Geld von Flugtickets zurück

Urlaub während der Coronavirus-Pandemie: Was ihr tun könnt, wenn die Kosten vom Flug nicht erstattet werden

Zurzeit fallen im Zusammenhang mit dem Coronavirus viele Urlaube und Flüge aus. Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, gibt es einige Tipps.

  • In Zusammenhang mit dem Coronavirus müssen derzeit viele Reisen und Flüge abgesagt werden.
  • Viele Reiseanbieter lassen sich mit der Rückerstattung der Kosten allerdings Zeit.
  • Um doch noch an sein Geld zu kommen, sollte man schnellstmöglich tätig werden.

NRW - Wer in nächster Zeit bereits Urlaub oder einen Flug gebucht hat, ärgert sich gerade wahrscheinlich doppelt und dreifach. Denn aufgrund des Coronavirus sind Reisen bis auf unbestimmte Zeit nicht möglich. Dazu kommt, dass sich viele Reiseanbieter jetzt Zeit bei den Rückerstattungen lassen. Wer sein Geld wieder haben will, sollte besser selbst tätig werden.

Urlaub 2020: Geld vom Flug trotz Coronavirus zurückbekommen

Wenn eine Fluglinie den Flug absagt, hat man grundsätzlich Anspruch auf eine Erstattung der Kosten, falls man die Reise nicht doch noch zu einem späteren Zeitpunkt antreten möchte. In diesem Fall könnte der Kunde sich auf für eine Gutschrift beziehungsweise eine Beförderung durch die Fluggesellschaft zu einem anderen Zeitpunkt entscheiden.

Im Falle einer Rückzahlung ist festgelegt, dass diese bei individuell geplanten Flugreisen innerhalb von sieben Tagen erfolgen muss, wie die Verbraucherzentrale mitteilt. Allerdings kommt es im Zusammenhang mit dem Coronavirus genau dabei zurzeit zu Verzögerungen. Viele Fluggesellschaften wollen ihren Kunden lieber einen Gutschein anbieten.

Coronavirus: Kosten von Flügen müssen innerhalb von sieben Tagen rückerstattet werden

Die Frist der sieben Tage beginnt zu dem Zeitpunkt, in dem die Zahlungsaufforderung des Kunden bei der Fluggesellschaft eingeht. Eine Rückerstattung in Form eines Gutscheins ist nur zulässig, wenn der Fluggast hierzu sein schriftliches Einverständnis abgegeben hat.

Wer in Zeiten des Coronavirus schon eine Reise gebucht hatte, bleibt vielleicht nicht nur auf gepackten Koffern, sondern auch auf den Kosten sitzen. 

"Dass gerade jetzt manche Fluggäste auf die Rückzahlung warten müssen, wirkt so, als würden die Anbieter auf Zeit spielen", so die Verbraucherzentrale. Viele Fluganbieter würden hoffen, dass die für die Reise- und Eventbranche angestrebte Gutscheinlösung in Zusammenhang mit dem Coronavirus bald gesetzlich in Kraft tritt.

Kein Flug in den Urlaub: Verbraucherzentrale lehnt Gutscheinlösung während des Coronavirus ab

Die Bundesregierung hat nämlich angekündigt, dass sie die EU-Kommission auffordern will, die Preiserstattung in Form eines Gutscheins zu erlauben. Hierzu müssten einschlägige und derzeit geltende Regelungen der EU geändert werden. Eine Entscheidung der Kommission steht noch aus.

Organisationen und Vereine wie die Verbraucherzentrale lehnen diese Gutscheinlösung, die in Zusammenhang mit dem Coronavirus und wirtschaftlichen Einbusen diskutiert wird, allerdings ab. Stattdessen sollen Kunden das Geld anhand eines Briefes zurückfordern. Dafür stellt die Verbraucherzentrale einen Musterbrief auf ihrer Homepage zur Verfügung.

Coronavirus: Bei abgesagten Flug gibt es Auswahlmöglichkeiten zur Rückerstattung

Grundlegend gibt es zwei Möglichkeiten mit abgesagten Flugreisen in Zeiten der Coronavirus-Pandemie umzugehen. Wer das Geld nicht dringend braucht und die Reise gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt antreten möchte, kann den Gutschein natürlich akzeptieren. Das Risiko ist allerdings eine Insolvenz des Anbieters oder der Fluggesellschaft - möglicherweise sogar wegen des Coronavirus. In diesem Fall würde das Geld dann wahrscheinlich verloren gehen.

Wer alternativ das Geld zurückfordern möchte, sollte sich am besten direkt an die Fluggesellschaft richten und auf die Rückerstattung des Flugpreises bestehen. Dabei sollte man die gesetzliche Frist von sieben Tagen setzen. Wenn der Anbieter darauf nicht reagiert oder nur einen Gutschein anbietet, bleibt der Rechtsweg. Auch hier bleibt ein Risiko: Sollte die Gutscheinlösung in Kraft treten, könnte man auf den entstandenen Kosten sitzen bleiben.

Urlaub 2020: Diese Alternativen gibt es während des Coronavirus auch ohne Flug

Die Reise findet nicht statt, aber die Urlaubstage sind trotzdem längst bei Arbeitgeber angemeldet? Innerhalb von Deutschland ist das Reisen in Zusammenhang mit dem Coronavirus derzeit noch nicht so stark eingeschränkt, wie Urlaube im Ausland. Für Dauercamper beispielsweise gibt es derzeit Sonderregelungen.

Es gibt aber auch bereits Pläne, Campingplätze nach dem 3. Mai auch für Touristen wiederzueröffnen. So habe der Campingplatz Hohensyburg bei Dortmund beispielsweise Lösungen ausgearbeitet, wie man die Coronavirus-Hygienemaßnahmen auf dem Campingplatz einhalten könnte.

Urlaub 2020: Reisen könnten wegen der Corona-Krise deutlich teurer werden

Durch den finanziellen Verlust vieler Fluggesellschaften bedingt durch die Corona-Krise könnte Urlaub nach der Pandemie deutlich teurer werden.

Grund dafür ist auch, dass Fluggesellschaften künftig strenger auf Hygienevorschriften achten müssen. Bedeutet, dass deutlich weniger Menschen in Flugzeuge, dessen Klimaanlagen übrigens keine Keimschleudern sind, gelassen werden dürfen. Heißt, das Geld muss über höhere Preise anderweitig wieder reinkommen.

Immerhin: Nach NRW, wo Ferienwohnungen und -häuser inzwischen wieder öffnen dürfen, muss man nicht fliegen. 

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