Kommentar

Coronavirus: Wer keinen Mundschutz trägt, ist asozial - eine Pflicht muss bundesweit dringend her

Obwohl es trotz Coronavirus nicht überall in Deutschland eine Mundschutzpflicht gibt, sollte man eine Maske tragen. Alles andere wäre asozial. Ein Kommentar.

  • Ganz Deutschland debattiert derzeit über Sinn und Unsinn eines Mundschutzes.
  • Um das Coronavirus zu stoppen, habe einige Städte und Bundesländer eine Pflicht eingeführt.
  • RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi meint, wer keinen Mundschutz trägt, ist asozial - es muss eine Pflicht her.

Dortmund - Er wiegt ein paar Gramm, ist in Windeseile umgeschnallt und inzwischen bei fast jedem Schneider für kleines Geld zu haben: Mundschutz aus Baumwolle. 

In den schönsten Farben gibt es die Masken in NRW mittlerweile an jeder Ecke zu kaufen. Privat haben die Menschen begonnen, sich mit schönen Stoffen einzudecken und Mundschutze selbst zu nähen und an Familie und Freunde weiterzugeben. Ein Blick in entsprechende Instagram-Kanäle genügt. Doch eine Maskenpflicht gibt es (noch) nicht überall in Deutschland - trotz Coronavirus.

Coronavirus: Städte in NRW flehen Landesregierung an, Mundschutzpflicht einzuführen

Es ist ein Skandal, dass Städte wie Bochum oder Dortmund (hier geht es zum Coronavirus-Live-Ticker für NRW) die schwarz-gelbe Landesregierung um Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erst dafür anbetteln mussten, dass eine generelle Maskenpflicht ab dem 27. April eingeführt wird. Zwischenzeitlich war die Situation in NRW so absurd, dass einzelne Städte - etwa Münster - ihr eigenes Ding machten und eine Pflicht zum Tragen der Masken in Bussen, Bahnen und Supermärkten einführten.

Ich gebe zu: Auch ich war beim Thema Mundschutzpflicht lange Zeit skeptisch. Würden die Leute verstehen, dass trotz Maske alle weiteren Regeln (etwa die 1,5 Meter Abstand) weiterhin wichtig sind?

Beim ersten Tragen eines Mundschutzes in einem Supermarkt kam ich mir schon seltsam vor. War das schon Panikmache, wo es doch keine Pflicht zum Tragen gibt, sondern nur eine "dringende Empfehlung? Zumal andere Kunden noch locker flockig ohne den Schutz einkaufen gehen. 

Beim zweiten Nachdenken bin ich zum Entschluss gekommen: Wer keinen Mundschutz in Supermärkten, Bussen, Bahnen und Behörden trägt, der verhält sich asozial. Auch, wenn es noch keine bundesweite Pflicht gibt.

In Geschäften sowie in Bussen und Bahnen sollte Mundschutz getragen werden, findet RUHR24-Redakteur Daniele Giustolisi.

Denn damit signalisiert man doch: Ihr anderen seid mir egal. Denn die Baumwollmasken sind eben nicht dazu da, sich selbst zu schützen, sondern andere zu schützen. Trägt jeder einen Mundschutz, ist auch jeder ein Stück sicherer vor dem Coronavirus.

Mundschutz tragen in NRW: In Coronavirus-Zeiten bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone

Niemand bricht sich einen Zacken aus der Krone, wenn er zum Einkauf oder in der Bahn den Mundschutz umschnallt. An der frischen Luft ist der Mundschutz ja dann auch nicht mehr nötig - Abstand aber schon. Vor allem würden sich dann diejenigen nicht seltsam fühlen, die Maske tragen, während es andere nicht tun. Niemand wäre stigmatisiert. Es wäre ja nur für einen begrenzten Zeitraum, bis eine Impfung gefunden ist. Was wäre die Alternative?

Unterdessen finde ich auch die Befürchtung unberechtigt, würde eine generelle Mundschutzpflicht eingeführt, könnten Ottonormalverbraucher medizinischem Personal die Masken wegkaufen. Denn wie etwa in Baden-Württemberg könnte man ja erlauben, neben Mundschutzen aus Stoff - sogenannte Alltagsmasken (hier gibt es eine Anleitung dazu) - auch Schals oder Tücher zu nutzen. Sowas hat doch wirklich jeder im Haus.

Coronavirus in NRW: Medizinische Mundschutze nur für entsprechendes Personal vorhalten

Gleichzeitig könnte man dringlichst an die Bevölkerung appellieren, medizinische Mundschutze nicht zu kaufen, wenn man nicht in entsprechenden Berufen tätig ist. Wer diese Arten von Masken nachweislich an nichtmedizischenes Personal verkauft, sollte bestraft werden.

Unter Umständen könnte eine generelle und bundesweite Maskenpflicht in geschlossenen Räumen zur Rückkehr zu so etwas wie "Normalität" werden. Und wer weiß: Vielleicht wäre dann ja auch das ein oder andere totgeglaubte Volksfest ja doch noch möglich?

Dieser Kommentar entspricht der Ansicht des Autors und muss nicht zwingend die Meinung der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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