Mutante C.1.2

Neue Corona-Variante aus Südafrika lässt Resistenz gegen aktuelle Impfstoffe befürchten

In Südafrika wurde eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen. Sie könnte resistent gegen aktuelle Impfstoffe sein.

Dortmund – In Südafrika wurde eine neue Mutante des Coronavirus nachgewiesen. Einer ersten Untersuchung zufolge soll die Variante in ihrem Erbgut besonders stark verändert sein. Das könnte auch Auswirkungen auf die aktuellen Impfstoffe und den Umgang damit haben.

NameCorona, Covid-19
ErregerSars-CoV-2
SymptomeFieber, trockener Husten, Müdigkeit

Weitere Corona-Variante entdeckt: C.1.2 bereits im Mai nachgewiesen

Die Mutante C.1.2 sei zum ersten Mal im Mai 2021 in Südafrika nachgewiesen worden. Wie unter anderem Focus berichtet, könnte sie die Immunantwort der aktuellen Impfstoffe umgehen. Heißt: Durch die Mutante könnte die Gefahr trotz Impfung zu erkranken höher sein.

C.1.2 soll deutlich mehr mutierter Abschnitte aufweisen, als bisher bekannte Formen des Coronavirus. Die Experten sprechen sogar von einer „substanziell veränderten“ Version des Virus. Teilweise seien die Veränderungen bereits bei den bekannten Mutanten Alpha bis Delta aufgetaucht. Andere Veränderungen hätten die Wissenschaftler hingegen bisher bei keiner anderen Variante nachgewiesen.

Die bisherigen Erkenntnisse stammen aus einem Bericht des National Institutes for Communicable Diseases (NICD) und der KwaZulu-Natal Research Innovation and Sequencing Platform (KRISP). Hierbei handelt es sich um eine Preprint-Studie, die noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet und durchleuchtet wurde. Während der Corona-Krise wurden viele Studien auf diese Weise veröffentlicht, weil die Forschungsergebnisse so quasi in Echtzeit geteilt werden können.

Corona: Neue Variante verändert sich besonders schnell

Vor allem die Kombination verschiedener Mutationen in der neuen Corona-Variante aus Südafrika bereitet den Wissenschaftlern demnach Sorgen. Sie stehen im Verdacht, Antikörpern zumindest gegen die Alpha- und Beta-Varianten auszuweichen.

Außerdem hat sich die Variante C.1.2 offenbar deutlich schneller verändert als bisher bekannte Mutanten: So errechnen die südafrikanischen Wissenschaftler für die Virusform eine Mutationsrate von 41,8 pro Jahr. Das wäre in etwa doppelt so schnell, wie sich andere Varianten bisher verändert haben.

Für genaue Aussagen sei allerdings weitere Forschung notwendig. Unter anderem müsse die Frage geklärt werden, ob C.1.2. tatsächlich gefährlicher ist, als die Delta-Variante des Coronavirus.

Neue Corona-Mutante C.1.2. hat bereits Europa erreicht

Die Mutante wurde außerdem nicht nur in Südafrika nachgewiesen. Nach aktuellen Erkenntnissen gibt es Fälle in sieben weiteren Ländern. Auch Europa ist bereits betroffen:

  • Schweiz
  • Portugal
  • Großbritannien
  • Mauritius
  • Kongo
  • China
  • Neuseeland

Die Sorge vor impfresistenten Mutationen hatte der Pfizer-CEO Albert Bourla erst kürzlich geäußert. Er halte es für „wahrscheinlich“, dass sich irgendwann eine impfstoffresistente Variante des Coronavirus bilden wird, sagte er im Interview mit Fox News. Gegen die Delta-Variante ist der Impfstoff allerdings wahrscheinlich sogar wirksamer, als bisher angenommen.

Sollte es wirklich dazu kommen, müsste man mit dem Impfen wieder von null beginnen. Die Entwicklung eines neuen Impfstoffs würde laut Pfizer dann allerdings bedeutend schneller ablaufen als zu Beginn der Pandemie, als das Virus völlig neu war.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa, NIAID-RML; Collage: RUHR24

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