Zweitimpfung

Stiko ändert wegen Delta-Variante plötzlich Empfehlung für Corona-Impfung

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission
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Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Die Ständige Impfkommission (Stiko) ändert ihre Empfehlung für die Corona-Zweitimpfung. Grund ist die Delta-Mutation.

Dortmund – Aufgrund der sich in Deutschland schnell ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus ändert die Stiko eine Impf-Empfehlung.

Kreuzimpfung: Stiko ändert Empfehlung für Corona-Impfung mit Astrazeneca

Aktuelle Studienergebnisse zeigten laut einer Mitteilung der Stiko vom 1. Juli, dass die Immunantwort bei einer Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus besser ist, wenn Patienten einen Impf-Mix aus Vektor-Impfstoff von Astrazeneca (Vaxzevria) und dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer (Comirnaty) oder Moderna (Spikevax) hatten, als Menschen mit zwei Astrazeneca-Impfungen.

Die Stiko empfiehlt daher Personen, die den Impfstoff von Astrazeneca als erste Impfdosis bekommen haben, unabhängig vom Alter als Zweitimpfung auf den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu setzen. Der Abstand zwischen den beiden Impfungen sollte laut Stiko ab vier Wochen betragen.

Corona: Stiko rät zu gewissen Impfabständen zwischen Astrazeneca, Biontech und Moderna

Die Empfehlung gilt laut Stiko „vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren“.

Folgende Impfabstände sollten laut Stiko eingehalten werden:

  • Erst- und Zweitimpfung von Biontech/Pfizer (Comirnaty): Drei bis sechs Wochen
  • Erst- und Zweitimpfung von Moderna (Spikevax): Vier bis sechs Wochen
  • Erst- und Zweitimpfung von Astrazeneca (Vaxzevria): Neun bis zwölf Wochen
  • Erstimpfung Astrazeneca (Vaxzevria), Zweitimpfung Biontech/Pfizer (Comirnaty) oder Moderna (Spikevax): ab vier Wochen

Ist eine Mischimpfung aus Astra- und Biontech-Wirkstoffen also sogar wirksamer, als zwei Biontech-Impfungen?

Studie der Charité zur Kreuzimpfung: Mindestens genauso gut wie zweimal Biontech

Eine kleine Studie der Charité in Berlin mit 340 Probanden kommt zum Ergebnis, dass eine Kreuzimpfung mit Astrazeneca und Biontech/Pfizer „keine Nachteile bei Wirksamkeit und Verträglichkeit“ hat: Eine Kombination der Präparate in einem Abstand von zehn bis zwölf Wochen sei gut verträglich und rufe vergleichbare Immunantworten wie eine Impfserie mit zweimal Biontech hervor, heißt es von Charité-Wissenschaftler Leif Erik Sander.

Das Forscherteam um Sander schlussfolgert aus seinen Ergebnissen sogar, dass die Kombination von Astrazeneca und Biontech/Pfizer mit 10- bis 12-wöchigem Impfintervall gut verträglich und dabei sogar ein wenig wirksamer ist als die zweifache Biontech/Pfizer-Impfung im Abstand von drei Wochen.

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