Covid-19

Freibad-Saison 2020: Das sagen Experten über eine möglichen Corona-Ansteckung im Wasser

Die Maßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie werden gelockert. Nun sind auch die Freibäder offen. Experten haben das Risiko einer Ansteckung eingeschätzt.

  • Lange Zeit waren die Freibäder in ganz Deutschland geschlossen.
  • Schuld war das Coronavirus
  • Experten erklären nun, wie groß die Gefahr einer Ansteckung im W asser ist.

NRW - Seit Mittwoch (20. Mai) dürfen die Freibäder in Nordrhein-Westfalen wieder öffnen. Für viele Kinder und Jugendliche ein Grund zur Freude. Doch aufgrund des Coronavirus sind einige Eltern noch immer in Sorge. Sie fürchten eine Ansteckung im Wasser. Aber ist diese Sorge wirklich gerechtfertigt? 

Coronavirus: Betreiber sorgen für eine gute Wasserqualität in Freibädern

"Nein", sagt Dr. Alexander Kämpfe, der als Fachgebietsleiter für Schwimm- und Badebeckenwasser und chemische Analytik beim Umweltbundesamt arbeitet. "Betreiber von Schwimmbädern müssen eine gute Badewasserqualität garantieren – auch ohne die aktuelle Pandemie".

Im Infektionsschutzgesetz sei dies vorgeschrieben. Dort heißt es konkret, dass Schwimm- und Badebecken die Gesundheit der Besucher nicht durch Krankheitserreger gefährden dürfen. 

Freibäder: Coronavirus wird durch Chlor abgetötet

Wie das Online-Portal Quarks.de berichtet, tragen die Betreiber der Bäder dafür Sorge. Sie befreien das Badewasser in mehreren Schritten von Viren und Bakterien, aber auch von Blättern und Pollen im Außenbereich sowie generell von Haaren, Hautschuppen, Sonnencreme und vom Schweiß der Badegäste.

Im ersten Schritt wird das Wasser in eine Filteranlage geleitet. Dort wird bereits ein Großteil der Viren und Bakterien herausgefiltert. Anschließend desinfizieren chemische Mittel, in der Regel Chlor, das Wasser. Dadurch werden die restlichen Erreger abgetötet. 

Studie aus Italien bestätigt: Coronavirus hat im Badewasser keine Chance

Ein Studie aus Italien belegt, dass Chlor auch das Coronavirus (alle Infos im NRW-Live-Ticker) zuverlässig deaktiviert. Im dritten Schritt wird das so aufbereitete Wasser zusammen mit 30 Litern Frischwasser pro Badegast zurück in den Pool geleitet. Für Schwimmbecken im eigenen Garten gilt das jedoch nicht automatisch.

Experten haben das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus in deutschen Freibädern bewertet. 

Durch künstliche Strömungen wird das Wasser im ganzen Becken verteilt, sodass sich Krankheitserreger nicht unbemerkt in einem Bereich sammeln können.

Coronavirus: Freibäder und Gesundheitsamt kontrollieren Wasserqualität mehrfach

Um absolute Gewissheit zu haben, dass das Badewasser "sauber" ist, kontrolliert das Personal die Wasserqualität mehrmals am Tag. Dazu werden Proben an unterschiedlichen Stellen des Beckens genommen, um zu prüfen, ob der richtige Chlorgehalt im Wasser ist.

In einigen Bädern übernimmt diese Kontrolle eine Messanlage, welche die Chlorzufuhr automatisch regelt. Zusätzlich entnimmt auch noch das lokale Gesundheitsamt unabhängige Proben.

Coronavirus: Umweltbundesamt stuft Ansteckungsrisiko im Freibad als gering ein

Aufgrund dieser mehrschichtigen Maßnahmen und Kontrollen hat das Umweltbundesamt in einer aktuellen Stellungnahme erklärt, dass "die Wahrscheinlichkeit, sich durch das Badewasser mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken äußerst gering" sei. Deshalb steht der Freibadsaison 2020 nun nichts mehr im Wege. Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln darf man ab heute (20.Juni) auch in Dortmund wieder ins Freibad.

Studien aus den USA und aus Spanien kommen zum selben Ergebnis. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werden kann.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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