Peinlicher Fehler

Corona-Warn-App: Fehler bei Android und Apple – so prüft man, ob alles funktioniert

Die Corona-Warn-App wurde bisher über 16 Millionen Mal heruntergeladen – doch es gibt ärgerliche Fehler. Nutzer reagieren zunehmend verärgert.

  • Seit einigen Wochen ist die Corona-Warn-App des Bundesgesundheitsministeriums in den App Stores zu finden.
  • Allerdings machte die App vor allem bisher mit ihren Fehlern auf sich aufmerksam.
  • Nun scheint es auch mit Apple ein Problem zu geben - doch wann werden diese Fehler behoben?

Update, Mittwoch (12. August), 8.04 Uhr: Auch nach dem jüngsten Update bleibt die Corona-Warn-App nicht fehlerfrei. Im App-Store von Google beschweren sich immer mehr Nutzer über Anzeigefehler, weiße Bildschirme und weitere Fehler.

  • Ein Nutzer klagt: "Ich habe die App seit Release, aber das Vertrauen in die Funktion habe ich jetzt völlig verloren."
  • Ein weiterer bemängelt: "Habe auf meinem Huawei die App zum dritten Mal installiert. Seit gestern schließt sich die App nach dem Öffnen gleich wieder. Schlechte Millionen-Entwicklung."

Corona-Warn-App: Auch das neueste Update kommt nicht ohne Fehler aus

Erstmeldung: Montag (27. Juli), 7.23 Uhr: Nordrhein-Westfalen - Die Corona-Warn-App soll die Menschen vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus warnen - eigentlich. Denn seit Wochen funktioniert die App auf iPhones nur fehlerhaft. Sie informiert Nutzer zum Teil über Wochen nicht, ob sie Kontakt zu Infizierten hatten. Auch bei Android gab es zuvor Probleme. Wie gut schützt die App des Bundesministeriums also wirklich?

App

Corona-Warn-App

Entwickler

SAP, Deutsche Telekom

Herausgeber

Robert-Koch-Institut (RKI)

Datum

16. Juni 2020

Downloads

Über 16 Millionen (Stand Juli 2020)

Corona-Warn-App: Kontaktüberprüfung der Coronavirus-Applikation funktioniert nur selten

Seit Mitte Juni ist die Corona-Warn-App auf dem Markt und sie machte bisher vor allem für eine Sache von sich reden: die vielen Probleme, die einige Nutzer und Entwickler bemerkt haben. 

Vor allem bei handelsüblichen iPhones ist nach Recherchen von tagesschau.de die Kontaktüberprüfung nur lückenhaft (alle Service-Artikel bei RUHR24).

So wurden Nutzer der App über Wochen nicht informiert, ob sie Kontakt mit einem Infizierten hatten oder nicht - fatal, wenn man eigentlich die Ausbreitung des Coronavirus stoppen möchte.

SAP und Telekom: Entwickler räumen bei der Corona-Warn-App Fehler ein

Den Fehler räumte jetzt auch der Softwarekonzern SAP ein, der zusammen mit der Telekom die Corona-Warn-App entwickelt hat. "Da gibt es Probleme, und ich hoffe ganz stark, dass die entweder sehr, sehr schnell beseitigt werden oder wir einen wirksamen Workaround finden, (...) um trotzdem die Funktionalität auf die Beine zu stellen", erklärt Thomas Klingbeil, Software-Architekt der App bei SAP gegenüber tagesschau.de.

Das Problem soll jedoch nicht bei der App an sich liegen, sondern bei Apple. Wenn die Warn-App nicht aktiv geöffnet ist, soll sie eigentlich trotzdem im Hintergrund weiterlaufen und Daten aktualisieren.

Keine Warnung: Corona-Warn-App funktioniert bei Apple nicht richtig

Allerdings scheint es genau hier ein Problem zu geben, denn die Hintergrundaktualisierung wird vom Betriebssystem Apple nicht aufgerufen, so Klingbeil. Es erfolgt also keine Benachrichtigung, dass es Kontakt mit einem Coronavirus-Infizierten gegeben hat, wenn die App nicht geöffnet ist.

Allerdings gibt es nicht nur Probleme bei Apple. Auch Android-Smartphones hatte zuvor mit Schwierigkeiten zu kämpfen, wie Bild berichtete. Dort war die Hintergrundaktualisierung für die Corona-Warn-App im Stromsparmodus deaktiviert.

Apple-Nutzer können Fehler der Corona-Warn-App schnell korrigieren

"Das gilt nicht für die Corona-Warn-App, sondern für alle Apps auf diesen Smartphones", hieß es von dem Bundesgesundheitsministerium. Laut Entwickler der App sei dies keine Fehlfunktion an sich, sondern eine falsche Einstellung des Handys.

Dies könne der Nutzer in den Einstellungen schnell korrigieren. Demnach machte das Gesundheitsministerium bei Bild deutlich, dass die App jederzeit einwandfrei funktioniert hätte.

Keine Daten mehr aktualisiert - Apple Nutzer klagen über fehlerhafte Corona-Warn-App

Eine Lösung ist bei Android schnell gefunden worden - bei Apple sieht das allerdings noch anders aus. Normalerweise werden die Daten in der App ein Mal am Tag aktualisiert. 

Die Corona-Warn-App funktioniert nicht nur bei Apple fehlerhaft, sondern auch bei Android. Nutzer können in den Einstellungen die Hintergrundaktivität aktualisieren.

Pro Tag sollen eigentlich bis zu 14 Datensätze abgerufen werden. "Wenn die App in den letzten zwei Wochen dauerhaft aktiv war, sollten Sie in der Regel 13 oder 14 Überprüfungen in den letzten 24 Stunden sehen", erklärten die Entwickler der App.

Keine Warnungen bei der Corona-Warn-App: Risikobegegnungen erst nach zehn Tagen angezeigt

Wenn aber seit mehr als zehn Tagen keine Aktualisierung erfolgt ist, könnte es sein, dass man erst zehn Tage nach einer Risikobegegnung gewarnt wird - zu spät, um nicht potenziell viele weitere Menschen mit dem Coronavirus anstecken zu können.

Die Entwickler der App haben Apple über das Problem informiert, welche ebenfalls den Fehler eingeräumt haben. Mitte Juli soll der Fehler bemerkt worden sein.

So könnt ihr eure Corona-Warn-App auf eurem Smartphone überprüfen:

"Uns war nicht bekannt, in welcher Breite das Problem auftritt", so Peter Lorenz, Chefentwickler der Deutschen Telekom gegenüber tagesschau.de. Nun erwartet das Bundesgesundheitsministerium eine vorübergehende Lösung.

Um herauszufinden, wie gut die Kontaktüberprüfung bei eurem Apple- oder Android-Gerät funktioniert, sind folgende Schritte in den Einstellungen (nicht in der App) nötig:

  • Apple: Einstellungen -> Datenschutz -> Health -> COVID-19-Begegnungsaufzeichnungen -> Begegnungsüberprüfungen
  • Android: Einstellungen -> Google -> COVID19-Benachrichtigungen an

Ein Smartphone soll in Zukunft nicht nur vor möglichen Corona-Infektionen warnen, sondern auch Briefe frankieren können, denn die Deutsche Post hat einige drastische Änderungen angekündigt

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa