Mitgliedschaft aussetzen

Fitnessstudios in Coronavirus-Krise noch geschlossen: Bekommen Mitglieder das Geld zurück?

Aktuell sind die Fitnessstudios in der Corona-Krise geschlossen. Bekommen Mitglieder deshalb ihre Beiträge zurück? Die Verbraucherzentrale hat Rat.

  • Seit Mitte März haben die Fitnessstudios in NRW wegen der Coronavirus-Krise geschlossen.
  • Die Mitgliedsbeiträge werden dennoch weiterhin vom Konto abgebucht.
  • Müssen Mitglieder aktuell weiterhin Beiträge für Fitnessstudios oder Sportvereine bezahlen?

Update, Mittwoch (6. Mai), 21.08 Uhr: Es gibt Neuigkeiten für alle, die schon sehnsüchtig darauf warten, dass das Fitnessstudio ihrer Wahl endlich wieder seine Türen öffnet. Wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch bekannt gab, dürfen die Studios ab Montag (11. Mai) wieder ihren Betrieb aufnehmen. 

Trotz Coronavirus: Fitnessstudios in NRW dürfen wieder öffnen

Dabei ist jedoch weiterhin Vorsicht geboten. Die Abstandsregeln von 1,5 Meter gelten auch weiterhin. Auch die strengen Hygieneauflagen müssen dringend eingehalten werden. Ein Mundschutz im Fitnessstudio ist keine Pflicht, wird aber empfohlen - allerdings nur unter bestimmten Hygiene-Standard. So sollte man einen Mundschutz zum Wechseln dabei haben sowie möglichst nicht an der Maske herumspielen, um Keime nicht mit den Fingern zu verteilen.

Ursprungsmeldung: Den ganz harten Lockdown haben wir in der aktuellen Coronavirus-Krise erst einmal überstanden. Das allerdings heißt nicht, dass alles wieder alles normal ist. Restaurants, Cafés und Fitnessstudios müssen weiterhin geschlossen haben, berichtet RUHR24.de*. Wie lange? Das ist noch nicht klar (alle Service-Texte auf RUHR24.de*).

Coronavirus-Krise: Fitnessstudios können keine Dienstleistung erbringen - Vertragsstörung!

Im Fall der Fitnessstudios stellen sich Verbraucher schnell die Frage, ob sie trotz Schließung weiterhin Mitgliedsbeiträge zahlen müssen. Denn schon seit dem 17. März haben die Studios in NRW (alle Infos im Coronavirus-Live-Ticker für NRW*) geschlossen.

Die Verbraucherzentrale, die auch erfolgreich Fluggesellschaften in der Corona-Krise abgemahnt hat*, spricht in diesem Fall von einer Vertragsstörung. Dem Studiobetreiber ist es in der aktuellen Coronavirus-Krise* nicht möglich, die angebotene Dienstleistung zu erbringen. 

Derzeit bleiben die Fitnessgeräte in den Fitnessstudios unberührt.

Fitnessstudio in der Coronavirus-Zeit: Beiträge müssen nicht gezahlt werden

Das hat zur Folge, dass beide Vertragspartner von ihrer Vertragspflicht befreit sind: Mitglieder müssen für die Zeit der Schließung keinen Beitrag leisten. Allerdings enthalten für diesen speziellen Fall die wenigsten Verträge eine spezifische Regelung.

Die Verbraucherzentrale schreibt: "Eine Lösung des Problems kann beispielsweise sein, den Vertrag zeitweise ruhen zu lassen, bis Sie die Leistungen wieder in Anspruch nehmen können." Es sei auf jeden Fall empfehlenswert, sich zunächst mit dem Fitnessstudiobetreiber in Verbindung zu setzen, bevor Beitrage einfach nicht mehr gezahlt werden. 

Beiträge für Vereine müssen gezahlt werden - auch wenn kein Angebot stattfindet

Anders sieht es hingegen bei Mitgliedsbeiträgen in Sport-Vereinen aus. Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, haben Mitglieder bei Aussetzung des sonst stattfindenden Angebots keinen Anspruch auf Erstattung des Beitrags

In der Regel ist der Mitgliederbeitrag nicht an eine konkrete Nutzung gebunden. Es ist ein Beitrag für die Mitgliedschaft. Mit den Kosten für ein Fitnessstudio lässt sich der Vereinsmitgliederbeitrag nicht vergleichen.

Jens Spahn spricht sich für weitere Lockerungen aus - Fitnessstudio sollte möglich sein

Für Verein und Fitnessstudio gilt: Für eine außerordentliche Kündigung eines bestehenden Vertrages reicht die Corona-Pandemie als Begründung derzeit nicht aus. Denn schließlich sollen die Fitnessstudios auch wieder öffnen und dann können die Leistungen wie gewohnt in Anspruch genommen werden. Nur wann, das ist noch nicht klar.

Am 30. April will sich die Bundesregierung erneut beraten, ob dann auch Lockerungen für Fitnessstudios zu erwarten sind, ist derzeit nicht klar. Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegenüber der Funke Mediengruppe für pragmatische Lockerungen ausgesprochen: "Wer mit dem nötigen Abstand zu anderen in einem Geschäft einkaufen geht oder sich beim Sport im Fitnessstudio fit hält, sollte das tun können."

Fitnessstudios hoffen auf Solidarität der Mitglieder

Zwar gilt das beschriebene Recht und Mitglieder müssen die Beiträge für das Fitnessstudio nicht zahlen, allerdings hoffen die Betreiber der Studios auf die Solidarität ihrer Mitglieder. Denn auch sie müssen laufende Kosten wie die Miete für das Fitnessstudio weiterhin zahlen.

Bezahlen die Mitglieder ihre Beiträge nicht mehr, kann es für die Betreiber sehr schnell ziemlich eng werden. Um auf ihre Kunden zuzugehen, bieten inzwischen einige Fitnessstudios Gutschein-Lösungen an.

Fitnessstudios bieten Gutscheine und Home-Workouts an

Die Fitnessaudio-Kette McFit beispielsweise weist auf seiner Homepage darauf hin, dass es zwar möglich sei, eine Ruhezeit für den ausgefallenen Monat zu vereinbaren. Bietet aber auch andere Lösungen an.

Gutscheine für Freunde, Personal-Training oder zwei Gratis-Monate nach Ablauf des Vertrages bietet der Fitness-Riese seinen Mitgliedern an. Auch die Fitnessstudio-Kette FitX kämpft mit den Auswirkungen des Coronavirus und bietet an, die verlorene Zeit kostenlos an das Vertragsende anzuhängen.

Außerdem bieten immer mehr Fitnessstudios Online-Workouts an, um zu Hause ohne Geräte weitertrainieren zu können und um nicht aus der Form zu geraten.

mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa