Desinfektionsmittel ausverkauft

Coronavirus: Leere Regale in der Drogerie - So reagieren dm und Rossmann auf Hamsterkäufe

Die beiden Drogerieketten dm und Rossmann sind auch von den Hamsterkäufen rund um das Coronavirus betroffen.
+
Die beiden Drogerieketten dm und Rossmann sind auch von den Hamsterkäufen rund um das Coronavirus betroffen.

Wegen des Coronavirus sind die Regale bei Rossmann und dm zum Teil leer, Desinfektionsmittel ist ausverkauft. Die Drogerien reagieren darauf.

  • Das Coronavirus hat auch Auswirkungen auf den Einzelhandel.
  • Es gibt immer mehr Hamsterkäufe und leere Regale.
  • Doch dm und Rossmann haben für solche Fälle einen Plan.

Dortmund - Das Coronavirus in Deutschland hat auch Auswirkungen auf die Drogerieketten dm und Rossmann. Diese stehen derzeit vor einem Lieferengpass - nicht nur bei Desinfektionsmitteln, von denen im Ruhrgebiet ein unwirksames auf dem Markt ist. Werden die Regale jetzt leer bleiben?

Angst vor dem Coronavirus: dm und Rossmann sind von Hamsterkäufen betroffen

Dass das Coronavirus auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Deutschen hat, zeigen die vielen Hamsterkäufe und die leeren Regale im Supermarkt. Besonders beliebt: Desinfektionsmittel und Schutzmasken.

Desinfektionsmittel ist aktuell in Zeiten des Coronavirus sowieso Mangelware - die WHO hat allerdings ein Rezept zum Selbermachen veröffentlicht. Denn: Nicht nur zum Desinfizieren der Hände taugt das Mittel, sondern auch um Oberflächen von Viren zu befreien. Das ist der Grund, warum sich viele Menschen derzeit mit Desinfektionsmittel eindecken.

Aber auch Produkte wie Toilettenpapier, Nudeln, Dosenravioli und Bier stehen auf der Einkaufsliste mancher Deutscher sehr weit oben. Ebenso wie Klopapier-Alternativen wie Feuchttücher und Küchenrolle - was allerdings zu dramatischen Folgen bei den Klärwerken führen könnte, wenn die Produkte im Klo landen.

Auch die beiden Drogeriemarktketten dm und Rossmann sind von den vielen Hamsterkäufen betroffen. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit von solchen Hamsterkäufen sei dennoch mal dahingestellt. Es stellt sich viel eher die Frage, warum wir in Zeiten des Coronavirus so viel Toilettenpapier bunkern

Kunden bei dm stehen wegen des Coronavirus vor leeren Regalen

"In den letzten Tagen ist die Nachfrage nach verschiedensten Artikeln - wie beispielsweise Hygiene-Produkten - aus unserem Sortiment sprunghaft angestiegen", so dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer gegenüber der Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Wegen des Coronavirus würde es an manchen Standorten der Drogerieketten einige Engpässe bei beliebten Produkten, wie Desinfektionsmittel, geben. Allerdings sollen bereits Maßnahmen ergriffen worden sein, um mit diesem Engpass umgehen zu können, so Bayer.

Ebenfalls Lieferengpässe wegen des Coronavirus bei der Drogeriekette Rossmann

So soll es einige Änderungen in der Lieferkette geben, um der erhöhten Nachfrage gerecht zu werden. Das könnten höhere Belieferungsintervalle sein. "Die Versorgung der dm-Märkte mit Waren hat oberste Priorität", heißt es von dem Geschäftsführer. Das ist aber nicht die einzige Drogeriemarktkette mit Problemen.

Auch bei Rossmann scheint es einige Lieferschwierigkeiten bei gewissen Produkten geben. Das bestätigte ein Mitarbeiter des Konzerns gegenüber der Ippen-Digital-Zentralredaktion. Allerdings soll der Konzern im engen Austausch mit den Lieferanten stehen.

Bedeuten der Warenengpass wegen des Coronavirus auch eine Erhöhung der Preise?

Aber bedeutet der Engpass bei einigen Produkten auch, dass die Preise deutlich ansteigen? Immerhin werden Desinfektionsmittel auf Plattformen wie Amazon und Ebay für das drei- bis vierfache gehandelt. Das fragte die Bild bei den beiden Drogerieketten an - eine Antwort gab es jedoch nicht.

dm bietet in einigen Filialen ihren Kunden Desinfektionsmittel am Eingang an.

Auch der Discounter Aldi, wo es derzeit Desinfektionsmittel im Angebot gibt, möchte sich nicht zu möglichen Preiserhöhungen äußern. Lediglich Lidl macht klar: "Preisanpassungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es nicht", bestätigt eine Sprecherin gegenüber der Zeitung. Allerdings weist sie auch darauf hin, dass man zu Preisentwicklungen in der Zukunft keine Angaben machen könne.

Milch und Käse könnten aufgrund des Coronavirus teurer werden

Handelsexperte Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sieht das jedoch anders. Auch wenn das Coronavirus, weswegen die Stadt Dortmund auf Twitter einen Shitstorm erntet, jetzt noch keine Auswirkungen auf die Preise haben und es auch derzeit auch nicht zu schwerwiegenden Versorgungsengpässen kommt, könnte sich das jedoch noch ändern, erklärt Roeb der Bild.

Video: Hamsterkäufe - diese Produkte haben Rekord-Absatz

"Von der Preiserhöhung betroffen sind dann vor allem Produkte wie Milch oder Käse. Die Bestände werden knapp und die Produktion eingeschränkt. Der Handel würde die höheren Einkaufspreise an die Kunden weitergeben", so der Experte.

Desinfektionsmittel ist aktuell in Zeiten des Coronavirus sowieso Mangelware - die WHO hat allerdings ein Rezept zum Selbermachen veröffentlicht.

Coronavirus könnte für Preissenkungen bei Fleisch sorgen

Bei Fleisch könnte es allerdings genau anders herum aussehen. Bei diesen Produkten könnte es sogar zu Preissenkungen kommen. "Wenn die Lieferketten unterbrochen sind, kriegen die deutschen Export-Firmen nichts mehr nach China verkauft und müssen ihr Fleisch hier loswerden", so Thomas Roeb.

Zu Engpässen könnte es seiner Meinung nach aber auch bei anderen Produkten geben, abseits der typischen Hamsterkauf-Lebensmitteln. Das betrifft vor allem Produkte, die außerhalb von Europa kommen, beispielsweise Bananen, Orangen oder auch Kosmetika. 

Mehr zum Thema