Wettlauf gegen die Zeit

Coronavirus: Impfstoff wohl erst verfügbar, wenn es vielleicht schon zu spät ist 

Mehrere Unternehmen und Institute forschen derzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Bis dieser in den Handel gelangt, wird es noch dauern. 

  • Die WHO hat zuletzt den internationalen Notstand zum Coronavirus ausgerufen. 
  • Dieser könnte helfen, den Impfstoff schneller zu entwickeln. 
  • Der Impfstoff wird aber wahrscheinlich zu spät in den Handel gelangen. 

Dortmund / NRW - Ende vergangenen Jahres wurde der erste Fall des Coronavirus weltweit gemeldet, mittlerweile hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen internationalen Notstand ausgerufen. Dennoch lassen ein Medikament für die Erkrankten und auch ein Impfstoff für die noch nicht infizierte Weltbevölkerung auf sich warten. 

Coronavirus: Firma aus Deutschland führt bei Forschung für Impfstoff

Denn auch wenn sich die Entwicklung neuer Impfstoffe gerade in den letzten Jahren stark beschleunigt hat und weltweit zahlreiche Unternehmen und Institute daran forschen, benötigt der Prozess immer noch eine gewisse Zeit, wie die ARD berichtet. 

Derzeit soll eine Biotechfirma aus Tübingen (Baden-Württemberg) eine führende Rolle bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus übernehmen und hat dafür sogar mehrere Millionen Euro von einer internationalen Impfstoff-Initiative erhalten. In anderen Ländern wie den USA oder China wird ebenfalls an Impfstoffen geforscht. Dennoch gilt es als unwahrscheinlich, dass passende Antikörper zur Krankheit schon bald zur Verfügung stehen. 

Impfstoff-Forschung zum Coronavirus: Tierversuche notwendig 

Der von der WHO ausgerufene Notstand, könnte für die Entwicklung eines Impfstoffes allerdings ein Vorteil sein. "Der Notstand gibt uns die Möglichkeit, noch einfacher international zu kooperieren", erklärt Luka Cicin-Sain vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung gegenüber der ARD. An Tierversuchen komme man bei der Forschung übrigens nicht vorbei. Sie sind der einzige Weg, die Stoffe auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen zu testen.

"Das Ausrufen des Notstands ist auch ein Signal an die Firmen und die Impfstoffentwickler an Universitäten, ihre bisherigen Impfstoffkonzepte auf das neue Coronavirus umzustellen", sagte Klaus Cichutek, Präsident des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel im Tagesspiegel. Zuletzt meldeten Mediziner aus Thailand einen Erfolg bei der Medikamenten-Entwicklung gegen das Virus

Impfstoff gegen Coronavirus kann auf unterschiedliche Weise entwickelt werden

Im Fall des neuartigen Coronavirus wird derzeit noch in verschiedene Richtungen geforscht, denn es gibt mehrere Verfahren, einen neuen Impfstoff zu entwickeln. Dabei können Wissenschaftler auf Erfahrungen mit anderen Coronaviren zurückgreifen.

Derzeit stehe die Variante eines Impfvektors hoch im Kurs. Dabei werden bei einem erprobten Impfstoff, dem Vektor, ausgewählte genetische Sequenzen von Erregern eingesetzt, gegen die man vorgehen will. Gelingt dies, kann der Impfstoff gegen den neuen Virus eingesetzt werden. Ein anderer Weg sei es zum Beispiel, bestimmte Gene aus den Viren herauszulösen und zu vermehren. Aus deren Genprodukten werden Impfstoffe hergestellt.

Coronavirus: Richtig vor einer Ansteckung schützen

Die Behörden raten derzeit dazu, sich vor Reisen nach China mit dem aktuellen Nordhalbkugelimpfstoff gegen Influenza impfen zu lassen. Denn ein wirksamer Impfstoff gegen das Coronavirus wird wahrscheinlich erst verfügbar sein, wenn die aktuell anhaltende Erkrankungswelle bereits vorbei ist. 

Bis dahin helfen einfache Tipps, an die sich jeder halten sollte, sich im Alltag vor dem Coronavirus und der statistisch gefährlicheren Grippewelle (Influenza) zu schützen

Tipps, die jeder während einer Viruswelle beachten sollte: 

  • Häufiges Händewaschen
  • Abstand zu Erkrankten
  • Niesen und Husten nur in die Armbeuge oder in ein Einwegtaschentuch

Diese Tipps können zudem verhindern, dass sich Krankheitserreger weiter ausbreiten - das heißt, auf den Menschen übertragen werden.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

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