Corona-Pandemie

Coronavirus im Sommer: Welchen Effekt Hitze, Luftfeuchtigkeit und Klimaanlagen auf Covid-19 haben

Der Sommer ist da, die Hitze ist groß, die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren. Welchen Einfluss haben die Faktoren auf die Ausbreitung des Coronavirus?

  • Dass das Coronavirus keine Hitze mag, stellte sich als Wunschdenken heraus.
  • Allerdings spielt die Luftfeuchtigkeit eine Rolle für die Ausbreitung des Coronavirus – nicht nur im Sommer.
  • Vorsicht ist auch Klimaanlagen geboten, jedoch nicht bei allen Geräten. 

Nordrhein-Westfalen – Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie hieß es, der Erreger überlebe nicht bei Hitze. Die Hoffnung, dass die Krise im Sommer vorbei sein könnte, war groß. Die Annahme hat sich jedoch nicht bestätigt. 

Steigende Temperaturen haben vermutlich keinen Einfluss auf die Verbreitung des Virus. Andere Faktoren, die im Sommer eine Rolle spielen, dagegen schon (alle Service-Artikel bei RUHR24.de).

Wetter-Form:

Hitze

Eigenschaften:

Hohe Temperaturen, unbehinderte Sonneneinstrahlung, schwacher Wind, hohe Luftfeuchtigkeit

Ab wann:

30 Grad

Auswirkungen von Hitze:

Gesundheitsprobleme, Landwirtschaft, Tiere

Besonders durch Hitze betroffen:

Alte Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke

Coronavirus im Sommer: Auswirkungen von Hitze 

Die meisten Viren mögen keine Hitze. Diese Eigenschaft hatte man auch auf das Coronavirus abgeleitet. Zuletzt hatten Forscher am Umweltinstitut der Universität Princeton in den USA jedoch erneut den Einfluss von Außentemperaturen auf die Verbreitung des Virus untersucht. 

Sie fanden heraus, dass das Klima nur geringe Auswirkungen auf den Umfang der Corona-Pandemie hat. Ihre Ergebnisse hatten sie in einer Studie veröffentlicht. Seitdem weiß man: Die sommerliche Hitze ist kein ausreichender Faktor, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Auch die UV-Strahlen der Sonne haben keine Bedeutung für Corona, wie die Experten feststellten.

Hitze hat keinen Einfluss auf das Coronavirus – wie steht es um die Luftfeuchtigkeit?

Wenn die Hitze wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Ausbreitung des Coronavirus hat, wie steht es dann um die Luftfeuchtigkeit? Denn die macht vielen gerade im Sommer ebenfalls zu schaffen.

Ob die Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielt, dazu wird derzeit noch geforscht. Erste Analysen liefern allerdings bereits Hinweise. So deuten die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse darauf hin, dass sich das Coronavirus (alle Infos über NRW im Live-Ticker) besser bei trockener Luft verbreitet. 

Ein Forscherteam der TU Berlin will herausgefunden haben, dass eine geringe Luftfeuchtigkeit und niedrige Temperaturen eine lange Überlebenszeit der Viren in der Luft ermöglichen. Gerade im Sommer, wenn die Luftfeuchtigkeit an manchen Tagen besonders hoch ist, dürfte es das Virus schwer haben, sich zu vermehren.

Coronavirus im Sommer: Der Erreger bevorzugt trockene Luft

Das sind zunächst gute Nachrichten für den Corona-Sommer 2020. Sollte sich diese Annahme aber tatsächlich bestätigen, heißt das für den kommenden Herbst und Winter nichts Gutes. 

Denn dann werden die Heizungen wieder aufgedreht und die Luft in den Räumen wird wieder trockener. Bei der Ausbreitung des Coronavirus könnte das dann problematisch werden, insbesondere wenn sich viele Menschen in einem Raum aufhalten. 

Experten empfehlen, um neben den üblichen Maßnahmen wie Schutzmasken und Abstandsregeln, das Ansteckungsrisiko auch bei geringer Luftfeuchtigkeit zu minimieren, folgendes: 

  • Lüften, lüften, lüften. Wer permanent für frische Luft in den Räumen sorgt, verringert die Infektionsgefahr.
  • Luftfeuchtigkeit anpassen: Im Idealfall sollte der Wert bei 50 Prozent liegen, damit der Erreger sich nicht rasant ausbreiten kann. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem Thermo-Hygrometer messen. 
Mit einem Thermo-Hygrometer kann man die Luftfeuchtigkeit im Raum messen - und die sollte wegen des Coronavirus nicht zu niedrig sein. 

Coronavirus bei Hitze: Welche Rolle spielen Klimaanlagen?

Ein wichtiges Credo für die Hitze-Welle ist also: möglichst viel frische Luft – auch in Innenräumen. Was ist aber in Gebäuden, wie zum Beispiel in klimatisierten Büros oder gekühlten Restaurants, wo die Klimaanlage im Sommer auf Hochtouren läuft?

Zu Beginn der Corona-Pandemie ging man davon aus, dass Klimaanlagen zur gefährlichen Virenschleuder werden können. Inzwischen weiß man, da muss man unterscheiden. Ob eine Klimaanlage die Verbreitung des Coronavirus begünstigt oder nicht, hängt von der Art des Gerätes ab. Auch der Mundschutz kann bei der Hitze zur Last werden. Einige Tipps können aber helfen.

Sommer und Coronavirus: Ventilatoren sind weniger zu empfehlen

Klimaanlagen im Auto:

Frischluftzufuhr ist besser als Klimaanlage. Wer diese bei der Hitze dennoch anmacht, sollte diese auf "Frischluftzufuhr" und nicht auf "Innenraumzirkulation" einstellen.

Klimageräte, bei denen es sich um sogenannte Umluftgeräte handelt, sollte mit Vorsicht behandelt werden. In solchen Fällen zirkuliert die Luft im Raum nur und wird von den Anlagen gekühlt. Solange nur eine Person im Raum ist, dürfte das kein Problem sein. 

Halten sich aber mehrere Menschen im Büro auf, allerdings schon. Denn dann steigt das Infektionsrisiko, aufgrund der Ausbreitung besonders feiner Tröpfchen aus der Atemluft, der sogenannten Aerosole. 

Gleiches trifft auf Ventilatoren zu. Die wirbeln die Luft im Raum nur um, sorgen aber nicht für frische Luft. Sie sollten, wenn dann, nur in Zusammenhang mit geöffneten Fenstern aufgestellt und auf niedriger Stufe eingestellt werden (mehr Infos über das Coronavirus auf RUHR24.de)

Coronavirus im Sommer: Nicht alle Klimaanlagen sind bedenklich

Aber es gibt Entwarnung: In Deutschland sind in großen Gebäuden, wie Büros oder Restaurants, Klimaanlagen ohne Frischluftzufuhr verboten. Und nach aktuellem Wissensstand soll bei Klimageräten mit Frischluftzufuhr die Gefahr relativ gering sein, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. 

Denn solche Klimaanlagen sorgen kontinuierlich für frische Luft und wirken dem Effekt entgegen, dass sich verbrauchte Luft, die Viren enthalten könnte, anreichen kann. 

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