Covid-19-Pandemie-Auswirkungen

Coronavirus: Wer kann, rettet sich ins Home-Office - aber welche Rechte und Pflichten gibt es?

Während der Corona-Krise verziehen sich immer mehr Arbeitnehmer ins Home-Office.
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Während der Corona-Krise verziehen sich immer mehr Arbeitnehmer ins Home-Office.

Während der Corona-Krise verziehen sich immer mehr Menschen ins Home-Office. Aber welche Rechte und Pflichten haben die Arbeitnehmer so abgeschirmt von der Außenwelt?

  • Durch die Ausbreitung des Coronavirus und der einhergehenden Lungenerkrankung Covid-19 bleiben immer mehr Büros leer.
  • Viele Arbeitnehmer werden vermehrt ins Home-Office geschickt. 
  • Aber welche Rechte und Pflichten gehen damit einher?

Dortmund - Das Coronavirus breitet sich immer weiter in Deutschland aus und hat unseren Alltag inzwischen fest im Griff. Während Schulen und Kitas wegen der Gefahr vor dem Coronavirus geschlossen haben, sind viele Menschen derzeit auf Home-Office angewiesen, um die Betreuung ihrer Kinder sicherzustellen. Aber auch viele Büros haben inzwischen Maßnahmen ergriffen und die Mitarbeiter nach Hause geschickt. Wer im Homeoffice arbeiten darf, muss sich auch damit auseinandersetzen, wie die gesunde Ernährung trotz Nähe zum eigenen Kühlschrank klappt.

Ausbreitung des Coronavirus minimieren - Home-Office kann helfen

Home-Office kann dabei helfen, die Ausbreitung von Corona-Infektionen so gering wie möglich zu halten. Stecken sich zu viele Menschen gleichzeitig mit dem Coronavirus an, droht das Gesundheitssystem zu kollabieren.

Aber nicht nur die gesunde Ernährung will sichergestellt werden, auch haben Arbeitnehmer viele Fragen. Welche Regeln gelten bei der Arbeit am Küchentisch und welche Rechte und Pflichten haben die Angestellten im Home-Office

Corona-Krise: Gibt es ein Recht auf Home-Office?

Nein, es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office. "Das gilt auch in Zeiten des Coronavirus", sagt Lars Kohnen, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Hamburger Kanzlei Kohnen & Krag gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Zwar können Mitarbeiter nicht einfach ohne Absprachen ins Home-Office verschwinden, allerdings hat der Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht. Er muss das Risiko am Arbeitsplatz bewerten und entsprechend handeln. 

Spätestens wenn es zu einem Corona-Verdachtsfall im Büro kommt, hat der Arbeitgeber die Pflicht, das restliche Team zu schützen - sofern es nicht eh schon behördliche Anordnungen gibt. Dann kann das Team ins Home-Office geschickt werden.

Können Arbeitnehmer in der Corona-Krise zum Home-Office gezwungen werden?

Nein. Zwar hat der Arbeitgeber das Recht, Anweisungen zu erteilen und auch über den Arbeitsort zu bestimmen - etwa alternative Büroräume, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren -, aber das Zuhause ist ein geschützter Bereich. Zum Home-Office kann niemand gezwungen werden. 

Allerdings sollte an dieser Stelle auch betont werden, dass wir uns in einer Ausnahmesituation befinden, in der von allen Seiten Flexibilität gefordert ist. Statt auf die Barrikaden zu gehen, sollten Arbeitnehmer sich mit Chef und Kollegen über eine Lösung verständigen.

Im Home-Office kann auf die Kleiderordnung auch mal verzichtet werden.

Was ist während dem Kontaktverbot während der Coronavirus-Pandemie in NRW noch erlaubt und was nicht?

Coronavirus: Müssen Arbeitnehmer im Home-Office für Arbeitsmaterialien sorgen?

Auf einen Kostenzuschuss können Arbeitnehmer in dieser Ausnahmesituation eher nicht hoffen. Aber der Arbeitgeber muss dafür Sorge tragen, dass seine Angestellten im Home-Office arbeitsfähig sind.

So müssen Laptop und die nötigen Programme zur Verfügung stehen. Über weitere Materialien entscheidet die jeweilige Arbeitssituation. Laut Süddeutscher Zeitung können aber etwa berufliche Telefonate abgerechnet werden. Mit einem Zuschuss zur Miete sollte eher nicht gerechnet werden. 

Coronavirus: Sind Arbeitnehmer im Home-Office versichert?

Jein. Es kommt auf den Einzelfall an. Der Arbeitgeber kann die Risiken der Privatwohnung nicht beeinflussen. Wer auf dem Weg zum Kühlschrank stolpert, ist nicht versichert. Das sieht im Büro anders aus, aber da hat der Arbeitgeber auch dafür zu sorgen, dass die Wege sicher sind.

Wer sich im Home-Office bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit verletzt, kann mit dem Versicherungsschutz rechnen. Fällt also der Laptop auf den Fuß oder explodiert die Maus, ist das ein Arbeitsunfall, der rechtlich geltend gemacht werden kann.

Sind Arbeitnehmer im Home-Office zeitlich gebunden?

Das Arbeitszeitgesetz gilt auch im Home-Office, wo wegen des Coronavirus aktuell einige Personen arbeiten. Darin ist die maximale Arbeitszeit geregelt und auch die Pausenzeit. Maximal 48 Stunden dürfen in der Woche gearbeitet werden und nach sechs Stunden muss eine halbe Stunde Pause gemacht werden.

Legt das Unternehmen eine  Kernarbeitszeit fest, sollten Arbeitnehmer sich daran halten und für die Kollegen erreichbar sein. Aber in vielen Unternehmen wird es möglich sein, eine individuelle Lösung zu finden.

Darf der Chef das Home-Office besichtigen?

Tatsächlich ja. Allerdings muss der Arbeitgeber seinen Besuch vorher ankündigen und er darf auch nur den Arbeitsplatz besichtigen. 

Wie das Nachrichtenportal watson berichtet, darf der Chef nicht spontan vorbeikommen. Außerdem können Arbeitnehmer den Besuch verweigern. Aber generell dient ein Besuch auch nur dazu, um zu festzustellen, ob die Anforderungen für Datenschutz und die Arbeitssicherheit gewährleistet sind. 

Video: In Zeiten des Coronavirus - erfolgreich im Home-Office arbeiten

Viele Fragen zum Home-Office werden schon bei einem Blick in den Arbeitsvertrag beantwortet. Ansonsten können auch Vorgesetzte oder Kollegen oft weiterhelfen. 

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