Lebensmittel-Vorräte auf Twitter

Leergefegte Supermärkte? Hamsterkäufe aufgrund des Coronavirus

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Aufgrund des Coronavirus decken sich viele Menschen in Deutschland mit Lebensmitteln ein. Auch in Dortmund (Bild) sind viele Regale wie leergeräumt.

Hamsterkäufe in Zeiten des Coronavirus: Bilder zeigen leergefegte Regale im Supermarkt. Die Fotos haben sich via Twitter verbreitet. 

  • Das Coronavirus breitet sich in Deutschland aus - die meisten Fälle gibt es in NRW.
  • Menschen fangen an, sich mit Lebensmittel-Vorräten und Hamsterkäufen darauf vorzubereiten.
  • Auf Twitter teilen User ihre Fotos aus ganz Deutschland.

Dortmund - Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Im Kreis Heinsberg in NRW, in dem es aktuell die meisten Infektionen gibt, stehen 1000 Menschen (Stand 28. Februar) unter häuslicher Quarantäne. Das tägliche Leben ist dort für viele äußerst eingeschränkt. Vor allem Besorgungen können diese Menschen nur unter Mühe tätigen. Um sich auf derartige Situationen vorzubereiten, machen Bürger im ganzen Land nun Hamsterkäufe.

Coronavirus in Deutschland: Lebensmittel-Vorräte und Hamsterkäufe sind beliebt

Vor allem Fertigprodukte oder Lebensmittel wie Nudeln oder Konserven, die länger halten, werden momentan gerne gekauft. Doch wie sinnvoll ist das überhaupt? Welche Lebensmittel-Vorräte eignen sich für einen Notfall am besten?

Die Bundesregierung empfiehlt für eine optimale Versorgung im Notfall zunächst einen Vorrat von zehn Tagen. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass ausreichend Flüssigkeit gebunkert wird. Der Grund: Ein Mensch kann rund drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur maximal vier Tage ohne Flüssigkeit. Besonders gut sind Getränke wie Wasser oder Fruchtsäfte. Natürlich kann man aber auch auf Leitungswasser setzen, das in Deutschland einwandfrei ist und streng kontrolliert wird.

Coronavirus in Deutschland: Diese Lebensmittel eignen sich für Hamsterkäufe

In Sachen Lebensmitteln eignen sich am besten Produkte, die die Kalorien- und Nährstoffzufuhr über mehrere Tage decken. Dazu gehören Getreideprodukte, Obst und Gemüse, Nüsse, Milch und Milchprodukte, Fleisch, Eier und Fette sowie Öle. Je nach Belieben können aber auch Fertigprodukte oder Süßigkeiten gebunkert werden. Spezielle Diäten wie Vegetarismus oder Unverträglichkeiten sind in den Empfehlungen nicht berücksichtigt.

Genauso wie Lebensmittel, die man gerne isst. Die Bundesregierung empfiehlt in Notsituationen keine Experimente zu machen. Es sollten nur Nahrungsmittel gekauft werden, die ohnehin verzehrt werden würden. Außerdem sei es wichtig, auch an Spezialnahrung für Babys, Diabetiker oder Allergiker zu denken. Auch wer Haustiere hat, sollte das bei seinen Hamsterkäufen berücksichtigen. 

Coronavirus in Deutschland: Twitter zeigt Hamsterkäufe im ganzen Land

Wie die Situation derzeit in Deutschland aussieht, zeigen etliche Beiträge auf Twitter. User posten Bilder von Hamsterkäufen aus dem ganzen Land. Unterdessen machen sich andere über die Panikkäufe lustig.

Vor allem in Erkelenz in der Nähe vom Kreis Heinsberg (NRW), rüsten sich die Menschen mit Lebensmittel-Vorräten. Zu Versorgungsengpässen würde es trotzdem nicht kommen, berichtet die Rheinische Post Online. Die Supermärkte hätten keine Probleme, ihre Regale wieder aufzufüllen.

Besonders beliebt sind Tiefkühlpizzen, Toastbrot und Nudeln. Besonders ausgewogen ist das nicht. Sieht aus wie der Einkauf einer Studenten-WG... 

In diesem Supermarkt waren anscheinend alle Lebensmittel irgendwie beliebt. Wirkt, als hätten die Kunden einfach alles eingekauft, was sie gerne essen. Genauso wie in diesem Geschäft, wo es keine Konserven mehr gibt:

Coronavirus in Deutschland: Nicht nur Lebensmittel für Hamsterkäufe

Auch im Saarland, wo es bisher weder Verdachtsfälle noch bestätigte Infektionen gibt, bunkern die Menschen Lebensmittel. Begehrt sind dort Maggi, Würstchen und Dosenravioli. Was für eine wilde Mischung!

Folgendes Foto stammt aus einer nicht näher beschriebenen Wohnung. Den Dosen nach zu urteilen, könnte sie sich aber gut in Deutschland befinden. Besonders schlau: Der User hat neben Dosenfutter auch an Toilettenpapier, Seife und Wasser gedacht. Da kann nichts schiefgehen, sollte das Coronavirus bald überall ausbrechen. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Hamsterkäufen sei dennoch mal dahingestellt. Es stellt sich viel eher die Frage, warum wir in Zeiten des Coronavirus gerade so viel Toilettenpapier bunkern und nicht etwa Zahnpasta oder ähnliches. 

