Immer zwei Masken dabei haben

Mundschutz beim Sport: So sinnvoll ist die Maske beim Joggen oder im Fitnessstudio wirklich

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Kann es gefährlich sein, einen Mundschutz beim Sport zu tragen?

Sportler im Fitnessstudio oder draußen beim Joggen tragen immer öfter eine Maske. Aber ist es überhaupt sinnvoll beim Sport einen Mundschutz zu tragen?

  • In Nordrhein-Westfalen herrscht derzeit in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr die Maskenpflicht.
  • Aber auch immer mehr Sportler sind mit Mundschutz unterwegs.
  • Wie sinnvoll ist es, beim Training eine Maske zu tragen und worauf muss geachtet werden?

Dortmund - Das Coronavirus* und die damit einhergehenden Lockdown-Maßnahmen haben uns in die eigenen vier Wände gezwungen. Während wir also im Homeoffice gehockt und die Fitnessstudios geschlossen haben, hat sich bei manchem vielleicht das ein oder andere extra Kilo angesammelt. Doch jetzt wurde vieles gelockert und wir wollen sporteln - aber sollte dabei eine Maske getragen werden? RUHR24.de* geht der Sache auf den Grund.

Sport mit Maske: Immer mehr Sportler greifen zum Mundschutz

Wenn sich die Coronavirus-Maßnahmen negativ auf der Waage äußern*, ist es Zeit für Sport! Also Laufschuhe unterm Bett hervorkramen, Fitnesstracker umschnallen und - einen Mundschutz aufziehen? 

Immer häufiger sieht man Sportler, die sich draußen an der frischen Luft körperlich betätigen und eine Maske tragen. Der Grundgedanke ist wichtig und richtig: "Ich möchte niemanden gefährden." Doch kann ein Mundschutz beim Sport überhaupt schützen oder kann er gar gefährlich werden?

Immer mehr Sportler greifen zu Maske.

Maske beim Sport: Derzeit nicht verpflichtend

Das wichtigste vorneweg: Beim Sport, egal ob draußen oder im Fitnessstudio, herrscht derzeit keine Maskenpflicht. Zwar empfehlen einige Fitnessstudios aus Rücksicht auf andere eine Maske zu tragen, aber das ist nicht verpflichtend. 

Und dennoch hat man sogar schon vor der Coronavirus-Krise* immer wieder Menschen in den Studios gesehen, die eine Maske getragen haben. Das allerdings nicht, um sich oder andere Menschen vor Viren zu schützen, sondern um ein optimales Trainings-Ergebnis zu erzielen. 

Trainingsmasken erzielen kein besseres Traingsergebnis

Diese Trainingsmasken sollen ein Höhentraining imitieren, welches von vielen professionellen Ausdauersportlern genutzt wird, um den Transport von Sauerstoff zu verbessern. Doch inzwischen sprechen sich viele Experten gegen diesen Effekt aus.

Auch einige Studien widerlegen den Trainingseffekt mit einer Maske. Das bestätigt auch Stefan-Martin Brand, Direktor des Instituts für Sportmedizin am Universitätsklinikum Münster, gegenüber dem Magazin Öko-Test: "Das funktioniert nicht!"

Maske im Fitnessstudio: Nicht die schlechteste Idee

Aber dennoch: Es ist nicht verkehrt, im Fitnessstudio eine Maske zu tragen - nicht für den Trainingserfolg, sondern zum Schutz. Denn oft ist es - besonders in kleineren Studios - schwierig, auf den nötigen Mindestabstand zu achten. Und was ohnehin selbstverständlich sein sollte, jetzt aber umso wichtiger ist: Die Geräte müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden.

Und auch für einige Jogger an der frischen Luft gehört der Mundschutz derzeit zum festen Bestandteil des Sport-Outfits. Das muss aber nicht sein. Statt zur Maske sollten Sportler besser zu einer Jogging-Route greifen, die nicht von anderen Joggern überrannt wird. 

Maske im Fitnessstudio und beim Sport: Immer einen zweiten Mundschutz dabei haben

Wer dennoch nicht auf den Mundschutz verzichten will, sollte immer eine zweite Maske parat haben. Denn gerade bei sportlicher Betätigung durchfeuchtet der Mund-Nasen-Schutz schneller und wird so zu einem idealen Nährboden für Viren und Bakterien. Ist die Maske nass, sollte sie unbedingt gewechselt werden (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*). 

Damit die Maske beim Sport überhaupt sinnvoll ist und ihren Zweck erfüllen kann, muss sie außerdem richtig sitzen und darf laut Öko-Test nicht rutschen. Wer sich ständig ins Gesicht fassen muss, um die Maske zu richten, läuft Gefahr, dabei Keime zu übertragen.

Video: Diese Regeln gelten in Fitnessstudios 

Wirklich gefährlich ist es nicht, eine Maske beim Training zu tragen. Auch die Angst, nicht ausreichend Sauerstoff zu bekommen, ist bei gesunden Menschen unbegründet. Das kann auch Stefan-Martin Brand gegenüber Öko-Test bestätigen. Zwar könne es sich subjektiv so anfühlen, dass man schlechter Luft bekommt, aber weniger Sauerstoff würde nicht ankommen.

Generell wird sich ein Training mit Maske, egal ob draußen oder im Fitnessstudio, wahrscheinlich ungewohnt und vielleicht auch anstrengender anfühlen. Wichtig ist es, auf seinen eigenen Körper zu hören und eventuell mehr Pausen einzulegen. mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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