Pandemie noch nicht vorbei

Corona-Gefahr im Herbst: Experten verraten, wie man sich vor einer Coronavirus-Infektion schützt

Das Coronavirus grassiert und die Neuinfektionen steigen. Virologen geben jetzt Rat, was im Herbst zu beachten ist und wie man sich schützt.

Nordrhein-Westfalen – 2.500 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag. Höchstwert seit April, wo die Neuinfektionen bei rund 6.000 am Tag gelegen haben. Die Zahlen schockieren und machen deutlich: Eine zweite Infektionswelle mit dem Coronavirus scheint schon längst in Deutschland angekommen zu sein.

Coronavirus in NRW: Hamm wird zum Infektions-Hotspot

Nun kommen die kühleren Jahreszeiten. Seit jeher warnen die bekannten Virologen vor dem Herbst und dem Winter. Und ihre Befürchtungen scheinen einzutreffen, denn einige Städte in Deutschland, und besonders im Corona-Hotspot NRW (alle Entwicklungen im Live-Ticker), haben den Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 50 teilweise knapp um das doppelte übertroffen.

"Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", analysiert das RKI. Im Juli und im August stiegen die Zahl der Infektionen das erste Mal rasant an (alle Service-Artikel auf RUHR24.de).

Coronavirus-Ausbruch im Herbst wegen privater Feiern

Doch der Grund wurde schnell gefunden: Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Sie wurden noch am Flughafen oder innerhalb von drei Tagen vom Hausarzt getestet. Trotz steigender Zahlen, war das Risiko überschaubar. Doch die Sommerferien sind vorbei und Coronavirus wird immer mehr (erneut) zur Gefahr. 

Nun sind es die privaten Feiern, die für einen Ausbruch sorgen. So zuletzt bei der Superspreader-Hochzeit in Hamm, die weitreichende Auswirkungen für die Stadt mit sich brachte. "Gerade beim Feiern, bei Geselligkeit übertragen sich Viren generell, aber dieses Virus eben besonders deutlich schneller", erklärt Gesundheitsminister Jens Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnt zur Vorsicht im Umgang mit der Corona-Pandemie.

Corona ist noch nicht vorbei – Präventionsparadoxon lässt dies vermuten

Viele sind das Coronavirus im Herbst satt. Präventionsparadoxon heißt das Phänomen, dass Menschen nachlässig werden lässt. Die Infektionszahlen steigen, die Todesfälle bleiben gering. Dadurch unterschätzen vor allem jüngere Menschen das Virus, denn schließlich kann es ihnen nicht viel anhaben – denken sie.

Doch das Coronavirus ist noch nicht vorbei und derzeit sieht es auch nicht so aus, als ob das Virus innerhalb der nächsten Monate plötzlich verschwinden wird. Solange kein Impfstoff auf dem Markt ist, welches nachweislich wirkt, wird auch der Herbst ein Risiko bleiben. Doch es gibt ein paar Möglichkeiten, wie man im Herbst sicher durch die Jahreszeit kommt.

Vorsicht vor Coronavirus: Gastronomen müssen in Restaurants umplanen

Grundsätzlich ist es von Vorteil, private Feiern mit vielen Leuten zu meiden. Hier verbreitet sich das Coronavirus besonders schnell. Doch das bedeutet nicht, dass man nicht mehr in ein Restaurant gehen kann. Es ist wichtig, dass das Restaurant Daten über alle Gäste aufnimmt – und der Gast diese Angaben auch wahrheitsgemäß angibt. Das war zuletzt in dem Hamburger Lokal "Katze" das Problem.

In kleinen Gruppen an der frischen Luft zu sitzen, war bislang für die Gastronomie kaum ein Problem. Doch wie der tagesspiegel berichtet, wollen jetzt in der kalten Jahreszeit viele Gastronomen spezielle Raumluftfilter aufstellen. Aber auch Heizpilze wären eine Möglichkeit, als Gast weiter draußen an der frischen Luft zu sitzen.

Veranstalter von Kino und Theater nach Corona-Maßnahmen fragen

Ein Besuch im Kino und Theater ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden, da man sich in Sachen Abstand meist auf andere verlassen muss. So muss der Veranstalter für genügend Abstand zwischen den Menschen sorgen – doch wird dieser auf Ordnungsgemäß eingehalten?

Am besten ist es, wenn man sich im Vorfeld beim Veranstalter oder Inhaber über die Corona-Maßnahmen informiert. Im Zweifelsfall, sollte man von einer Veranstaltung auch absehen können. 

Corona-Ausbruch nach Ferien: Beherbergungsverbot für Einwohner aus Hotspot

Die Sommerferien sind gerade erst vorbei und schon stehen in wenigen Wochen die Herbstferien an. Eine Infektionswelle, wie kurz nach den Sommerferien, wird allerdings nicht erwartet. Der Grund: 14 von 27 EU-Staaten gelten derzeit vom Auswärtigen Amt als Risikogebiet, ein Urlaub in diesen Regionen ist so gut wie unmöglich.

Besonders beliebt ist in diesem Jahr daher der Urlaub in Deutschland. Doch auch hier könnte es für einige Urlauber schwierig werden, denn viele Bundesländer untersagen Personen eine Beherbergung, wenn sie aus inländischen Risikogebieten kommen. Davon ist derzeit der Corona-Hotspot Hamm betroffen, aber auch die Millionenstadt München.

Virologen und Regierung machen deutlich: Corona-Krise noch lange nicht vorbei

Was derzeit besonders von der Bundesregierung gefordert wird, sei höchste Achtsamkeit. "Deutschland befindet sich derzeit in einer Phase der Pandemie, in der sich entscheiden wird, wie wir in diese Winter- und Herbstmonate hineingehen", erklärt Regierungssprecher Steffen Seibert.

Wir haben es nun selber in der Hand, wie die Pandemie in Deutschland weiter gehen wird, mahnt er. Virologe Christian Drosten machte bereits Mitte August klar, wie ernst die Lage wirklich ist: "Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns."

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