Warnung vor unbedachten Öffnungen

Indische Corona-Mutation: Lauterbach alarmiert – „mit steigenden Fallzahlen zu rechnen“

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken, Neuinfektionen gibt es aber weiterhin. Besonders die verschiedenen Mutanten bereiten vielen Virologen Sorgen.

NRW – Nicht nur in ihren Ursprungsländern, sondern auch in Europa verbreiten sich die Varianten des Coronavirus. SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) gibt nun auf Twitter eine Einschätzung zur indischen Variante, wie ansteckend und gefährlich sie wahrscheinlich ist.

KrankheitCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
Häufige SymptomeHusten, Schnupfen, Fieber, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona: Lauterbach klärt über indische Mutation und Impfungen auf – so gefährlich ist die neue Variante

In vielen Städten in NRW ist die Aufhebung der Ausgangssperre in Sicht. Viele haben die Hoffnung auf einen halbwegs normalen Sommerurlaub, weswegen es aktuell auch einen enormen Ansturm auf deutsche Camping-Plätze gibt. Auch mehrere europäische Länder wie Italien und Österreich lockern langsam ihre Maßnahmen und hoffen auf Touristen im Sommer.

Doch in der gesamten EU sind immer mehr Corona-Infizierte von der indischen Mutante B1.617.2 betroffen. Mitte April wurden die ersten Fälle in Europa und Ende April dann auch in NRW registriert.

Schon damals schrieb Karl Lauterbach auf Twitter, dass die neue Variante des Coronavirus „besorgniserregend“ sei. Nun gibt er eine erste Einschätzung zu B1.617.2. Wie gefährlich und ansteckend ist die Virus-Mutation tatsächlich?

Lauterbach zu indischer Mutation: Ansteckungsrate sei viel höher als bei ursprünglichem Coronavirus

Laut dem Gesundheitsexperten soll sich langsam herauskristallisieren, wie es um die indische Mutation stehe: „Die Ansteckungsrate im Vergleich zu B.1.1.7 (Anmerkung der Redaktion: B.1.1.7 ist die britische Mutation) scheint mindestens 50 Prozent höher zu liegen“, heißt in dem Tweet vom 18. Mai (Dienstag). Doch was genau die neue Virus-Variante ansteckender als das ursprüngliche Virus mache, sei noch nicht klar (alle Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor der indischen Corona-Mutation – auch Deutschland solle vorsichtig sein.

Für Lauterbach gibt es zwei Möglichkeiten, die infrage kommen könnten – entweder ist die Mutation länger ansteckend oder sie hat eine Teilimmunität gegen die Impfstoffe. Dabei geht das Robert Koch-Institut (RKI) davon aus, dass die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die neuen Virus-Mutationen wirksam seien. Das schreibt das Institut auf seiner Webseite.

Impfungen laut Lauterbach sehr wichtig: Indische Corona-Variante ist sehr ansteckend

Doch auch wenn die Impfungen gut gegen die indische Corona-Variante wirken, warnt Karl Lauterbach vor steigenden Fallzahlen in Großbritannien: „Wenn 50 Prozent eine Erstimpfung haben, sinkt der R-Wert schon um circa ein Drittel.“

Der R-Wert, also der Reproduktionswert, gibt an, wie viele Menschen ein Corona-Infizierter im Schnitt infiziert. Wenn ein R-Wert von über 1 herrsche, würde es wieder einen exponentiellen Anstieg geben, das schreibt das RKI. In Deutschland sank dieser Wert aufgrund der im April eingeführten Kontaktbeschränkungen auf unter 1 (weitere Corona-Nachrichten aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24).

Die indische Mutation hat aktuell allerdings einen Reproduktionswert von 4. Dadurch könnten die aktuellen Öffnungen vor allem in Großbritannien in den kommenden Wochen für steigende Fallzahlen sorgen. Daher warnt der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte vor der Mutation. In Großbritannien sei laut Karl Lauterbach eine dritte Welle „nur durch eine sehr hohe Impfquote von über 85 Prozent verhinderbar“.

Indische Corona-Mutation: Nicht nur Großbritannien betroffen – Lauterbach warnt auch für Deutschland

Aber nicht nur unsere Nachbarn könnten von der indischen Variante hart getroffen werden – auch für Deutschland spricht er eine Warnung aus: „Für uns: wenn indische Variante so viel ansteckender setzt sie sich auch bei uns durch. So wird auch bei uns der Herbst von der Impfquote abhängen“

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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