Verkehrssicherheit

Rückruf bei Decathlon wegen großer Unfallgefahr: Produkt droht zu versagen

Bei der Fahrt mit einem E-Scooter im Straßenverkehr lauert immer wieder Gefahr. Decathlon muss nun einen Roller wegen eines akuten Mangels zurückrufen.

NRW – Bruchlandung statt Fahrvergnügen? Aus Sorge vor gefährlichen Unfällen im Straßenverkehr ruft Decathlon einen E-Scooter zurück. Die Sorge ist angesichts des Sicherheitsmangels durchaus berechtigt (mehr zu Auto und Verkehr auf RUHR24).

DecathlonInternational tätiger Hersteller und Händler von Sportgeräten und -bekleidung
HauptsitzVilleneuve-d'Ascq, Frankreich
Gründung1976 in Lille, Frankreich

Rückruf: E-Scooter im Straßenverkehr immer wieder in Unfälle verwickelt

E-Scooter sind seit ihrer Einführung im Juni 2019 ein fester Bestandteil des Verkehrs. Die umweltfreundliche Alternative zum Auto hat sich vor allem in Städten wie Berlin oder Köln durchgesetzt, in Dortmund hatte sie allerdings auch für Chaos gesorgt.

Zwar gibt es bisher noch wenige flächendeckenden Studien zur Sicherheit der Roller, allerdings lässt die Unfallstatistik des Adac für das Corona-Jahr 2020 aufhorchen: Denn die Polizei registrierte in diesem Jahr 2155 Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen, darunter mehr als 80 Prozent mit E-Scootern. Und das, obwohl die Straßen unter anderem wegen Corona-Lockdowns leerer waren als sonst und Anbieter ihre Leihroller zwischenzeitlich nur bedingt oder gar nicht verliehen.

Rückruf: E-Scooter von Decathlon weist Sicherheitsmängel auf

Laut Adac waren „bei fast drei von vier Unfällen mit Personenschaden (...) der E-Scooter-Fahrer hauptverantwortlich.“ Hinzu kommt, dass in 644 Fällen die Fahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug ohne Fremdeinwirkung anderer Verkehrsteilnehmer verloren haben. Am häufigsten waren junge Leute die Unfallopfer, in 18,3 Prozent der Fälle mit Personenschäden war Alkohol im Spiel.

Angesichts dieser Zahlen sollten technische Mängel an E-Scootern sofort reklamiert und Hersteller defekte Geräte unverzüglich zurückrufen. Das hat Decathlon bei folgendem Artikel nun getan:

  • Artikel: E-Scooter Revolt R900E
  • Marke: Oxelo 
  • Modellnummer: 8577081 
  • Kaufzeitraum: 01. Oktober 2021 bis einschließlich 22. Mai 2022

Rückruf: Decathlon stellt „Risiko eines beschleunigten Verschleißes des Bremskabels“ fest

Angesichts des Gefahrenpotentials ist dieser Rückruf sehr ernst zu nehmen! Denn laut Decathlon bestehe „das potenzielle Risiko eines beschleunigten Verschleißes des Bremskabels, das zu einem Bruch führen könnte.“ Dementsprechend bestehe „erhebliche Unfallgefahr“, das vom Rückruf betroffene Modell solle „nicht mehr verwendet werden“.

Wer so einen E-Scooter zwischen dem 01. Oktober 2021 und 22. Mai 2022 gekauft hat, sollte diesen also umgehend in einer der Filialen zurückgeben. Decathlon versichert, dass der Kaufpreis „selbstverständlich“ erstattet werde. Für Rückfragen stehe der Kundenservice (erreichbar Mo. – Fr. von 9:00 – 17:00 und Sa. von 10:00 bis 18:00 Uhr) unter der Rufnummer +49 (0) 6202 97 81 300 zur Verfügung.

Ein E-Scooter von Decathlon ist momentan von einem Rückruf betroffen.

Rückruf: Produktwarnung lobt rechtzeitiges Handeln von Decathlon

Wann die Verschleißgefahr des Bremskabels genau festgestellt wurde, teilt Decathlon nicht mit. Die Seite Produktwarnung attestierte dem aus Frankreich stammenden Unternehmen aber eine korrekte Vorgehensweise.

Schließlich hätten Hersteller sowie Verkäufer und Händler ihre Endkunden „umfangreich und vorbehaltlos auf verschiedenen Informationsebenen“ über die Gefahr informiert. So sei gewährleistet worden, „dass möglichst viele Endverbraucher diese Information auch erhalten.“

Rubriklistenbild: © KJPeters/Beautiful Sports/Imago

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