Reaktion auf Covid-19-Pandemie

Coronavirus: Urlaub stornieren oder umbuchen - das passiert jetzt mit den geplanten Reisen

Das Coronavirus zwingt viele Menschen dazu, ihren Urlaub abzusagen. Einige müssen ihre Reisen stornieren. Diese Möglichkeiten haben Urlauber jetzt.

  • Viele Menschen sind verunsichert, ob sie wegen des Coronavirus noch in den Urlaub fahren können.
  • Das Auswärtige Amt rät von Reisen in einige Länder ab.
  • Pauschalreisende haben unter bestimmten Bedingungen gute Chancen, ihren Urlaub kostenfrei stornieren zu können.

Update, Mittwoch (18. März), 15.25 Uhr: Dortmund - Inzwischen hat das Auswärtige Amt eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen. Außerdem gibt es ein Rückholprogramm für alle gestrandeten Deutschen.

Die Bundesregierung will allen Deutschen, die im Ausland festsitzen, eine Rückkehr ermöglichen. Dafür stellt die Regierung bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Grund für diesen Schritt sind zahlreiche Verschärfungen von Ein- und Ausreisebestimmungen auf der ganzen Welt und die deutliche Reduzierung des Flugverkehrs aufgrund des Coronavirus.

Auswärtiges Amt informiert über weltweite Reisewarnung wegen Coronavirus

Auch in Europa ist die Möglichkeit zu Reisen stark eingeschränkt. An vielen Landesgrenzen finden wieder Grenzkontrollen statt, wobei Reisende ohne triftige Gründe zurückgewiesen werden können. Pendler und der Warenverkehr sind davon nicht betroffen.

Auf der Homepage des Auswärtigen Amts gibt es Informationen und Ratschläge zum weiteren Vorgehen. So wird geraten die Reisekrankenversicherung und die Reiserücktrittsversicherung zu überprüfen. 

Coronavirus: Pauschalreisen werden wahrscheinlich erstattet

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass gebuchte Pauschalreisen storniert werden können, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbaren Nähe unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände auftreten, "die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Zielort erheblich beeinträchtigen".

Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts könnte auf solch ungewöhnliche Umstände hinweisen, ist aber keine Garantie für eine Kostenrückerstattung. Dazu sollten Reisende sich unbedingt an den Reiseveranstalter wenden. 

Reisende sollten die Meldungen des Auswärtigen Amts im Blick behalten

Erstmeldung: Lange Zeit schien das Coronavirus noch weit weg zu sein - das Virus kursierte irgendwo in China. Generell gilt: Von nicht erforderlichen Reisen nach Italien wird derzeit dringend abgeraten (Stand: 14. März). Betroffene sollten die Meldungen des Auswärtigen Amtes im Blick behalten. 

 Bei einigen Bürgern ergibt sich nun deshalb die Frage, welche Auswirkungen das Virus auf ihren Urlaub hat. RUHR24.de* hat die drängendsten Fragen für Reisende zusammengestellt.

Urlaub stornieren wegen des Coronavirus?

Die Reise war schon längst gebucht, die Vorfreude auf den Urlaub in Italien war groß. Doch dann kam das Coronavirus, das in NRW sogar zu Ausgangssperren führen könnte, dazwischen. Was können Reisende machen, deren geplantes Urlaubsziel nun in einem Gebiet liegt, das vom Coronavirus betroffen ist? Viele Menschen fragen sich, ob aufgrund des neuartigen Erregers etwa ein Sonderrecht besteht, von der Reise zurückzutreten.

In bestimmten Fällen ist das tatsächlich auch der Fall. Menschen, die eine Pauschalreise gebucht haben, haben möglicherweise Glück im Unglück. Denn laut dem ADAC können sie ihren Urlaub kostenlos stornieren, wenn die Reise wegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände am Urlaubsort nicht durchgeführt werden kann. Eine Reisewarnung kann dafür ein Indiz sein, ist aber nicht zwingend notwendig. 

Coronavirus als Stornierungsgrund für die Pauschalreise

Ein solch außergewöhnlicher Grund könnte zum Beispiel ein Einreiseverbot aufgrund des Coronavirus sein. Aber auch, wenn Züge in einem Land nicht mehr fahren oder die Flüge in die betroffene Region gestrichen wurden, ist eine Stornierung möglich. Dies ist unter anderem bei Fluggesellschaften wie British Airways oder der Lufthansa Group der Fall. Beide haben vorerst bis zum 28. März alle Flüge nach China abgesagt.

Betroffene, die entweder einen Flug oder direkt eine komplette Pauschalreise in die entsprechenden Länder gebucht haben, haben also gute Chancen, das Geld zurückzubekommen oder ihre Reise umbuchen zu dürfen. Urlauber, deren geplantes Reiseziel in einem von dem Coronavirus betroffene n Gebiet liegt, sollten in jedem Fall Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter aufnehmen, um die Sachlage abzuklären. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch davor, Reisen voreilig abzusagen.

Über die dramatischen Auswirkungen des Coronavirus in NRW und den anderen Teilen von Deutschland zeigen einige TV-Sender live Sondersendungen und Specials, um die Zuschauer aktuell zu informieren.

Urlaub wegen Coronavirus absagen: Für folgende Länder gibt es eine Reisewarnung

Wer sich unsicher ist, ob sein Reiseziel in einer von dem Coronavirus betroffenen Region liegt, kann immer auf Reisehinweise des Auswärtigen Amts oder des Robert Koch-Instituts vertrauen. Aktuell warnt das Auswärtige Amt wegen des Coronavirus vor Reisen in folgende Länder:

  • Teilreisewarnung für China: Betroffen sind vor allem die Provinz Hubei und die Provinz Zhejiang. Generell rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen nach China ab.
  • Teilreisewarnungen liegen ebenfalls für den Irak, Japan, die Ukraine sowie für viele afrikanische Staaten vor.

