Elterngeld trotz Corona?

Elterngeld: Bundesfamilienministerium beschließt einige Änderungen aufgrund des Coronavirus

Aufgrund des Coronavirus bangen viele Eltern um die Fortzahlung des Elterngeldes. Das Bundesfamilienministerium hat nun einige Änderungen angekündigt.

  • In der Coronavirus-Krise müssen einige ihre Elternzeit unterbrechen und wieder in ihren Job einsteigen.
  • Viele fragen sich deshalb, ob der Anspruch auf das Elterngeld bestehen bleibt.
  • Das Bundesfamilienministerium hat jetzt Änderungen in Bezug auf das Elterngeld angekündigt.

Dortmund / NRW - In kaum einer Branche werden aufgrund des Coronavirus derzeit mehr helfende Hände gebraucht als in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit. Beispielsweise Pfleger, Ärzte und weiteres medizinisches Personal, dass sich derzeit eigentlich in Elternzeit befindet, werden daher häufig wieder in den Dienst gebeten. Das Bundesfamilienministerium hat nun bekannt gegeben, wie mit solchen und anderen Sonderfällen während des Coronavirus umgegangen werden soll.

Elterngeld: Was hat die Coronavirus-Krise damit zu tun?

Die Maßnahmen zur Eindämmung einer Epidemie durch das Coronavirus haben nämlich auch zur Folge, dass eine wachsende Zahl von Eltern die Voraussetzungen für einen Bezug von Elterngeld nicht mehr erfüllen können. Zum einen werden Eltern aus bestimmten Berufsgruppen dringend wieder an ihrem Arbeitsplatz benötigt, zum anderen sind viele von Kurzarbeit, Freistellungen oder gar Kündigungen betroffen und geraten in wirtschaftliche Notlagen.

Hinzukommt, dass werdende Eltern sich jetzt schon um ihr angefordertes Elterngeld sorgen: Durch Kurzarbeit im Zusammenhang mit dem Coronavirus könnte der Betrag, der ihnen nach der Geburt zusteht, neu berechnet werden. Viele befürchten starke, finanzielle Nachteile.

Coronavirus: Familienministerium beschließt Änderungen bezüglich Elterngeld 

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) hat kurzfristige Anpassungen vorgeschlagen, auf die sich nun auch die Parteien im Bundestag geeinigt haben. Folgendes wird während der Coronavirus-Krise gesetzlich geändert, wie das Bundesfamilienministerium mitteilt:

  • Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, können ihre Elterngeldmonate aufschieben.
  • Außerdem sollen Eltern den Partnerschaftsbonus nicht verlieren, wenn sie aufgrund des Coronavirus derzeit mehr oder weniger arbeiten als geplant.
  •  Zudem sollen Eltern und werdende Eltern, die aktuell Einkommensverluste haben, keinen Nachteil beim Elterngeld haben. Das heißt, dass Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I das Elterngeld nicht schmälern und auch bei der späteren Berechnung des späteren Elterngeldes nicht mit einfließen.

Neue Regelungen soll Eltern während des Coronavirus Sorgen und Ängste nehmen

Die neuen Regelungen soll Eltern und werdenden Eltern Sorgen und Ängste nehmen. Vor allem Situationen, in denen Eltern aufgrund des Coronavirus nicht alle Voraussetzungen für den Bezug des Elterngeldes erfüllen können, werden dabei berücksichtigt. "Deutschlands bekannteste und beliebteste Familienleistung ist auch in Corona-Zeiten krisenfest", so Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey.

Doch nicht nur Sorgen um das Elterngeld belasten Berufstätige mit Kindern. Seit dem 18. März sind aufgrund des Coronavirus auch Schulen in NRW geschlossen und viele Kinder standen von heute auf morgen ohne Betreuung da.

Das Elterngeld außerhalb der Corona-Krise: Unterstützung nach der Geburt

Unabhängig vom Coronavirus unterstützt das Elterngeld Eltern nach der Geburt eines Kindes. Das Erwerbseinkommen des Elternteils, das sich um die Betreuung des Kindes kümmert, wird dabei ersetzt. Wenn die Betreuung aufgeteilt wird, haben beide Eltern einen Anspruch auf 14 Monate Elterngeld.

Die Höhe des Elterngeldes errechnet sich aus dem Durchschnitt des Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes und ersetzt das bisherige Nettoeinkommen des Elternteils zu mindestens 65 Prozent. Nach Angaben des Bunds beziehen rund 1,8 Millionen Elternteile jährlich Elterngeld.

Rubriklistenbild: © Mascha Brichta / Jörg Carstensen / dpa; Collage: RUHR24

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