Preise für Flüge nach der Krise

Urlaub 2020: Reisen als Luxusgut - deswegen könnte wegen des Coronavirus alles noch teurer werden 

Wer schon einen Urlaub gebucht hat, kann diesen wegen des Coronavirus derzeit nicht antreten. Es kommt aber noch dicker, wenn Reisen wieder möglich sind. 

  • Viele Reiseanbieter stehen wegen des Coronavirus vor einer wirtschaftlichen Krise.
  • Wann Reisen und Urlaube wieder wie gewohnt stattfinden können, ist unklar.
  • Dann könnte es allerdings zu massiven Preisanstiegen kommen.

NRW - Der Sommerurlaub fällt in diesem Jahr ziemlich sicher für die meisten flach. Wer schon einen Urlaub gebucht hat, kann diesen aufgrund des Coronavirus* und damit verbundenen Reisewarnungen voraussichtlich nicht wahrnehmen. Die Kunden wollen ihr Geld zurück und viele Reiseanbieter haben finanzielle Schwierigkeiten. Diese Problematik wird sich aber wahrscheinlich nicht irgendwann einfach in Luft auflösen, sondern Auswirkungen auf zukünftige Reisekosten haben, wie RUHR24.de* berichtet.

Coronavirus: Urlaub könnte zukünftig auf Kosten der Reisenden noch teuer werden

Für einen möglichen Anstieg der Reisekosten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es gleich mehrere Gründe. Vor allem aber werden Fluggesellschaften künftig selbst höhere Kosten haben, um den erlittenen, finanziellen Schaden kompensieren zu können.

Alexandre de Juniac, Generaldirektor und Hauptgeschäftsführer des internationalen Luftverkehrsverbandes (IATA), befürchtet außerdem strikte Regeln der Regierungen für Fluggesellschaften, die das Reisen zukünftig anders aussehen lassen, als bisher gewohnt. De Juniac geht davon aus, dass es für die finanzielle Lage der Fluggesellschaft, und damit wahrscheinlich auch für die Reisekosten der Verbraucher und Reisenden, eine Möglichkeit der Rettung gäbe.

Coronavirus: Sicherheitsabstand im Flugzeug führt zu weniger verfügbaren Plätzen

Gegenüber The Independent erklärte de Juniac: "Wenn die Zivilluftfahrt und die Gesundheitsbehörden eine Entdichtung verlangen, dann durch das Weglassen eines Sitzes in jeder Reihe zwischen den beiden Sitzreihen von Kurzstreckenflugzeugen. Das ist eine komplette Verschiebung des Geschäftsmodells der Fluggesellschaften, die Kurzstreckenflugzeuge betreiben."

Der Sommerurlaub steht bei vielen wegen des Coronavirus auf der Kippe. Reisen könnte außerdem noch teurer werden. 

Wenn wegen des Coronavirus auch in Flugzeugen ein Sicherheitsabstand zwischen Reisenden bewahrt werden soll, führen weniger Plätze möglicherweise zu einer höheren Begehrlichkeit, aber unterm Strich immer noch zu weniger Einnahmen für die Fluggesellschaft. Ein Flugticket könnte deswegen weitaus teurer werden.

Sicherheitsabstand in Zeiten des Coronavirus stellt Fluggesellschaft vor Herausforderung

Damit Passagiere in Flugzeugen in Zeiten des Coronavirus während der Reise den nötigen Abstand zueinander einhalten können, müsste beispielsweise ein Flug, der normale 189 Passagiere umfasst, auf 126 Personen begrenzt werden. Die mittleren Sitze im Flugzeug würden damit leer bleiben, wie Merkur berichtet.

Wenn der gängige Sicherheitsabstand in Flugzeugen umgesetzt würde, müssten die Passagierzahlen also um rund ein Drittel gesenkt werden. Laut The Independent und Merkur hätte das zur Folge, dass die Preise für die Flugtickets wiederum um 50 Prozent steigen, um die Kosten für die Fluggesellschaften auszugleichen. Die genaue Erhöhung hinge aber von Angebot und Nachfrage ab. Aber trotz Mindestabstand ist da ja immer noch die vermeintliche Keimschleuder Klimaanlage im Flugzeug. Aber die Fluggesellschaften beteuern, dass das Vorurteil nicht stimmt und keine Gefahr von den Anlagen ausgeht.

Verluste von Fluggesellschaften sind wegen des Coronavirus möglicherweise schon zu enorm

Außerdem könnten die Verluste in Zusammenhang mit dem Coronavirus* in diesem Jahr bereits zu hoch sein, als dass Reisen auch zukünftig möglichst günstig angeboten werden könnte, wie der Spiegel berichtet. Aktuell ist aber ohnehin unklar wie der Sommerurlaub oder die nächste Reise per Flugzeug überhaupt aussehen soll.

Wem Fliegen zu teuer ist, der kann bald Urlaub in den Niederlanden* machen. Die Regierung hat angekündigt, ab dem 1. Juli wieder Touristen begrüßen zu wollen. Aber auch Deutschland hat schöne Reiseziele zu bieten. Auch Urlaub an der Nordsee oder Ostsee ist möglich.

Allerdings gibt es beim Urlaub in Deutschland bei den Unterkünften wie Hotel, Ferienwohnung oder Jugendherberge wegen des Coronavirus einige wichtige Regeln zu beachten. Auch möglich ist leine Reise der auf vier Rädern nach Südeuropa. Der ADAC hat daher in einem Test den Camping-Urlaub in Italien unter die Lupe genommen.

Reisegesellschaften bieten bei ausgefallenen Flügen gehäuft Gutscheine an, um den Verlust minimal zu halten, Verbraucher* sind aber nicht gezwungen, sie anzunehmen. Einige Reisen sind trotzdem möglich. So können Dauercamper beispielsweise im Freien verbleiben*. Außerdem gibt es bereits Pläne, Campingplätze nach dem 3. Mai auch für Touristen wiederzueröffnen. So habe der Campingplatz Hohensyburg bei Dortmund beispielsweise Lösungen ausgearbeitet, wie man die Coronavirus-Hygienemaßnahmen auf dem Campingplatz einhalten könnte.

lez
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Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/Marijan Muratdpa; Collage: RUHR24

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