Akzeptanz der Corona-Maßnahmen

Vor Corona-Gipfel kippt die Stimmung in Deutschland – keine Lust mehr auf Lockdown

Die Sehnsucht nach einem Ende des Lockdown ist offenbar groß wie nie. Ein Jahr unter Pandemie-Bedingungen zu leben fordert seinen Tribut. Welche Rolle spielt das für den nahenden Corona-Gipfel?

Dortmund - Die Geduld der Menschen in Deutschland ist am Ende. Die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen schwindet, Pandemiemüdigkeit macht sich breit. Dennoch halten sich die Meisten weiter tapfer an die Corona-Regeln. Womöglich auch, weil das nächste Bund-Länder-Treffen (3. März) naht - und damit Hoffnung aufkeimt, eine neue Perspektive und Wege aus dem Lockdown zu finden.

UnternehmenSchufa Holding AG
Artprivatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei
Gründung1927 in Berlin

Umfrage vor Corona-Gipfel zeigt: Wege aus dem Lockdown dringend aufzeigen

Eine Befragung der Wirtschaftsauskunftei Schufa für die Welt am Sonntag belegt, was viele bereits ahnen: Deutschland hat keinen Bock mehr auf den Lockdown. Und auch Politiker spüren, dass die Zustimmung für ihre beschlossenen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus nicht mehr die ist, wie sie mal war. Doch was genau fand die Schufa heraus?

Mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland, nämlich 59 Prozent, wünscht sich laut Welt.de inzwischen Lockerungen. Im November waren das nur 43 Prozent. Wohl auch, weil die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen parallel zunimmt (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Im Rahmen einer für das ZDF-Politbarometer durchgeführten Umfrage im Februar 2021 gaben dennoch 55 Prozent der Befragten an, dass die derzeit geltenden staatlichen Corona-Maßnahmen gerade richtig sind.

Lockdown und Corona-Gipfel: Umfragewerte zeigen, Bürger brauchen neue Perspektive

Laut Schufa sinkt die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen dennoch. Von 73 Prozent aller Menschen in Deutschland, die im September 2020 noch einverstanden mit den Maßnahmen waren, sank dieser Wert auf aktuell 63 Prozent.

Auch andere Untersuchungen zeigen einen deutlichen Rückgang der Akzeptanz für die Maßnahmen der Regierung, das bestätigt laut nzz.de auch die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach. Sie gibt zu bedenken, dass es nicht kalkulierbar sei, wie sich die Stimmungslage der Bürger in den kommenden zwei Monaten entwickle. Sie empfiehlt daher, dass die Regierung nicht nur die Infektionslage, sondern auch deren Begleiterscheinungen stärker im Blick haben sollte.

Dementsprechend äußerte sich schon vor dem nahenden Corona-Gipfel der ein oder andere Politiker: Manche Öffnungsstrategie wird bereits diskutiert. Wie und wann diese umgesetzt werden, soll schwerpunktmäßig beim Bund-Länder-Treffen am 3. März besprochen werden. Und selbst Angela Merkel zeigte sich erstmals offen für vorsichtige Öffnungsschritte. Der Gipfel könnte also ein Anfang vom Ende des Lockdowns einläuten (mehr News zur Corona-Pandemie in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Corona-Maßnahmen: Nachlassende Zustimmung vor Corona-Gipfel

Doch laut Schufa gilt trotz nachlassender Zustimmung derzeit noch, dass sich die Bürger bislang offenbar trotzdem an das halten, was ihnen die Corona-Regeln vorgeben. Ganze 95 Prozent aller von der Schufa Befragten gab an, sich an die Regeln in ihrem jeweiligen Bundesland zu halten. Lediglich die jüngeren, zwischen 18 und 25 Jahren, gaben an, nicht ganz so diszipliniert zu sein. Jeder achte halte sich laut Welt.de „eher nicht“ oder „gar nicht“ an die Regeln.

In Bezug auf die Impfmüdigkeit der Menschen ergab die Befragung der Schufa, dass diese offenbar doch nicht so stark ausgeprägt ist, wie die liegengebliebenen AstraZeneca Impfdosen vermuten lassen könnten: 69 Prozent der Befragten wollen sich demnach impfen lassen, sobald sie die Möglichkeit dazu bekommen.

Für die repräsentative Umfrage hat die Schufa laut Welt.de 1001 Menschen befragt. Die Befragung lief zwischen dem 11. und 25. Februar 2021.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema