Kaspersky-Software

Wegen Ukraine-Krieg: Bundesamt warnt vor russischer Virenschutz-Software

Millionen Menschen nutzen die Virenschutz-Software Kaspersky. Jetzt warnt eine deutsche Bundesbehörde vor dem Programm – wegen des Urkraine-Kriegs.

Dortmund – Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs machen vor Deutschland*, aber auch vor der Sicherheit im Internet, keinen Halt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt nun vor einer neuen Dimension der Gefahr durch russische Cyberangriffe – und rät Nutzern, ein alternatives Virenschutzprogramm zu verwenden, wie RUHR24* berichtet.

Russisches SoftwareunternehmenKaspersky Lab
ProdukteSicherheits- und Privatsphäre-Software für Privatanwender und Unternehmen
HauptsitzMoskau, Russland

Bundesamt warnt Kaspersky: Russischer Virenschutz möglicherweise nicht mehr sicher

Weltweit sollen eigenen Angaben zufolge rund 400 Millionen Nutzer Sicherheitssoftware des russischen Unternehmens Kaspersky nutzen. Am Dienstag (15. März) gab deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) jedoch eine Warnung heraus und empfiehlt, Virenschutzprogramme des Herstellers nicht mehr länger zu nutzen.

Nutzer sollten „Anwendungen aus dem Portfolio von Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen“, heißt es dazu in der Mitteilung. Doch was ist das Problem mit den Virenschutzprogrammen des russischen Softwareunternehmens?

Cyberangriff auf Deutschland? Nutzer sollten auf andere Virenschutz-Software umsteigen

Das BSI befürchtet, dass die Programme der russischen Software-Entwickler angesichts des Ukraine-Kriegs von Russland missbraucht werden könnten. Die Rede ist von Viren- und Hackerangriffen auf IT-Systeme.

Die Behörde mit Hauptsitz in Bonn begründet ihre Warnung auf den von „russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland“. Das Risiko eines IT-Angriffs sei erheblich, appelliert das Bundesamt weiterhin an die Nutzer (mehr News über Digitales* bei RUHR24)

Wie genau ein solcher Cyberangriff von russischer Seite aussehen könnte, ist aktuell noch nicht abzuschätzen. Das Bundesamt geht jedoch davon, dass sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Behörden, die die Software von Kaspersky nutzen, gefährdet seien.

Nutzer sollen Software für Virenschutz ändern – Bundesamt warnt vor Sicherheitslücken

Kaspersky ist bekannt für seine Programme, die den Kunden Sicherheit im Internet garantieren sollen. Dazu zählen Anti-Viren-Programme, aber auch Passwort-Manager und Programme wie Kindersicherungen für den Computer und ein VPN-Dienst. Nutzer sollten also unbedingt nachsehen, ob sie von der möglichen Sicherheitslücke betroffen* sind und gegebenenfalls ein neues Virenschutzprogramm installieren.

Ein Umstieg auf eine neue Software sei immer mit vorübergehenden „Komfort-, Funktions- und Sicherheitseinbußen verbunden“, so das BSI. Daher rät die Behörde, dass Nutzer die Situation individuell bewerten und dann abwägen sollten, was die für sie beste Lösung ist.

Die Zentrale des IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky in Moskau.

Als Alternative zu den russischen Schutzprogrammen gibt das Bundesamt zudem eine Liste mit zertifizierten IT-Sicherheitsdienstleistern heraus, auf die Kunden sich beziehen und um Rat fragen können. Darauf zu finden sind unter anderem die Deutsche Telekom Security GmbH, die HiSolutions AG oder die TÜV Informationstechnik GmbH

Bundesamt warnt vor Kaspersky-Programmen: Virenschutz nicht mehr vertrauenswürdig

Ein weiteres Problem mit dem russischen IT-Hersteller ist, dass das Bundesamt aktuell nicht einschätzen kann, ob Kaspersky selbst möglicherweise Cyberangriffe plant – oder ob das Unternehmen von russischen Machthabern gegen seinen Willen zu einer Attacke auf bestimmte Systeme gezwungen wird.

Das BSI befürchtet, dass Kaspersky auch ohne seine eigene Kenntnis ausspioniert und als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden könnte. Sobald die Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit eines Softwareherstellers ins Wanken gerät, bestünde laut der deutschen Behörde immer ein besonderes Risiko, dass Virensoftware und andere IT-Systeme nicht mehr sicher seien. Daher sollten Kunden und Nutzer nicht länger mehr auf die entsprechenden Programme vertrauen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

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