Das Virus bei werdenden Eltern

Coronavirus und Schwangerschaft: Kann SARS-CoV-2 für Schwangere zur Gefahr werden? Erste Erkenntnisse

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Werdende Eltern in Sorge: Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf die Schwangerschaft und Neugeborene?

Schwangere machen sich Sorgen, ob das Coronavirus sich auf die Schwangerschaft und das Baby auswirkt. Experten empfehlen deshalb gewisse Vorsichtsmaßnahmen.

  • Schwangere zeigen sich zunehmend besorgt, ob das Coronavirus Einfluss auf die Schwangerschaft haben könnte.
  • Die wissenschaftliche Datenlage ist diesbezüglich noch sehr gering.
  • Experten haben jedoch eine klare Botschaft an die werdenden Eltern.

Dortmund - Das Coronavirus ist neu. Das medizinische Wissen steht diesbezüglich noch ganz am Anfang, was viele Menschen beunruhigt. Auch Schwangere sind von der Unsicherheit betroffen und fragen sich, wie gefährlich das neuartige Virus für ihr Baby sein kann.

Neue Situation für Mütter: Schwangerschaft und Coronavirus

Die Sorge ist verständlich, denn eine Schwangerschaft ist ohnehin meist schon eine sehr emotionale und körperliche Ausnahmesituation - auch ohne Covid-19

Dass es bislang kaum Studien über den Zusammenhang einer Schwangerschaft und dem Coronavirus gibt, macht die Situation nicht besser. Doch nun melden sich erste Experten zu Wort - und senden ein beruhigendes Signal.

Experten geben Entwarnung für Schwangere wegen des Coronavirus

Auch wenn es bisher nur wenige Studien gibt, in denen Schwangere hinsichtlich des Coronavirus untersucht wurden, besteht laut dem Robert-Koch-Institut keine besondere Gefahr für die werdenden Mütter.

Das bestätigt auch Dr. Thomas Schwenzer, Direktor der Frauenklinik in Dortmund: "Es ist wahrscheinlich, dass das Coronavirus nicht über den Mutterkuchen auf das ungeborene Kind übertragen werden kann." Er rät daher zu Besonnenheit in dieser Situation. Auch Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund, kann schwangeren Frauen die Sorge vor dem Coronavirus nehmen.

Was passiert, wenn Schwangere mit dem Coronavirus infiziert sind?

Was aber, wenn die Mutter bereits mit dem Coronavirus, das in NRW sogar zu Ausgangssperren führen könnte, infiziert ist? Hat der Erreger eine besondere Auswirkung auf den Verlauf der Schwangerschaft?

Auch hier beruhigende Worte vonseiten der Experten: "Es gibt keine Daten, dass Schwangere, die an dem Virus erkranken, schwerer betroffen sind als Nicht-Schwangere", so Dr. Thomas Schwenzer.

Diese Information wird auch vonseiten des Robert Koch-Instituts bestätigt, das sich wiederum auf eine Studie der WHO bezieht

Nach der Schwangerschaft: Hat das Coronavirus eine Auswirkung auf das neugeborene Kind?

Wie sich allerdings das Coronavirus auf das neugeborene Kind auswirkt, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen. 

Bei Kindern und auch Babys scheinen die Verläufe des Erregers eher mild und unspezifisch zu sein, so das Robert Koch-Institut. Allerdings liegen auch hier noch keine Informationen zu möglichen Langzeitfolgen vor.

Coronavirus und Stillen nach der Schwangerschaft

Frischgebackene Eltern, die möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sind, sollten dennoch aufpassen: Es ist durchaus möglich, dass das Baby über den engen Kontakt mit der Mutter oder eine Tröpfcheninfektion mit dem neuartigen Erreger SARS-CoV-2 angesteckt wird.

Ein Hinweis, dass das Virus in der Muttermilch nachgewiesen und dann auch übertragen werden kann, gibt es bislang noch nicht. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) mit. Sie raten daher, das Baby weiterhin zu stillen

Und ganz im Gegenteil: Das Stillen kann sogar die Immunfähigkeit des Kindes stärken. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle, die stillen, sollten aber weiterhin alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen beachten, wie zum Beispiel:

In Quarantäne wegen Corona: Das müssen Schwangere wissen

Doch nicht nur nach der Geburt treten viele Fragen auf, wie man sich und das neugeborene Kind vor dem Coronavirus schützen kann, sondern eben auch während der Schwangerschaft. Wie sollen sich schwangere Frauen beispielsweise verhalten, die sich in häuslicher Quarantäne aufhalten?

Die DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) rät dazu, sich in jedem Fall an die Quarantänemaßnahmen zu halten und auch alle vorgeburtlichen Termine zu verschieben. 

Mehr Zeit in den eigenen vier Wänden kann während der Corona-Krise auch positive Nebeneffekte mit sich ziehen. Besonders die Nachbarschaftshilfe blüht derzeit auf. 

Coronavirus: Schwangere sollen telefonischen Anweisungen folgen

Sollte dies allerdings nicht möglich sein, sollten die schwangeren Frauen mit der Hebamme und dem Arzt zunächst telefonisch in Kontakt treten. Gemeinsam werden dann die erforderlichen Vorkehrungen wegen des Coronavirus getroffen und eingeleitet. Außerdem können die Ärzte am Telefon darüber beraten, ob Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol bei einer Corona-Infektion angebracht sind. 

Das rät auch Dr. Thomas Schwenzer vom Klinikum Dortmund und mahnt zur Nachsicht: "Kommen Sie nicht direkt zu uns, sondern befolgen sie die telefonischen Anweisungen." Nur so könne langfristig ein stabiles Gesundheitssystem garantiert werden.

Schwangerschaft und Coronavirus: Kliniken ergreifen Maßnahmen bei Geburten

Um das sicherzustellen, ergreifen auchKliniken undGeburtsstationen entsprechendeVorsichtsmaßnahmen. In einigen Fällen dürfen die werdenden Väter die Frauen nicht mehr bei derGeburt begleiten. 

In anderen Krankenhäusern ist der Vater zwar noch willkommen, aber Besuche größerer Gruppen oder dem Rest der Familie sind untersagt. Keine schöne Vorstellung für die neuen Eltern

Fazit: Vorsicht ja, aber keine Panik bei Schwangerschaft und Coronavirus

Auch wenn die Datenlage über den Zusammenhang zwischen dem Coronavirus, einer Schwangerschaft oder der Geburt noch vergleichsweise gering ist, sollten Schwangere oder Eltern nicht in Panik verfallen.

International gab es bislang (Stand: 17. März) erst 20 Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit dem Virus infiziert haben. In keinem Fall war das Baby mit dem Erreger infiziert oder es konnten keine Auffälligkeiten bei Mutter und Kind beobachtet werden. 

Schwangere sollten weiterhin auf eine ausgewogene Hygiene achten und bei Unsicherheiten Rücksprache mit dem behandelten Frauenarzt halten.