Auswirkungen auf Restaurants?

Neue Corona-Überraschung: So gefährlich ist die Virusübertragung draußen wirklich

Der Rhein und der Kölner Dom.
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Spazieren gehen bei gutem Wetter tut vielen gut. Doch wie hoch ist da die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus?

Eine neue Studie zeigt nun: Nur wenige Ansteckungen mit dem Coronavirus finden im Freien statt. Hat das jetzt Auswirkungen auf die Außengastronomie in NRW?

Deutschland – Wie überträgt sich das Coronavirus wirklich? Mit dieser Frage beschäftigen sich Forscher seit Ausbruch des Virus im Januar 2020. Eine Studie aus Irland liefert nun neue Erkenntnisse.

VirusCoronavirus (Sars-CoV-2)
Inzidenzwert NRW171,1 (Stand: 19. April)
Aktuell infiziert63.200 Personen
Todesopfer in NRW14.912

Übertragung des Coronavirus: Neue Studie zeigt Gefahr einer Ansteckung im Freien

Bisher ist klar: Das Coronavirus wird über eine Tröpfcheninfektion übertragen. Kleine Aerosole in der Luft sollen dabei die Hauptrolle spielen. Eine Ansteckung durch umherfliegende Flüssigkeiten, die beim Atmen, Sprechen oder Husten umstehen, gilt als wahrscheinlich (alle Corona-News aus NRW bei RUHR24).

Wie eine Studie des irischen Health Protection Surveillance Centre (HPSC) zeigt, ist das Ansteckungsrisiko an der frischen Luft deutlich geringer als in einem geschlossenen Raum. In der Studie wurden mehr als 200.000 Infektionen untersucht. Nur 0,1 Prozent der Ansteckungen hätten dabei im Freien stattgefunden, berichtet The Irish Times.

An der Rheinuferpromenade in Düsseldorf tummelten sich bei gutem Wetter viele Menschen. Die Polizei schrieb etliche Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Kaum Corona-Infektionen im Freien: Was bedeutet das für die Außengastronomie?

Die restlichen 99,9 Prozent der Infektionsübertragungen fanden dagegen im geschlossenen Raum statt. Das bestätigen auch Aerosolforscher aus Deutschland, die in einem offenen Brief an die Regierung die derzeitigen Corona-Maßnahmen kritisiert haben. Der Grund für die geringe Ansteckungsgefahr im Freien: Die Partikel, die wir ausatmen, aushusten oder ausniesen, würden sich an der freien Luft viel leichter verstreuen, als im Innenraum.

Video: Robert Koch-Institut (RKI) über Corona-Pandemie: „Wir stecken uns hauptsächlich drinnen an“

Dem stimmt auch das Robert Koch-Institut zu: „Bei gleichzeitiger Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Freien aufgrund der Luftbewegung sehr gering“, heißt es. Was bedeutet das nun für die Außengastronomie? Bereits in der Vergangenheit machten viele Gastronomen klar, dass sie vermehrt auf die Hygienebedingungen achten.

Corona-Inzidenzwerte in NRW steigen weiter an: Nur fünf Kreise und Städte unter 100

Für Aerosolforscher Gerhard Scheuch ist daher klar, dass die Außengastronomie bedenkenlos geöffnet werden könnte, erklärt der Forscher gegenüber rbb. Hoffnung auf die Öffnung der Außengastronomie können sich die Restaurantbetreiber in Nordrhein-Westfalen derzeit kaum noch machen.

Dafür sorgen derzeit die steigenden Corona-Inzidenzzahlen in NRW. Nur mit einer Inzidenz von unter 100 über fünf Tage darf die Außengastronomie von Restaurants öffnen – falls sie überhaupt eine besitzen. Nur fünf Städte und Landkreise in NRW haben derzeit eine Inzidenz unter 100.

Bis auf Bottrop (84,2) und Höxter (89,8) kratzen die anderen Orte und Kreise allesamt an der 100er-Inzidenz-Marke. Erst die Entwicklung in den nächsten Tagen wird zeigen, ob sich das Öffnen der Außengastronomie wirklich für die Unternehmen lohnen wird.