Oft falscher Gebrauch

Experten über Coronavirus: Wie lange schützt eine normale Maske?

Wie lange schützt eine normale Maske vor dem Coronavirus? Und wann sollte man den Mundschutz besser wechseln? Experten klären jetzt auf.

  • Die Maskenpflicht wegen des Coronavirus bleibt ein heiß diskutiertes Thema.
  • Wie lange schützt die gewöhnliche Alltagsmaske vor einer Ansteckung?
  • Ein Wechsel wird nach jeder einzelnen Nutzung empfohlen, ist aber nicht zwingend notwendig.

Dortmund – Die Maske ist das Symbol der Coronavirus-Pandemie (alle Entwicklungen in NRW im Ticker). Das Stück Stoff, welches im ÖPNV und dem Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen seit Ende April qua Verordnung zu tragen ist, ist längst zu einem Politikum geworden. Gegner zweifeln die Wirksamkeit an und fühlen sich in ihrer persönlichen Freiheit gravierend angegriffen. Wie gut schützt die Alltagsmaske tatsächlich vor dem Coronavirus – und wie lange?

Coronavirus: Maske schützt vor Tröpfchen, nicht vor Aerosolen

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erklärt, dass die Alltagsmaske keine nachgewiesene Schutzwirkung gegen das Coronavirus besitzt, wohl aber die Gefahr einer Übertragung zumindest ein Stück weit verringert. Sie dient als Barriere für die Tröpfchen, die der Maskenträger beispielsweise beim Sprechen auswirft.

Die Meinung vertritt auch der renommierte Virologe Christian Drosten (48) von der Berliner Charité im ersten NDR-Podcast nach der Sommerpause. Gleichwohl bezeichnet er das Tragen von Masken als wirksame Maßnahme gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus als "komplexes Thema".

Maske gegen das Coronavirus: Christian Drosten wählt Vergleich mit Mundgeruch

Tröpfchen, die bei der "feuchten Aussprache" entstehen, würden durch Alltagsmasken abgefangen. Anders verhalte es sich mit den Aerosolen. Die Tröpfchen seien so fein, "dass sie sich nicht in dem Stoff einer schlecht sitzenden Maske verfangen". Das ist besonders deshalb problematisch, weil Aerosole im gesellschaftlichen Umgang als der Hauptübertragungsweg des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) gelten.

Christian Drosten wirbt dennoch für das Tragen der Maske im Alltag. Als Beispiel wählt er den Mundgeruch. "Dieser Mundgeruch, das sind Aerosole." Wenn zwei Kollegen sich ohne Maske treffen, merke der andere den Mundgeruch, mit Maske aber nicht. "Dieses nicht mehr bemerken, das können wir auch damit übersetzen: Da kann ich mich nicht mehr so schnell infizieren."

Wirbt weiterhin für das Tragen der Maske im Alltag: Virologe Christian Drosten

Die Maske bleibt also ein wirksames Mittel gegen das Coronavirus. Allerdings setzt das den richtigen Gebrauch voraus. "Die Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden", heißt es vom BfArM (alle Service-Artikel auf RUHR24).

Coronavirus: Wie lange eine Maske schützt, hängt von der körperlichen Aktivität ab

Ein derart häufiges Waschen und Wechseln der Alltagsmaske ist allerdings nicht wirklich praxistauglich. Viele tragen ihre Maske weitaus öfter, ohne sie jedes Mal zu reinigen. Schützt die Maske dann nicht mehr vor dem Coronavirus?

Erstmal sei das kein Problem, sagt der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg. Laut dem Experten kann die Alltagsmaske in einem gewissen Zeitfenster durchaus beliebig oft getragen werden. Entscheidend sei hierbei vor allem die körperliche Aktivität des Trägers.

Dem pflichten auch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik bei, welches die Tragedauer von Schutzmasken untersuchte. Wenn die Maske feucht wird, muss sie runter.

Coronavirus: Maske sollte gewechselt werden, wenn sie zu feucht wird

Während das Bayrische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege spätestens nach drei bis vier Stunden das Abnehmen und Auswechseln der Maske empfiehlt, hält das Fraunhofer-Institut spätestens bei einer kompletten Durchfeuchtung den Wechsel für notwendig.

Denn dann bestehe "die Gefahr einer Infektionsbrücke zwischen tragender Person und der Umgebung". Was heißt das? Beim Husten oder Niesen könnten dann Tröpfchen von der Außenfläche der durchfeuchteten Maske in die Umgebung geschleudert werden – und andere möglicherweise mit dem Erreger SARS-CoV-2 anstecken. Mit dpa- und AFP-Material

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