B.1.1.529 breitet sich aus

Corona-Variante „Omicron“ ist in Europa: WHO nennt sie „besorgniserregend“

In Südafrika ist eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht und hat die Fallzahlen vor Ort stark ansteigen lassen. Jetzt hat sie Europa erreicht. Die WHO stuft sie als „besorgniserregend“ ein.

Update, Freitag (26. November), 19.15 Uhr: Das ging schnell: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 aus Südafrika als „besorgniserregend“ eingestuft. Das teilte die UN-Behörde laut der DPA am Freitag nach Beratungen mit Experten mit. Nach Angaben der WHO läuft die neue Corona-Variante unter dem Namen „Omicron“, dem 15. Buchstaben des griechischen Alphabets.

PandemieCoronavirus-Pandemie
ErregerSARS-CoV-2 (Coronavirus)
Erstmaliges Auftreten31. Dezember 2019
UrsprungVolksrepublik China

Neue Corona-Variante „Omicron“ (B.1.1.529) aus Südafrika hat Europa erreicht

Update, Freitag (26. November), 15.47 Uhr: Die neue „ernsthaft besorgniserregende“ Corona-Variante aus Südafrika ist erstmals in Europa nachgewiesen worden. Demnach habe sich ein Mann aus Belgien mit der neuen Corona-Mutante B.1.1.529 infiziert. Das verkündete der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke am Freitag (26. November).

Bei der infizierten Person handele es sich um einen Reisenden, der am 11. November aus Ägypten nach Belgien gekommen war, twitterte der Virologe Marc Van Ranst. Der Mann habe am Montag (22. November) erste Symptome gezeigt.

Wie gefährlich die neue Coronavirus-Variante mit der Bezeichnung B.1.1.529 tatsächlich ist, ist derzeit noch unklar. Aufgrund der vielen Mutationen am Spike-Protein sind Wissenschaftler jedoch in Sorge.

Neue Corona-Variante in Südafrika: Deutschland schränkt den Flugverkehr ein

Update, Freitag (26. November), 11.40 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) teilte am heutigen Freitag via Twitter mit, dass Deutschland aufgrund der neuen Virusvariante den Flugverkehr mit Südafrika einschränkt. Südafrika ist jetzt Virusvariantengebiet. Die neue Variante gilt als ansteckender als Delta.

Fluggesellschaften dürfen ab Samstag (27. November) nur noch Deutsche aus Südafrika befördern. Reisende aus dem Land müssen für zwei Monate in Quarantäne. Die EU erwägt zudem den Flugverkehr komplett einzustellen. Großbritannien hat schon den Flugverkehr eingestellt.

In Südafrika wurde eine neue Coronavirus-Variante nachgewiesen.

Neue Coronavirus-Variante in Südafrika entdeckt: B.1.1.529 weist viermal so viele Mutationen wie Delta auf

Erstmeldung, Donnerstag (25. November): Mitte des Jahres wähnte man sich bereits in Sicherheit: Die Corona-Zahlen sanken, die Impfquote stieg an. Die Corona-Pandemie schien besiegt. Dass das Coronavirus jedoch immer noch allgegenwärtig ist, zeigen nicht nur die aktuellen Fallzahlen in Deutschland, sondern auch ein Blick nach Südafrika. Dort wurde jetzt eine Virusvariante entdeckt, die sogar gefährlicher als Delta sein könnte.

Obwohl in Südafrika gerade der Sommer beginnt, sind in Johannesburg die Corona-Zahlen in letzter Zeit stark angestiegen. Schuld daran könnte eine neue Virusvariante des Coronavirus sein, wie Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. B.1.1.529., wie die Variante derzeit genannt wird, ist bislang in Südafrika, Botswana und Hongkong aufgetaucht und „weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf“, sagte der Virologe Tulio de Oliveira am Donnerstag (25. November) auf einer Pressekonferenz.

Die größte Problematik an der Virus-Neuentdeckung: Im Spike-Protein, also dem Teil des Virus, der sich an die menschlichen Wirtszellen andockt, sowie in dem Teil, der für die Wirkungsweisen der Impfstoffe maßgeblich ist, weist die neuartige Mutante ganze 32 Mutationen auf. Zum Vergleich: Die ansteckende Delta-Variante weist „nur“ acht Mutationen auf (mehr über das Coronavirus in NRW auf RUHR24 lesen).

Neue Corona-Mutante grassiert in Südafrika: Gesundheitsminister und Wissenschaftler in Sorge

Tatsächlich gibt es bereits tausende Virusvarianten des Coronavirus – die meisten von ihnen sind jedoch unproblematisch. Nur vier Varianten wurden bislang von der WHO als „besorgniserregend“ eingestuft, weil sie sich leichter verbreiten und ansteckender sind: Die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Variante. Besonders bitter: Auch die Beta-Mutante trat Anfang 2021 zum ersten Mal in Südafrika auf.

Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die neue Variante laut Spiegel bereits ebenfalls als „ernsthaft besorgniserregend“. Sie gebe in dem Land „Anlass zur Sorge“. In Gauteng, der Provinz, in der auch die Großstadt Johannesburg liegt, seien bereits rund hundert Infektionen mit der neuartigen Virusvariante nachgewiesen worden. Manche Wissenschaftler rechnen sogar damit, dass bereits 90 Prozent der neuen Fälle in der Provinz auf die Variante B.1.1.529 zurückgehen könnte.

Wie ansteckend B.1.1.529 wirklich ist und ob die bislang zugelassenen Impfstoffe gegen die Mutante wirksam sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Grundsätzlich muss die Anzahl der Mutationen zudem nicht unbedingt etwas darüber aussagen, wie gefährlich das Virus ist. Am Freitag (26. November) hat Südafrika eine Dringlichkeitssitzung in einer Arbeitsgruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beantragt, um über die neue Variante zu sprechen.

Rubriklistenbild: © Stefanie Loos/Afp, National Institutes of Health/National Institute Of Allergy And Infectious Diseases/Afp, Collage: RUHR24

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