Coronavirus in Deutschland: leere Regale bei Aldi Süd

In einer Filiale von Aldi Süd war am Donnerstag (27. Februar) kaum noch was da. Kunden haben vor allem Toastbrot, Pizzen und Toilettenpapier mitgenommen. Vor allem Letzteres schien äußerst beliebt zu sein - die entsprechenden Regale waren wie leergefegt. Und auch die Nachfrage nach Klopapier-Alternativen wie Feuchttücher und Küchenrolle steigt stetig an - das hat jedoch dramatische Folgen für die Klärwerke.

Auch bei Aldi Nord in Berlin bot sich den Kunden am Donnerstag eine ähnliche Situation. Ganze Regale waren dort leergekauft. Vor allem das Nudel- und Reissortiment war beliebt, wie dieser Tweet zeigt:

Coronavirus in Deutschland: Bier-Vorräte für den Notfall

Auch wenn die Bundesregierung für den Notfall empfiehlt, Getränke wie Mineralwasser oder Fruchtsäfte zu bunkern, scheint ein Mann eine ganz andere Priorität zu haben: Bier. In einem Getränkemarkt in einer nicht näher beschriebenen Stadt hat er gleich mehrere Kästen Bier gekauft. Prost!

Ob sich dieser Kunde wirklich für das Coronavirus, von dem ein Unternehmen aus NRW profitiert, wappnet oder ob demnächst eine größere Party bevorsteht, kann man auf den ersten Blick allerdings nicht erkennen. Was es auch ist... wir hoffen, dass er auch noch was anderes trinkt.

Coronavirus in Deutschland: Desinfektionsmittel in vielen Läden ausverkauft

Nicht nur Lebensmittel-Vorräte sind aktuell beliebt, sondern auch Hamsterkäufe mit Desinfektionsmittel. In einem Drogeriemarkt in Berlin war schon am Mittwoch (26. Februar) nichts mehr zu bekommen:

Gleiches gilt offenbar für Apotheken. Vor allem Kunden, die das Mittel für andere Sachen benötigen, ärgern sich über den Ausverkauf:

Im Internet wird Desinfektionsmittel derweil zu teils horrenden Preisen angeboten. Auf Amazon sind viele Produkte bereits ausverkauft. Manche Händler, die Amazon als Handelsplattform nutzen, verkaufen das Mittel für unverschämte Preise. Achtung Abzocke!

Auch bei Ebay Kleinanzeigen fangen Leute an, Desinfektionsmittel für den Privatverkauf anzubieten. In der Nacht auf Freitag (28. Februar) sind teils im Minutentakt neue Angebote mit dem Mittel eingestellt worden. Die Preise waren im Vergleich zu denen auf Amazon noch relativ niedrig. Sie lagen bei etwa zehn Euro. Sollte sich das Coronavirus weiter ausbreiten, ist aber davon auszugehen, dass die Preise steigen könnten.

Ab dem 9. März gibt es bei Aldi trotz des Coronavirus wieder Desinfektionsmittel zu kaufen. Dies liegt an einer lange geplanten Angebotswoche. 

Coronavirus in Europa - Hamsterkäufe in Italien und Österreich

Nicht nur in Deutschland, wo Ende Januar erste Fälle vom Coronavirus aufgetreten waren, gibt es Hamsterkäufe. Auch in Österreich und Italien legen die Menschen Lebensmittel-Vorräte an, um für den Notfall gewappnet zu sein. Zu Erinnerung: In Italien, vor allem in Norditalien, war die Zahl der Infizierten in der vergangenen Woche sprunghaft angestiegen. Binnen kürzester Zeit entstanden in den am stärksten betroffenen Regionen Geisterstädte.

Dieses Bild stammt aus einer Filiale des österreichischen Einzelhändlers Billa. Aufgenommen wurde das Foto bereits am Dienstag (25. Februar). Erst zwei Tage zuvor war der Zugverkehr zwischen Österreich und Italien kurzzeitig eingestellt worden, nachdem in einem Zug aus Norditalien ein möglicher Verdachtsfall gesessen hatte. Dieser wurde im Nachhinein als negativ auf das Coronavirus getestet. Ähnliche Fälle gab es auch in der Folgezeit immer wieder. Falls ihr demnächst verreisen wollt, gibt es einige Dinge, die ihr in Zeiten der Coronavirus-Epidemie als Reisende beachten solltet.

Tipp für die Quarantäne: Netflix, Amazon Prime & Co.

Solltet ihr tatsächlich in Quarantäne stecken, gut mit Lebensmitteln versorgt sein - oder mit Lebensmitteln beliefert worden sein, denn das Coronavirus wird nicht über Pakte überragen - , aber trotzdem die schlimmste Langeweile überhaupt haben - dann empfehlen wir euch Filme und Serien auf Netflix und Amazon. Doch nicht irgendwelche Streifen - nein, es müssen schon ganz bestimmte sein.

In Zeiten vom Coronavirus eignen sich für die häusliche Quarantäne besonders gut sogenannte Endzeit-Filme oder Dystopien. Und damit ihr nicht lange suchen müsst, haben wir für euch die passenden Filme und Serien für die Coronavirus-Quarantäne zusammengestellt. Allerdings müsst ihr zumindest bei Netflix auf die gewohnte Bildqualität verzichten, aufgrund der Corona-Krise, hat der Streaming-Gigant die Qualität gedrosselt.

Damit reagiert Netflix-Chef Reed Hastings auf eine Bitte der EU. Die Sorge bestand, dass aufgrund der vermehrten Internet-Aktivitäten der Bevölkerung das Internet in die Knie gezwungen wird.

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