Handel in Rückstand

Debitkarte soll EC-Karte ablösen – mit gravierenden Problemen für Kunden

Kartenzahlung ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Deutschland schwört anders als andere Länder auf die Giro-Karte. Jedoch kommt nun ein Wandel.

Dortmund – Statt der Kredit- oder Debitkarte nutzen die Deutschen noch gerne die EC-Karte. Damit ist bald Schluss. Die sogenannte EC-Karte steht nach 50 Jahren vor dem Aus. Doch was sind die Konsequenzen? Und ist der Handel überhaupt darauf vorbereitet?

KarteGiro-Card
ErklärungRahmen der deutschen Kreditwirtschaft für die Debitzahlungs- und Geldautomatensysteme, Co-Badging mit Maestro oder VPay möglich
Anzahl in DeutschlandEtwa 100 Millionen

Oft wird die Debitkarte im Deutschen Einzelhandel nicht akzeptiert

Die Banken folgen der internationalen Entwicklung. Selbst die Giro-Nachfolgerin der EC-Karte wird immer öfter durch eine Debitkarte ersetzt. In den meisten Ländern ist das Nutzen von Kredit- oder Debitkarten ganz normal. Deutschland ist mit der flächendeckenden Nutzung von Girokarten eher ein Sonderfall. Es scheint also sinnvoll zu sein, dass auch Deutsche Banken mit dem Zeitgeist gehen und Debitkarten weiter verbreiten. Allerdings gibt es dabei ein Problem.

Wenn ein Kunde oder eine Kundin mit der Debitkarte zahlt, entstehen für viele Händler höhere Gebühren als bei Zahl-Vorgängen mit Giro-Card oder EC-Karte. Oft kann man im Handel also nur mit der Giro- oder EC-Karte bezahlen. Debitkarten werden von zahlreichen Händlern in Deutschland nicht akzeptiert.

Girokarten in Deutschland weiter hoch im Kurs: Debitkarte kostet hohe Gebühren

Laut WAZ wurden sogar 42,4 Prozent des Einzelhandelsumsatzes durch das Bezahlen mit Girokarte generiert. 38,5 Prozent machte das Bargeld aus. Die Zahlen zeigen, dass deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Girokarte setzen, wenn sie nicht gerade in Bar zahlen.

Andererseits ist es oft nicht möglich, die Girokarte im Ausland zu nutzen. Außerdem ist das Bezahlen im Internet damit schwierig. Diese und weitere Gründe bringen die Banken dazu, immer mehr auf Debitkarten zu setzen. Das größte Problem für Kundinnen und Kunden sei dabei allerdings, dass sich viele Händler erst anpassen müssen. Aber die hohen Gebühren halten sie davon womöglich noch lange ab.

Viele Händler in Deutschland akzeptieren noch keine Debitkarten und hinken zum Nachteil von Kunden hinterher.

Debitkarte statt EC-Karte: Tausende Händler akzeptieren die neue Karte nicht

Die Anzahl der Einzelhändler, die die Debitkarte noch nicht akzeptieren, sei laut WAZ sechsstellig. Da die Gebühr von 0,2 Prozent beim Zahlungsvorgang auf etwa 1 Prozent steigen kann, sobald es zur Abwicklung mit Debitkarte kommt. Der Einzelhandel hat momentan sowieso schon mit hohen Kosten zu kämpfen. Deshalb sei abzuwarten, wie sich die Möglichkeiten der Kartenzahlung in Deutschland entwickeln.

Manche Bankinstitute bieten Karten mit Doppelfunktion an. Diese können dann als Giro- und Debitkarte gleichzeitig dienen. Die Sparkasse plant zum Beispiel eine neue Funktion für die EC-Karte. Andere Banken fordern eine Entscheidung der Kundschaft zwischen den zwei Karten (weitere Service-Themen bei RUHR24).

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