Corona-Erkrankung richtig deuten

Coronavirus-Studie: Sieben Symptom-Gruppen bei Covid-19 entdeckt

Corona-Infizierte klagen über verschiedene Symptome. Diese lassen sich bei Covid-19 in sieben Gruppen einsortieren, haben Forscher herausgefunden.

Nordrhein-Westfalen – Seit Ende Januar dieses Jahres ist das Coronavirus in Deutschland. Mittlerweile finden immer mehr Forscher verschiedenste Eigenschaften des Virus heraus. Forscher aus Wien haben nun eine Studie über die Corona-Symptome veröffentlicht.

ErregerSars-CoV-2 (Coronavirus)
InfektionskrankheitCovid-19
Häufige SymptomeFieber, trockener Husten, Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn

Covid-19: Forscher stellen sieben Gruppen von Symptomen fest

Eine Erkrankung mit Covid-19- kann eine Vielzahl von Symptomen auslösen. Häufig sind Fieber, Halsschmerzen und Kopfschmerzen die ersten Symptome, über die Erkrankte klagen. Besonders typisch ist auch der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn.

Wie Forschende der Medizinischen Universität Wien nun herausgefunden haben, kann man bei einem milden Verlauf von Covid-19 die Symptome in sieben verschiedene Gruppen zusammenfassen. Diese Gruppen an Symptomen sollen auch meistens zusammen auftreten, sind sich die Forscher sicher (alle News zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Mit Coronavirus infiziert: Covid-19-Erkrankte klagen über Grippe- und Schnupfensymptome

Die Forscher haben in ihrer Studie untersucht, welche Abwehrzellen und Antikörper zehn Wochen nach der Infektion mit dem Coronavirus im Körper des Patienten noch nachweisbar waren. Außerdem wurden insgesamt 109 ehemalige Covid-19-Infizierte mit einem milden Verlauf nach ihren Symptomen befragt. Eine weitere Kontrollgruppe bestand aus 98 Personen, die sich nicht infiziert hatten.

„Wir konnten ganz klar systemische von organspezifischen Verlaufsformen der primären Covid-19-Erkrankung abgrenzen“, so Studienautor Winfried Pickl. Demnach sei die erste Symptomgruppe typische Symptome eines grippalen Infekts: Fieber, Erschöpfung und Husten. Die zweite Gruppe seien Symptome eines Schnupfens: Niesen, trockener Hals und Verstopfung der Nase.

Bestimmte Covid-19-Gruppe besonders häufig bei jungen Menschen zu finden

Die dritte Gruppe zeichnet sich durch Muskel- und Gelenkschmerzen ab, die vierte durch Augen- und Schleimhautentzündungen. Die fünfte Symptomgruppe würde über Lungenprobleme mit Lungenentzündung und Kurzatmigkeit leiden. Die sechste Covid-19-Symptomgruppe würde über starke Magen-Darm-Problemen klagen. Dazu zählen Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen. Gruppe Sieben, die letzte Symptomgruppe, klagt über den Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn.

Genau zu jener Symptomgruppe konnten die Forscher erstaunliches feststellen: „Bei letzterer Gruppe konnten wir erkennen, dass vom Geruchs- und Geschmacksverlust vermehrt Personen mit einem ‚jungen Immunsystem‘, gemessen an der Anzahl der erst kürzlich aus dem Thymus ausgewanderten T-Lymphozyten, betroffen sind“, erklärt Winfried Pickl in den Ergebnissen der Studie.

Forscher aus Wien machen Erkenntnisse über Covid-19-Erkrankung und ihre Spätfolgen

Aber nicht nur die Symptome kann man in unterschiedliche Gruppen einteilen, sondern auch die langfristigen immunologischen Folgen einer Covid-19-Erkrankung. So soll das Virus Sars-CoV-2 im Immunsystem und im Blut eine Art Fingerabdruck hinterlassen. Die weißen Blutkörperchen, die eigentlich bakterielle Krankheitserreger bekämpfen sollen, sind bei Covid-Erkrankten wesentlich niedriger als üblich. Dagegen vermehren sich unter anderem Gedächtniszellen stark, die von Viren befallene Zellen abtöten sollen.

Aber auch über die Antikörpermenge konnten die Forscher aus Wien einiges herausfinden. So steht die Höhe des Fiebers und die Menge der Antikörper in einem Verhältnis zueinander – je höher das Fieber war, desto mehr Antikörper ließen sich bei den Probanden der Studie finden. „Das zeigt, dass sich das Immunsystem auch viele Wochen nach der ersten Infektion immer noch mit der Krankheit intensiv auseinandersetzt“, erklärt Pickl.

Diese Erkenntnis könnte auch einige Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung wie Erschöpfung oder Herzprobleme erklären. Dennoch müsse noch weitere Forschung betrieben werden, um das Virus gänzlich zu verstehen. Die Studie der Forscher aus Wien soll jedoch auch bei einem möglichen Impfstoff helfen können, „da wir nun auf vielversprechende Biomarker zurückgreifen und ein noch besseres Monitoring durchführen können“, heißt es. Die Studie wurde im Magazin European Journal of Allergy and Immunology veröffentlicht.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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