Fluganbieter wurde abgemahnt

Flug gecancelt: Geld zurück? Diese Rechte haben Fluggäste jetzt wegen des Coronavirus

Wegen des Coronavirus werden aktuell viele Flüge gestrichen. Bekommen Kunden jetzt ihr Geld zurück? Was ist zu tun? Das sind die Fluggastrechte.

  • Wegen des Coronavirus wurden nicht nur Veranstaltungen, sondern auch Reisen und die meisten Flüge abgesagt.
  • Viele Menschen waren lange Zeit verunsichert, was ihre Rechte in dieser Situation sind.
  • Die Verbraucherzentrale NRW hat nun Fluggesellschaften erfolgreich abgemahnt.

NRW - Abgesagte Konzerte und Flüge, die nicht stattfinden können: Wegen der Krise um das Coronavirus mussten verschiedene Freizeitangebote verschoben oder komplett gecancelt werden. Noch immer herrscht bei vielen Unsicherheit darüber, wie man sein Geld am besten oder überhaupt zurückerhält. Bei abgesagten Reisen gibt es nun ein Urteil.

Unternehmen

Lufthansa

Tochterunternehmen

Swiss, Eurowings, Austrian Airlines und mehr

CEO

Carsten Spohr

Umsatz

36,42 Milliarden EUR (2019)

Technischer Support

Tel.: 069 86799699

Verbraucherzentrale klagt gegen Lufthansa: So lauten die Rechte für Fluggäste wegen des Coronavirus

Denn die Verbraucherzentrale NRW hat erfolgreich die Lufthansa und auch Air France abgemahnt. Hintergrund dieses Schritts: Die Lufthansa bietet einen Ersatz für annullierte Flüge nur gegen Aufpreis an. Das Unternehmen Air France sieht sich hingegen selbst nicht als Ansprechpartner für Erstattungen, sondern verweist Fluggäste auf den jeweiligen Reisevermittler (alle Ratgeber- und Service-Themen bei RUHR24.de).

Während des Lockdowns erreichten die Verbraucherzentrale demnach massenhaft Beschwerden und Hilferufe. Die Hotlines der jeweiligen Fluggesellschaften schienen währenddessen nämlich überhaupt nicht erreichbar zu sein, wie der Verein mitteilt.

Coronavirus: Lufthansa und Air France verstoßen gegen geltendes Recht - Verbraucherzentrale mahnt

Angesichts der Flut an Nachrichten hat die Verbraucherzentrale Lufthansa und Air France abgemahnt. Die beiden Unternehmen verstoßen mit ihrer Vorgehensweise gegen die EU-Fluggastrechte-Verordnung. Diese besagt unter anderem, dass Reisende bei abgesagten Flügen das Recht haben zu wählen, ob die Ticketkosten vollständig erstattet werden oder ob sie zu einem späteren Zeitpunkt fliegen wollen.

"Bei allem Verständnis für überlastete Kundendienste - Corona darf kein Freibrief sein, um Fluggastrechte auszuhebeln und das Geld von Verbrauchern auf den Konten der Airlines zu parken", so die Verbraucherzentrale NRW.

Aufgrund des Coronavirus laufen viele noch ihren Flugkosten hinterher. Die Verbraucherzentrale hat nun Lufthansa und Air France erfolgreich abgemahnt. 

Verbraucherzentrale: Lufthansa verlangt wegen des Coronavirus hohe Preise für Ersatzflüge

Denn die Lufthansa wollte Ersatzflüge für aufgrund des Coronavirus abgesagte Reisen nur gegen einen Aufpreis gewähren. Während ein Fluggast für einen Trip in der Economy-Class rund 75 Euro draufzahlen sollte, hat Lufthansa bei First-Class-Flügen noch erheblichere Zuschläge verlangt, wie die Verbraucherzentrale erklärt: Pro Person sollten rund 3.000 Euro zusätzlich gezahlt werden, um am Alternativtermin ans Ziel zu gelangen.

"Die Möglichkeit, einen vom Fluggast gewünschten Ersatzflug von der Übernahme einer Preisdifferenz abhängig zu machen, sieht die Fluggastrechte-Verordnung nicht vor", so Beate Wagner, Reiserechts-Juristin der Verbraucherzentrale NRW. Das Landgericht Köln hat das nun durch den Erlass einer einstweiligen Verfügung bestätigt und der Lufthansa diese Methode untersagt.

Die Regierung hat in der Coronavirus-Pandemie ein Konjunkturpaket auf den Weg, inklusive Senkung er Mehrwertsteuer, auf den Weg gebracht. Das wird jeder einzelne davon merken. 

Coronavirus: Auch Air France sorgt für Ärgernis bei der Verbraucherzentrale

Wie die Verbraucherzentrale NRW berichtet, sind auch zahlreiche Beschwerden zum Fluganbieter Air France eingegangen. Dieser verweist auf den jeweiligen Online-Reisevermittler, über den die Flüge gebucht wurden.

Allerdings besagt die Fluggastrechte-Verordnung, dass das ausführende Luftfahrtunternehmen innerhalb von sieben Tagen die Kosten zum vollständigen Preis erstatten muss, wie Wagner erklärt. Durch die Mahnungen der Verbraucherzentrale hat die Airline sich jetzt verpflichtet, Verbraucher nicht mehr an den Reisevermittler zu verweisen, wenn sie die Erstattung der Ticketkosten verlangen.

Verbraucherzentrale: Was gilt, wenn der Flug wegen des Coronavirus abgesagt wurde?

Wegen des Coronavirus versuchen viele Fluganbieter zurzeit, ihren Kunden einen Gutschein anstelle einer Kostenerstattung schmackhaft zu machen. Eine Erstattung in Form eines Reisegutscheins ist aber nur möglich, wenn der Fluggast dem schriftlich zustimmt, wie die Verbraucherzentrale erklärt.

Dass Fluggesellschaften sich weigern, den vollen Ticketpreis mit Verweisung auf das Coronavirus als außergewöhnlichen Umstand zu zahlen, sei sogar rechtswidrig. Denn wenn eine Fluglinie den Flug absagt, hat man grundsätzlich Anspruch auf eine Erstattung der Kosten, falls man die Reise nicht doch noch zu einem späteren Zeitpunkt antreten möchte. Am besten richtet man sich direkt an die Fluggesellschaft und besteht auf eine Erstattung.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/Boris Roessler/dpa; Collage: RUHR24