Fliegen trotz Corona-Krise

Ist fliegen wegen des Coronavirus gefährlich? Das stimmt an den Gerüchten zur Gefahr in Flugzeugen

Ist Fliegen in Zeiten des Coronavirus gefährlich? Seit langem halten sich Gerüchte, Flugzeuge seien Virenschleudern. Stimmt das?

  • Aufgrund des Coronavirus ist der Flugverkehr zurzeit stark eingeschränkt.
  • Trotzdem haben viele bereits jetzt Angst davor, zukünftig in ein Flugzeug zu steigen.
  • Der Grund sind Behauptungen über gefährliche Virenschleudern in den Transportmitteln.

NRW - Obwohl Fliegen nach dem Lockdown in Zusammenhang mit dem Coronavirus noch nicht wieder zu den alltäglichen Dingen gehört, haben viele schon jetzt Angst davor. Allerdings aus anderen Gründen, als gewöhnlich. Gerüchte über eine angeblich erhöhte Ansteckungsgefahr im Flugzeug machen sich breit.

Flugzeughersteller

Airbus S.A.S.

CEO

Guillaume Faury (seit 10. April 2019)

Umsatz

70,5 Milliarden EUR (2018)

Zentrale

Leiden, Niederlande

Mitarbeiterzahl

80.985 (Stand: 2019)

Tochterunternehmen

Airbus Helicopters (u.a.)

Gründer

Franz Josef Strauß, Henri Ziegler, Felix Kracht, Bernard Lathière und Roger Béteille

Coronavirus: Klimaanlage im Flugzeug fördert angeblich die Ausbreitung

Der Grund für die Sorge vieler: Angeblich soll die Klimaanlage in dem fliegenden Transportmittel eine wahre Virenschleuder sein und somit die Verbreitung des Coronavirus weiter begünstigen. Der Vorwurf: Durch die Klimaanlage wird der Erreger wild in der Luft verteilt und die Ansteckungsgefahr im Flugzeug somit erhöht.

Wie die Deutsche Presse Agentur (dpa) berichtet, soll aber genau das Gegenteil der Fall sein. Nach Angaben von Airbus sorge ein komplexes und geschlossenes Belüftungssystem sogar für saubere Luft und vielmehr ein geringeres Infektionsrisiko an Board.

Das System des Flugzeugherstellers erneuert die Luft in der Kabine alle zwei bis drei Minuten. Die Qualität der Luft soll damit der gleichen wie in einem Krankenhaus entsprechen.

Coronavirus: Viren können durch Klimaanlage im Flugzeug zu großer Wahrscheinlichkeit entfernt werden

"Die Luft im Flugzeug ist bei der Landung sauberer als nach dem Schließen der Türen beim Start", so Chef-Ingenieur von Airbus Jean-Brice Dumont. Dabei ist die Luft im Transportmittel eine Mischung aus Außenluft und recycelter Luft aus der Kabine. 

Sie wird in der Klimaanlage durch einen Hochleistungsfilter geleitet, dabei werden Mikroteilchen ausgeschieden. Nach Angaben von Airbus können mit dieser Methode Partikel wie das Coronavirus mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,97 Prozent aus der Luft entfernt werden.

Gerüchteweise stehen Klimaanlagen im Flugzeug im Verdacht, echte Virenschleudern zu sein. 

Außerdem wird die Luft in der Passagier-Kabine durchgehend von der Decke herabgeströmt und am Boden direkt wieder abgesaugt. Wie Airbus schildert, gibt es so weder seitwärts noch längs einen Luftstrom, der zu einer Virenschleuder führen könnte.

Wäre Fliegen ohne Klimaanlage während des Coronavirus theoretisch möglich?

Doch wie steht es um den Vorschlag, auf die Klimaanlage im Flugzeug während des Coronavirus zu verzichten, um das Risiko weiter zu minimieren? Das ist eher unrealistisch, denn die Klimaanlage macht die Luft im Flugzeug gerade erst erträglich für die Passagiere.

In 10.000 Metern Flughöhe ist die Luft sehr trocken, enthält kaum Sauerstoff und die Temperatur liegt bei minus 50 Grad. Auch der Luftdruck ist nur sehr niedrig. 

Die Klimaanlagen sind Teil eines Systems, die für angenehme Bedingungen in der Passagier-Kabine sorgen: Die Luftverhältnisse sind hinsichtlich Temperatur,  Sauerstoffgehalt und Feuchtigkeit den Bedürfnissen der Menschen angepasst.

Die Regierung hat in der Coronavirus-Pandemie ein Konjunkturpaket auf den Weg, inklusive Senkung er Mehrwertsteuer, auf den Weg gebracht. Das wird jeder einzelne davon merken. 

Trotz reinigender Klimaanlage: Diese Vorsichtsmaßnahmen gelten wegen des Coronavirus im Flugzeug

Doch auch wenn die Klimaanlage im Flugzeug für saubere Luft sorgt: Eine Infektion durch direkten Kontakt oder gar Anhusten ist während des Flugs trotzdem möglich. Deswegen ist es weiterhin wichtig, dass Passagiere während des Coronavirus im Flugzeug Masken tragen und die Hygienemaßnahmen beachten, wie Airbus verweist. 

Vom Betreten des Flughafens bis zur Ankunft gebe es ein engmaschiges Sicherheitsnetz, das gelte - von der Maskenpflicht bis zur Händedesinfektion.

Langfristig könnten Flüge aufgrund des Coronavirus übrigens teurer werden. Für einen möglichen Anstieg der Reisekosten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es gleich mehrere Gründe. Vor allem aber werden Fluggesellschaften künftig selbst höhere Kosten haben, um den erlittenen, finanziellen Schaden kompensieren zu können.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa; Collage: RUHR24

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