Krebserregend

Creme im Test 2021: Beliebte Marke Nivea fällt bei Experten durch

In seiner Oktober-Ausgabe hat Öko-Test Allzweckcremes getestet: Fünf bekannte Markenartikel enthalten Schadstoffe – darunter auch der Nivea-Klassiker in der blauen Dose.

Deutschland – Feuchtigkeit, Falten, sensible Haut: Für jeden Bedarf hält die Kosmetikindustrie das passende Produkt bereit. Viele Verbraucher greifen dennoch am liebsten einfach zur klassischen Basis-Creme. Denn solche Allzweckcremes sind praktisch – und eignen sich für die Hautpflege der ganzen Familie. Wie Öko-Test jetzt festgestellt hat, sind viele davon auch gut – einige enthalten allerdings Mineralöl und weitere kritische Stoffe.

Öko-TestVerbrauchermagazin
HauptsitzFrankfurt
Erstausgabe 1985

Cremes bei Öko-Test – so wurde geprüft

Für den Test der Basis-Cremes hat Öko-Test insgesamt 21 Produkte eingekauft, darunter vier Naturkosmetikprodukte. Die Preisspanne war dabei unglaublich groß: Sie lag zwischen 76 Cent und 23,97 Euro pro 200 ml.

Im Labor wurden die Cremes auf Problemstoffe hin untersucht. Dazu zählen beispielsweise allergieauslösende Duftstoffe, Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), halogenorganische Verbindungen, PEG/PEG-Derivate und weitere.

Cremes bei Öko-Test: Neutrogena, Nivea und Dove fallen durch

Insgesamt fällt der Creme-Test gar nicht schlecht aus: Dreizehn der geprüften Produkte erhalten sogar die Bestnote „Sehr gut“. Daneben vergibt Öko-Test jeweils einmal die Noten „Gut“, „Befriedigend“ sowie „Ausreichend“.

Allerdings fallen fünf Produkte auch komplett durch den Test – allesamt bekannte Marken. Das sind drei der großen Testverlierer:

  • Am schlechtesten schneidet Neutrogena ab: Produkt: Neutrogena Reichhaltige Feuchtigkeitscreme; Anbieter: Neutrogena; Preis pro 200 ml: 2,95 Euro; kritische Stoffe: PEG/PEG-Derivate, MOAH, Paraffine; Gesamturteil: ungenügend
  • Daneben enttäuscht auch der Creme-Klassiker schlechthin: Produkt: Nivea Creme (In der blauen Dose); Anbieter: Beiersdorf; Preis pro 200 ml: 2,92 Euro; kritische Stoffe: MOAH, Paraffine; bedenkliches Parfüm: Hydroxycitronellal, Cinnamylalkohol; Gesamturteil: mangelhaft
  • Ebenso nicht empfehlenswert: Produkt: Dove Reichhaltige Pflege Feuchtigkeitscreme; Anbieter: Unilever; Preis pro 200 ml: 2,47 Euro; kritische Stoffe: MOAH, Paraffine; Gesamturteil: mangelhaft
  • Die beiden anderen Testverlierer sowie alle Gewinner gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).
Steht bei Öko-Test in der Kritik: die blaue Dose von Nivea. 

Fünfmal durchgefallen: Kritische Stoffe in Cremes werden zum Problem

Bei sämtlichen der kritisierten Produkte sind bedenkliche Inhaltsstoffe das Problem. So finden die Tester wieder bei zahlreichen Marken PEG/PEG-Derivate. Diese können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Solche PEG/PEG-Derivate werden von Öko-Test beispielsweise auch bei Deos kritisiert.

Niveas Klassiker aus der blauen Dose enthält zudem zwei Duftstoffe, die Öko-Test aufgrund ihres allergenen Potenzials kritisiert: Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol.

Krebserregend, erbgutschädigend: Öko-Test kritisiert Mineralöl in Cremes

Besonders kritisch: Die fünf bemängelten Cremes enthalten aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Unter diesen Substanzen gibt es zahlreiche, die Krebs erregen oder das Erbgut schädigen können.

MOAH stammen laut Öko-Test aus den Paraffinen, die die Cremes enthalten. Sie seien ein Überbleibsel aus dem Erdöl, aus dem die Paraffine hergestellt wurden (weitere Testberichte auf RUHR24).

Natürliche statt erdölbasierte Fette – günstige Eigenmarken und Naturkosmetik liegen vorn

Statt solcher Fette, die aus Erdöl hergestellt werden, verwenden viele Hersteller mittlerweile natürliche Öle und Wachse wie Sonnenblumenöl, Bienenwachs oder Sheabutter. Sie gelten als weniger bedenklich und harmonieren auch besser mit der Beschaffenheit der Haut.

Hier liegen insbesondere die Naturkosmetik-Cremes vorn: Alle vier erhalten die Note „Sehr gut“. Außerdem zeigt der Test: Cremes müssen nicht teuer sein: Sieben der sehr guten konventionellen Basis-Cremes sind preiswerte Eigenmarken aus Drogerien, Supermärkten und Discountern. Sie sind für einen Euro pro 200 ml zu haben – oder sogar noch günstiger.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa, Öko-Test; Collage: RUHR24

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