Coronavirus: Vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt oder der Botschaft informieren

Da sich die Lage aufgrund des Coronavirus, das auch Gastronomen in Dortmund zu schaffen macht, aktuell sehr schnell ändern kann, sollten Menschen, die in nächster Zeit eine Reise planen, sich allgemein vor Reiseantritt auf der Seite des Auswärtigen Amtes informieren. Hier sind alle Länder zu finden, für die eine Reisewarnung vorliegt. 

Außerdem haben einige Länder Einreisesperren oder Sonderkontrollen für bestimmte Personengruppen oder Flüge aus betroffenen Regionen erlassen. Auch Reisende aus Deutschland sind teilweise davon betroffen. Hier empfiehlt das Auswärtige Amt sich vor Reiseantritt bei der Botschaft des jeweiligen Reiselandes in Deutschland zu informieren. Das dürfte auch interessant sein, wenn man den Urlaub kostenfrei stornieren will. 

Coronavirus in Italien: Das müssen Reisende jetzt wissen 

Italien ist derzeit das Land in Europa mit den meisten Coronavirus-Infizierten. Außerdem ist das stiefelförmige Land ein äußerst beliebtes Reiseziel. Urlauber, die aktuell eine Reise nach Italien geplant haben oder ihre Osterferien dort verbringen wollen, sind wegen des Coronavirus derzeit besonders verunsichert. Generell gilt: Für Italien gibt es keine Reisewarnung, allerdings sollten Betroffenen die Meldungen des Auswärtigen Amtes über das Coronavirus (alle Infos hier im Live-Ticker) im Blick behalten.

Pauschalreisen in die vom Coronavirus betroffenen Regionen Italiens sind oftmals ohne Probleme kostenlos stornierbar. Anders sieht es aber bei Reisen in andere Urlaubsziele Italiens aus. Hier könnte eine Stornierung schwierig werden. Und auch Individualreisende haben schlechte Karten. Reisende, die ihren Urlaub auf eigene Faust geplant haben, können allenfalls Einzelleistungen umsonst stornieren - aber nur, wenn diese in einer Sperrzone liegen oder vom Flug- oder Bahnverkehr nicht mehr angesteuert werden.

Ist es möglich, aus Angst vor dem Coronavirus den Urlaub abzusagen?

Absagen ja, aber dann bleibt man auf den Kosten sitzen. Wer aus Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus nicht in Urlaub fahren oder seine Reise abbrechen möchte, muss selbst in die Tasche greifen. Außerdem können Hotels, Reiseveranstalter oder Airlines bei der Absage durch den Reisenden sogar Stornokosten verlangen. 

Auch eine Reiserücktrittversicherung greift in solchen Fällen nicht. Die Versicherungen springen nur dann ein, wenn man selbst oder ein Angehöriger erkrankt ist. Allerdings zeigen sich einige Anbieter von Flug- oder Urlaubsreisen kulant. DieLufthansa bietet nach eigenen Angaben kostenfreie Umbuchungen bis einschließlich 2. März für Flüge nach Bologna, Mailand, Turin, Venedig und Verona an. 

Und auch die Deutsche Bahn bereitet sich auf das Coronavirus vor, von dem die Bewohner von Big Brother 2020 erst live im TV auf Sat.1 erfahren, und zeigt sich gnädig. Reisende können ihre Zugtickets in vielen Fällen kostenfrei zurückgeben und den Preis erstatten lassen. Dies gilt vor allem bei Zugreisen in Corona-Gebiete in Italien, Absagen von Veranstaltungen wegen des Virus oder falls das Hotel am Zielort unter Quarantäne steht.

Wohin kann ich trotz des Coronavirus noch in Urlaub?

Viele Urlauber sind nun verunsichert: Können sie dieses Jahr überhaupt verreisen oder empfiehlt es sich wegen des Coronavirus lieber zu Hause zu bleiben? Und wenn doch eine Chance auf ein paar freie Tage besteht, wo kann man die überhaupt verbringen?

Prinzipiell können noch alle Länder bereist werden, für die keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes oder des Robert Koch-Instituts (RKI) vorliegt. So rät das RKI ausdrücklich nur von Urlaub in China, im Iran, in Italien und in Südkorea ab. Auch müssen sich Urlauber auf außergewöhnliche Bedingungen an Flughäfen oder Bahnhöfen einstellen. Hier finden unter anderem erhöhte Überwachungsmaßnahmen bezüglich des Coronavirus statt. Gegebenenfalls müssen Reisende damit rechnen, dass eine Quarantäne während ihrer Reise verhängt wird.

Flughafenpersonal misst bei einer aus Mailand kommenden Passagierin am Flughafen Debrecen in Ungarn die Temperatur.

Was passiert, wenn man im Urlaub wegen des Coronavirus feststeckt?

Was passiert, wenn die Quarantäne des Urlaubs verhängt wird und der Reisende dann beispielsweise im Hotel festsitzt? So erging es rund 1.000 Gästen eines Hotels in Teneriffa - sie konnten wegen des Coronavirus nicht pünktlich aus dem Urlaub zu ihrem Arbeitsplatz zurückkehren. 

Grundsätzlich gilt in einem solchen Fall, dass Mitarbeiter ein Anrecht auf eine Entschädigung haben. Allerdings ist der Arbeitgeber nur dazu verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine Entschädigung von maximal sechs Wochen Lohnfortzahlung im Falle einer Isolation durch das Coronavirus auszuzahlen. libe, mai

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Rubriklistenbild: © Fotos: Philipp Herder/dpa, Alessandra Tarantino/AP/dpa; Collage: RUHR247

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