Wichtigste Fragen und Antworten

Corona-Warn-App gestartet: Funktionen, Probleme und Details

Heute ist in Deutschland die Corona-Warn-App an den Start gegangen. Doch was bietet die App? Und warum drohen schon jetzt Probleme?

  • Gesundheitsminister Jens Spahn hat Start der Corona-Warn-App angekündigt.
  • Die App soll Nutzer ab heute informieren, wenn sich Personen in der Nähe befinden, die mit dem Coronavirus infiziert sind.
  • Damit die App erfolgreich ist, ist es entscheidend, dass möglichst viele (freiwillig) in der App erfassen, wenn sie positiv auf Covid-19 getestet wurden.

Dortmund/NRW - Der Start der umstrittenen Corona-Warn-App steht unmittelbar bevor. Die App wird heute (16. Juni) vorgestellt und steht seit 2 Uhr zum Download bereit. 

Politiker

Jens Spahn

Geboren

16. Mai 1980 (Alter 40 Jahre), in Ahaus

Größe

1,92 m

Ehepartner

Daniel Funke (verh. 2017)

Partei

Christlich Demokratische Union Deutschlands

Ausbildung

FernUniversität in Hagen (2003–2017)

Eltern

Ulla Spahn, Georg Spahn

Corona-Warn-App in Deutschland ab heute: Viele Bürger sehen die Nutzung kritisch

Seit Monaten wird über eine Corona-Warn-App diskutiert. Während sie in asiatischen Ländern bereits große Erfolge bei der Nachverfolgung der Infektionsketten feiern konnte, sehen viele Menschen in Deutschland eine solche App skeptisch und als zu großen Eingriff in die Privatsphäre an. 

Was soll die Corona-Warn-App der Bundesregierung leisten? Die App soll im Nachhinein darüber informieren, wenn man sich in der Nähe einer mit dem Coronavirus infizierten Person aufgehalten hat. So können Infektionsketten besser zurückverfolgt werden (alle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie in NRW in unserem Live-Ticker).  

Corona-Warn-App: So funktioniert die umstrittene Corona-App der Bundesregierung 

Wie funktioniert die App? Ist die Corona-Warn-App in Betrieb, funkt das Smartphone über eine Bluetooth-Technik konstant eine Identifikationsnummer in die nähere Umgebung - und empfängt im Gegenzug ebenso Signale anderer Smartphones. Die beiden Telefone tauschen dann sozusagen ihre IDs aus (alle Ratgeber- und Service-Themen bei RUHR24.de). 

Wird ein Nutzer der App dann positiv auf das Coronavirus getestet, muss er das Ergebnis eigenhändig in die App eintragen. Um falsche Meldungen zu verhindern, soll das nur mit der Verifikation durch einen Code vom Gesundheitsamt oder von einem Arzt möglich sein. 

Bundesregierung stellt heute Corona-Warn-App vor: Daran könnte die App scheitern

Hier versteckt sich aber auch schon das erste Problem: Viele Gesundheitsämter und auch Test-Labore sind nicht ausreichend genug für dieses Vorgehen ausgerüstet.

Vielen Ärzten und Gesundheitsämtern fehlt es nicht nur an aktuellen Betriebssystemen, sondern auch an verschlüsselten Datenübermittlungstools. Experten befürchten, dass es Monate dauern könnte, bis Software und Hardware flächendeckend bestellt und ausgeliefert werden, berichtet der Spiegel

Für diesen Fall hat das Bundesgesundheitsministerium deshalb eine Service-Hotline eingerichtet. Dort können sich User melden, wenn das Testlabor den QR-Code mit dem positiven Ergebnis nicht lesen und die Daten nicht übermitteln konnte.

Corona-Warn-App in Deutschland: App der Bundesregierung kann auch Fehlmeldungen herausgeben.

Personen, die sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben, werden anschließend darüber informiert - natürlich nur, wenn sie die App beim Aufeinandertreffen mit der infizierten Person selbst in Betrieb hatten. Namen und weiter private Details werden jedoch geheim gehalten

Da die Bluetooth-Technik nicht für das Messen von Abständen entwickelt wurde, wird es sicherlich auch Fehlalarme in Fällen geben, wo gar keine Infektionsgefahr bestand. Beispielsweise auch, wenn sich Infizierte hinter einer Glaswand befunden haben.

Daher verweisen selbst die Entwickler darauf, dass die App nur einen begrenzten Beitrag zur Normalisierung liefern kann. Wer sich und andere vor einer Infektion schützen will, sollte auch mit der App Abstand wahren und eine Maske tragen.

Corona-Warn-App in Deutschland: Wie sicher ist die App der Bundesregierung?

Gegner der App haben aber vor allem ein Problem mit dem konstanten Datenaustausch ihres Smartphones und befürchten einen massiven Einschnitt in die Privatsphäre. Manche Twitter-User befürchten sogar eine "Überwachung durch den Staat". 

Diese Sorgen können besorgten Usern der App allerdings genommen werden: Bei der Programmierung der App und der dazugehörigen Dienste soll ein mehrstufiges Konzept umgesetzt worden sein, um einen möglichst hohen Datenschutz zu gewährleisten.

Neue Corona-Warn-App: Identitäten der Anwender sollen anonym bleiben 

Beim Datenaustausch durch die App sollen außerdem nicht die Identitäten der Anwender ausgetauscht werden, sondern anonymisierte IDs, die sich mehrfach in der Stunde ändern. Die IDs der Kontaktpersonen werden nicht zentral gespeichert, sondern dezentral auf den jeweiligen Smartphones.

Ähnliche Corona-Warn-Apps in asiatischen Ländern wie China oder Südkorea erfüllen nicht die deutschen Datenschutzanforderungen, weil sie zum Beispiel durch die Analyse der GPS-Signale ein Bewegungsprofil erstellen können - das ist in Deutschland nicht erlaubt. 

Nächste Woche soll in Deutschland eine Corona-Warn-App an den Start gehen. Diese soll die Nachverfolgung der Corona-Infektionsketten vereinfachen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn appelliert an Smartphone-Nutzer: "Jeder, der die App herunterlädt, hilft"

Wie verlässlich ist die App? Laut einer Oxford-Studie wird der vollständige Effekt der App erst erreicht, wenn sich 60 Prozent der Bevölkerung oder mehr beteiligen. Das wird aber vermutlich nicht möglich sein, zumindest nicht am Anfang - selbst eine populäre App wie WhatsApp hat Jahre gebraucht, um eine hohe Installationsquote zu erreichen. 

Experten weisen jedoch darauf hin, dass jede Installation zählt und Effekte auch schon bei einer deutlich niedrigeren Quote erreicht werden können: "Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden", erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn und betonte außerdem: "Das Virus einzudämmen, ist ein Teamspiel. Jeder, der die App herunterlädt, hilft dabei."

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