Discounter testen neues Verfahren

Aldi und Lidl ändern Coronavirus-Einlasskontrollen - und setzen auf moderne Technik

Aldi und Lidl wollen den Einlass in ihre Supermärkte kontrollieren. Grund für die neue Vorgehensweise sind Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus.

  • Aufgrund des Coronavirus setzen viele Supermärkte und Discounter auf Einlasskontrollen.
  • Aldi und Lidl arbeiten an einer Alternative zum Security-Personal.
  • In der Schweiz wurde diese Variante bereits erfolgreich getestet.

NRW - Das Coronavirus* hat längst auch Auswirkungen auf den alltäglichen Einkauf: Bangen, ob noch Klopapier da ist, Fahrten zum Discounter auf ein Minimum reduzieren und im schlimmsten Fall vor dem Geschäft anstehen. All das ist in den vergangenen Wochen schon beinahe zur Normalität geworden. Um die Anzahl der Kunden in einem Geschäft besser kontrollieren zu können, setzen viele Discounter wie Aldi und Lidl bislang auf Security-Personal, wie RUHR24.de* berichtet.

Coronavirus: Aldi und Lidl arbeiten an einer Lösung für Einlasskontrollen

Denn nur so lässt sich der geltende Sicherheitsabstand im Zusammenhang mit dem Coronavirus auch wirklich im Geschäft umsetzen. Doch bald könnte genau dieses bisher notwendige Personal wegfallen, wie das Magazin Watson berichtet. Discounter und Supermärkte, darunter auch Aldi und Lidl, testen gerade, ob das Personal durch digitale Systeme ersetzt werden kann.

Viele Discounter setzen in Zeiten des Coronavirus auf Security-Personal. Aldi und Lidl arbeiten an einer neuen Lösung, um die Sicherheit in den Geschäften zu gewähren. 

Demnach plane Aldi Süd eine Art Zählsystem mit Videokameras, Analysesoftware sowie Bildschirmen und Ampelfunktion am Eingang. So soll sichergestellt werden, dass sich nur eine bestimmte Anzahl an Kunden gleichzeitig im Discounter befindet. Wenn diese Anzahl erreicht ist, schaltet die Ampel am Eingang auf rot. Dann müssen Kunden darauf warten, dass andere Personen das Geschäft verlassen.

Digitale Einlasskontrollen wegen des Coronavirus sind in der Schweiz schon erfolgreich

In der Schweiz hat Aldi Süd, der zusammen mit Aldi Nord in diesem Jahr einige Preisangleichungen anstrebt*, solche digitalen Einlasskontrollen bereits eingeführt. In 110 besonders stark frequentierten Filialen müssen die Kunden sich am Eingang nun nach einem Monitor richten, wie Stern mitteilt.

Wenn im Discounter noch genug Platz ist, gewährt eine grüne Anzeige Eintritt. Sobald die maximale Kundenzahl erreicht ist, springt die Anzeige auf Rot und bittet die Kunden um etwas Geduld. Videokameras und eine damit verbundene Software zählen die Personen im Eingangsbereich, wo oder inwieweit diese Aufnahmen gespeichert werden, ist unklar. Die zugehörige Software, die Aldi Süd aufgrund des Coronavirus im Ausland bereits nutzt, stammt von der Schweizer Firma ASE.

Zuletzt kam es in einem Netto in Gladbeck im Ruhrgebiet wegen einer Rabatt-Aktion zu Tumulten. Polizei und Ordnungsamt mussten einschreiten.

Aldi testet bereits verschiedene Einlasskontrollen in Zeiten des Coronavirus

Aldi, der seine Preise zusätzlich zur Mehrwertsteuersenkung noch weiter senkt,ist aber nicht der einzige Discounter, welcher das Security-Personal, dass derzeit noch vor den Geschäften steht, ersetzen will. Auch Aldi Nord und Lidl bestätigten gegenüber Watson, bereits Tests zu digitalen Einlasskontrollen gestartet zu haben.

Beim Discounter Aldi Nord, der am liebsten die Preise für Wurst und Fleisch senken* würde, sollen die ersten Testphasen sogar schon abgeschlossen sein. Nachdem die Erkenntnisse daraus analysiert wurden, soll entschieden werden, ob das System zur elektronischen Einlasskontrolle in Zeiten des Coronavirus im gesamten Gebiet des Discounters eingesetzt wird, wo Lebensmittel wie Obst und Gemüse in den Supermärkten wegen des Coronavirus teurer geworden sind. Dagegen verkaufen Aldi, Lidl und Co. Coco-Cola zum Schnäppchenpreis und liefern sich dabei einen regelrechten Preiskampf

Coronavirus: Digitale Einlasskontrolle könnte schon bald Standard bei Aldi und Lidl sein

Doch auch Lidl ist seinem direkten Konkurrenten Aldi in Sachen digitale Einlasskontrolle dicht auf den Versen: Der Discounter prüfe "aktuell verschiedene Systeme für automatisierte Zutrittskontrollen am Filialeingang", wie eine Sprecherin bestätigt. Aldi warnt jetzt sogar davor, Fleisch zu kaufen.

Bezüglich der standardisierten Anforderungen an digitale Kontrollsysteme steht das Unternehmen sogar mit den zuständigen Behörden in Kontakt. Die digitale Einlasskontrolle in Zusammenhang mit dem Coronavirus testet Lidl - das demnächst 14 Millionen Mundschutz-Masken verkaufen will - derzeit in bisher einer Filiale. Wann die neue Einlasskontrolle bei Lidl umgesetzt werden könnte, ist bislang noch unklar. Bis dahin hält der Discounter an seinem aktuellen Sicherheitskonzept fest.

lez
*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/Kay Nietfeld/dpa; Collage: RUHR24