Perfide Betrugsmasche

Corona: Bundesamt warnt vor vermeintlichen Wundermitteln gegen COVID-19

Bundesamt teilt mit: Viele Betrüger versuchen aus der Corona-Krise Profit zu schlagen. Vermeintliche „Wundermittel“ sind aber völlig unwirksam.

Die Corona-Pandemie trifft Deutschland an diesen Tagen so hart wie nie. So hat die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle hierzulande am heutigen 2. Dezember einen traurigen Höchststand erreicht. Ein Hoffnungsschimmer sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung. Die Erwartungen an einen Impfstoff sind groß – denn bislang gibt es kein wirksames Mittel gegen COVID-19.

„Wundermittel“ gegen COVID-19: Vorsicht vor Corona-Betrügern

Virus SARS-CoV-2
Erkrankung COVID-19
Hauptübertragungswege Tröpfchen/Aerosole
Symptome Husten, Fieber, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn

Genau aus diesem Umstand eines fehlenden Heilmittels gegen die Krankheit versuchen aktuell diverse Online-Betrüger Profit zu schlagen. So warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eindringlich vor falschen Versprechungen durch vermeintliche „Wundermittel“ gegen COVID-19.

Laut offizieller Pressemitteilung versuchten „Online-Anbieter in der aktuellen Situation, die Unsicherheit in der Bevölkerung auszunutzen und den Umsatz ihrer Produkte mit zweifelhaften oder gar illegalen Werbeversprechen zu steigern“.

Warnung vor Corona-Betrügern – Nahrungsergänzungsmittel helfen nicht gegen Corona

Bei den im Internet illegal beworbenen Produkten handelt es sich in der Regel um Nahrungsergänzungsmittel. Diese sind rechtlich gesehen keine Arzneimittel, sondern Lebensmittel. Werbeslogans, die Linderung, Heilung oder sogar Verhütung einer Krankheit versprechen, sind daher verboten, wie das Bundesamt klarstellt.

Keines der Produkte kann COVID-19 lindern oder sogar heilen. Für BVL-Chef Friedel Cramer sind solche illegalen Versprechen, die das Gegenteil behaupten, „unerhört“. Ein wirksames Arzneimittel gegen die vom Corona-Virus verursachte Krankheit gibt es zum derzeitigen Zeitpunkt nicht. Die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten ist das einzig Hilfreiche (mehr News zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker von RUHR24.de).

Nahrungsergänzungsmittel – laut Verbraucherzentrale unwirksam gegen Corona

Mehr noch: Nahrungsergänzungsmittel dürfen per Gesetz gar keine arzneiliche Wirkung entfalten. Laut Verbraucherzentrale glauben dennoch viele Menschen an die Wirksamkeit von Mitteln zur Nahrungsergänzung.

Sie verweist darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich oft nicht auf Wirksamkeit geprüft werden – ebenso nicht auf ihre Sicherheit. Denn als Lebensmittel sind sie anders als Arzneimittel nicht zulassungspflichtig und unterliegen daher nur stichprobenartigen Kontrollen. Dass solche Mittel sicher und wirksam seien, sei ein „Märchen“.

Grundsätzlich gelten Nahrungsergänzungen nur dann als sinnvoll, wenn ein Nährstoffmangel vorliegt – oder bei zusätzlichem Nährstoffbedarf. Zum Beispiel wird Schwangeren empfohlen, dass sie eine vom Arzt vorgegebene Menge an Folsäure und Jod in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen.

Warnung vor illegalen Nahrungsergänzungsmitteln – nach Medienbericht gefährliche Produkte im Umlauf

Nahrungsergänzungsmittel können folglich im besten Fall zur Nahrungsergänzung beitragen – wie es die Bezeichnung bereits vorgibt. Nach einem Medienbericht sind aber gerade jetzt in Zeiten der Pandemie auch Produkte im Umlauf, die potenziell gefährlich sind.

So verweist Tagesschau.de unter Bezugnahme auf Report Mainz darauf, dass beispielsweise Produkte im Umlauf seien, die Chlordioxid enthielten. Dieser Stoff werde von Experten als gefährlich eingestuft und würde beispielsweise zur Wasserdesinfektion oder als Bleichmittel verwendet.

Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet – völlig unwirksam gegen Corona – Vorsicht vor Betrügern

Eindringliche Warnung vor Corona-“Wundermitteln“ – was Verbraucher beachten sollten

Im FAQ-Bereich warnt das Bundesamt eindringlich: Verbraucher sollten „besonders aufmerksam“ sein, um nicht „Opfer von schwarzen Schafen“ zu werden. Folgendes soll demnach insbesondere beim Online-Kauf beachtet werden:

  • Vorsicht vor unrealistischen Versprechungen.
  • Viele Chatrooms und soziale Medien sind voll mit vermeintlich gefakten Erfahrungsberichten und Bewertungen .
  • Nahrungsergänzungsmittel niemals von Privatpersonen kaufen.
  • Über unbekannte Zutaten in den Mitteln sollte man sich unbedingt informieren.
  • Vorsicht vor Angeboten aus dem Ausland.

Maßnahmen – gegen Corona-Betrüger wird EU-weit vorgegangen

Laut Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz wurden bereits zu Beginn der Pandemie umfassende Recherchen über mögliche Internet-Betrügereien mit unwirksamen Coronamitteln durchgeführt. Demnach wären auch soziale Medien und Onlinemarktplätze dazu aufgerufen worden, entsprechende illegale Angebote zu entfernen

Mittlerweile wurde von der Europäischen Kommission ein eCommerce-Aktionsplan entwickelt, auf dessen Basis seit April entsprechende EU-weite Kontrollen durchgeführt werden. Rund 600 auffällige Webseiten wurden nach Angaben des Bundesamtes bislang identifiziert – alleine 60 davon in Deutschland.

Solche Angebote mit illegalen Werbeversprechen würden an die zuständigen Überwachungsbehörden der Bundesländer weitergeleitet – und von diesen gelöscht. 

Rubriklistenbild: © KENZO TRIBOUILLARD/AFP

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