israel steigen die Corona-Neuinfektionen aufgrund der Delta-Variante. Lauterbach ist besorgt und hat eine außergewöhnliche Idee.

Dortmund – Die aktuelle Meldung aus Israel beunruhigt den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Denn in dem Land steigen die Corona-Neuinfektionen seit langem wieder an, die Inzidenz ist so hoch wie zuletzt im Frühjahr. Grund könnte möglicherweise die Ausbreitung der Delta-Variante sein.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre)
Ausbildungunter anderem Harvard Medical School (1995)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Mögliche Impfresistenz der Delta-Variante: Israelische Experten machen Andeutung

Der Vorsitzende des israelischen Expertengremiums zu Covid-19, Ran Balicer, hatte am Montag (5. Juli) nun angedeutet, dass die steigende Zahl neuer Corona-Fälle in Israel ein „erstes Signal“ für eine verminderte Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe sein könnte. Allerdings sei es noch zu früh, um eine präzise Aussage zu treffen. In Israel wurde ein Großteil der Erwachsenen mit dem Vakzin von Biontech geimpft.

„Wenn sich die Daten bestätigen, ist das Grund zur Sorge“, reagierte Lauterbach auf die Meldung aus Israel gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Hinzu kommt der Fakt, dass Israel inzwischen die Wirksamkeit der Impfstoffe nach unten korrigiert hat. Zuerst hieß es, der Impfstoff verhindere Corona-Erkrankungen zu 95,8 Prozent, schwere Krankheitsverläufe zu 99 Prozent. Seit dem 6. Juni wurden beide Werte auf rund 64 Prozent herabgestuft. Immerhin: Eine aktuelle Studie aus den USA macht jedoch Hoffnung, dass das Vakzin von Johnson & Johnson zuverlässig gegen die Delta-Variante schützt.

Lauterbach beunruhigt wegen möglicher Impfresistenz der Delta-Variante

„Was mich an der Studie eher noch beunruhigt hat, ist die Tatsache, dass sieben Prozent der Geimpften schwer erkranken konnten“, sagte der SPD-Experte weiter. Er hat jedoch die Vermutung, dass das nicht allein an der Ausbreitung der Delta-Variante liegen könnte, sondern auch an den weitgehenden Lockerungen. Die Mischung aus Verbreitung der Corona-Mutation und gleichzeitigen Lockerungen sei besonderes gefährlich, warnte Lauterbach.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Lauterbach mahnende Worte in Hinblick auf die Delta-Variante findet. Bereits im Mai hatte er davor gewarnt, dass man aufgrund der Mutation mit steigenden Fallzahlen rechnen müsse.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gilt als Mahner in der Corona-Pandemie.

Dennoch hält Lauterbach es für äußerst wichtig, die Impfkampagne in Deutschland weiter voranzutreiben. Zu Beginn der Woche hatte er diesbezüglich einen außergewöhnlichen Einfall. Mit niedrigschwellige Impfangeboten solle man die Leute motivieren, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen (mehr News zur Corona-Pandemie bei RUHR24)

Impfen auf Partymeilen: Lauterbach hat kuriose Impf-Idee

Es solle daher „nicht nur in Arztpraxen und Impfzentren, sondern auch in Ausgehmeilen“ geimpft werden, schlug der SPD-Politiker im Gespräch mit Business Insider vor. „Es muss Freitags- und Samstagsabends mobile Impfstationen an belebten Plätzen geben, wo sich viele Leute treffen, auch vor Bars und Clubs“, so Lauterbach weiter. In Holland haben sich jedoch erst kürzlich hunderte Clubbesucher mit dem Coronavirus infiziert.

Der Hintergrund seiner Idee ist, mit den Impfungen dorthin zu gehen, wo die Menschen sind. Der Aufwand, sich impfen zu lassen, müsse so gering wie möglich sein. In Israel und auch in Großbritannien hätte man mit solchen niedrigschwelligen Impfangeboten Erfolg gehabt. In Deutschland geht derzeit die Zahl der wahrgenommenen Impftermine deutlich zurück. Experten führen das möglicherweise auf die Urlaubszeit zurück. Mit Impfaktionen auf Partymeilen will Lauterbach dem nun also entgegenwirken. Ob seine Idee in die Realität umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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