Forschung arbeitet auf Hochtouren

Corona-Impfstoff 2020: Hoffnung auf schnelles Mittel aus Deutschland steigt

Eine behandschuhte Hand hält eine Spritze mit einem Impfstoff.
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Wer wird der erste sein? Rund um den Globus wird nach einem Corona-Impfstoff geforscht.

Weltweit forschen Firmen an einem Corona-Impfstoff. Ein Unternehmen aus Deutschland macht nun noch für 2020 Hoffnung.

Deutschland - Mit den Zahlen der positiven Testergebnisse steigt auch die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen Covid-19. Und tatsächlich scheint die vermeintliche Lösung des Coronavirus-Problems in Sichtweite zu sein. Sie kommt möglicherweise aus Mainz.

NameCovid-19 / Coronavirus
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit
Prävention, u.a. Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen

Coronavirus: Impfstoff aus Mainz könnte bald verfügbar sein

„Bis Ende Oktober könnten wir wissen, ob unser Impfstoff wirkt oder nicht“, verkündete Pfizer-Chef Albert Bourla wenigen Tagen. Der US-amerikanische Pharmariese Pfizer ist auch in der Forschung nach dem Impfstoff vorne mit dabei. Allerdings gehört ausgerechnet ein Unternehmen aus Mainz zu seinen besonders starken Partnern im Kampf gegen das Coronavirus.

Gemeint ist das Unternehmen BioNTech. Dort arbeiten laut Berichten der Tagesschau rund 1500 Mitarbeiter, in seiner zwölfjährigen Firmengeschichte hat es jedoch kein einziges Produkt herausgebracht. Vor einem Jahr kannte die Firma noch kaum jemand, jetzt hat sie einen Wert von 15 Milliarden Euro.

Bundesregierung zahlt 375 Millionen Euro im Kampf gegen das Coronavirus

Und im „Rennen“ um einen Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 ist BioNTech vorne mit dabei. Bereits seit März arbeitet das Unternehmen mit Pfizer zusammen, um das Mittel zu entwickeln, auf das derzeit wieder viele hoffen.

Unterstützung erhalten sie dabei nicht nur aus Übersee, sondern auch von der Bundesregierung. Ein Fördergeld in Höhe von 375 Millionen Euro soll dabei helfen, die Produktionskapazitäten auszubauen und eine große abschließende Studie zu finanzieren.

Denn mit der Wirksamkeit des Impfstoffes gegen das Coronavirus ist die Forschung nicht abgeschlossen. Weitergehend muss am Ende auch geklärt werden, ob das Mittel die Vorgaben für die Sicherheit erfüllt (alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Video: Jens Spahn rechnet schon gegen Jahresanfang mit Impfstoffen

Coronavirus: Impfstoff könnte in den USA Notfallzulassung erhalten

Das könne noch einige Wochen dauern. Allerdings geht Bourla davon aus, dass bis zur dritten Novemberwoche ein Meilenstein erreicht werden könnte. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, will Pfizer für die USA eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff beantragen.

Auch in Europa könnte das Mittel dann recht schnell zur Verfügung stehen. Möglich macht das ein sogenanntes „rolling review“-Verfahren. Das bedeutet, die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft seit Anfang Oktober die Daten von BioNTech noch während der laufenden Studien.

Auch die Firma CureVac aus Tübingen mit etwa 450 Mitarbeitern ist seit Anfang des Jahres dabei, einen Covid-19-Impfstoff zu entwickeln. Das Unternehmen peile eine Zulassung die Arznei für Mitte des kommenden Jahres an. Den Kampf um den schnellsten Impfstoff sei für sie verloren. „Aber wir wollen das Rennen um den besten Impfstoff gewinnen, und da haben wir gute Chancen“, so Forschungsleiterin Mariola Fotin gegenüber dem Handelsblatt (mehr aktuelle Erkenntnisse zum Coronavirus auf RUHR24.de).

Coronavirus: Es ist unklar, welcher Impfstoff der Beste ist

Doch ob das CureVac-Mittel am Ende wirklich besser wirkt oder verträglicher ist als andere, ist vollkommen unklar. Um das beurteilen zu können, seien Ergebnisse der großen Phase-3-Studien nötig, sagt Thomas Mertens. Der Virologe ist Vorsitzender der Impfstoffkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI). Interessant: Solche Daten gibt es bislang von keinem der Mittel. CureVac will seine Phase-3-Studie Ende des Jahres starten, wenn die aktuell laufenden Tests zufriedenstellen verlaufen.

Grundsätzlich rechnen Experten damit, dass langfristig mehrere verschiedene Impfstoffe benötigt werden. Bei manchen Menschen könnten die Mittel besser oder schlechter funktionieren. Zuletzt hatte Virologie Hendrik Streeck sogar die Hoffnung auf einen Impfstoff gedämpft.

Vielleicht wird der wirklich beste Impfstoff derzeit noch gar nicht getestet. Auch in Deutschland suchen Wissenschaftler noch in weiteren Projekten nach einem Mittel gegen das Coronavirus.