Ohne Corona-Test keine Heimreise

Corona-Testpflicht vor Flügen: Wer positiv ist, „wird nicht mitgenommen“

Diese Meldung hat für ordentlich Aufsehen gesorgt: Wer per Flugzeug nach Deutschland einreisen will, muss ab Dienstag einen negativen Corona-Test vorweisen.

Deutschland – Die neue Regelung für Flugreisen greift ab Dienstag, 30.03.2021 (0 Uhr). Wer nach Deutschland abheben möchte, muss sich vor dem Flug einem Corona-Test unterziehen. Vonseiten des Gesundheitsministeriums heißt es dazu, es handele sich um eine „Vorsichtsmaßnahme.“

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)oberste Bundesbehörde
HauptsitzBonn, NRW
BehördenleitungJens Spahn (40, CDU)

Testpflicht für Reiserückkehrer gilt vorerst bis zum 12. Mai

Zunächst sollte die Testpflicht für Flüge bereits ab Sonntag (28. März) greifen. Um Airlines und Veranstaltern mehr Zeit zur Vorbereitung zu ermöglichen, wurde der Start verschoben (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Festgehalten sind die neuen Regeln in der Verordnung zur Änderung der Coronavirus-Einreiseverordnung vom 29. März. Vorerst gilt die neue Testpflicht bis einschließlich 12. Mai 2021. Ausgenommen von der Testpflicht sind nur Crew-Mitglieder der Airlines sowie Kinder unter sechs Jahren.

Testpflicht vor Flugreisen – auch bei Reisen in Nicht-Risikogebiete wie Mallorca

Bislang bestand lediglich für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten eine Testpflicht. Von der Neuregelung sind jetzt auch Mallorca-Urlauber über Ostern betroffen. Wegen sinkender Coronazahlen war die Balearen-Insel von der Liste der Risikogebiete gestrichen worden.

Zahlreiche Deutsche haben mittlerweile ihren Osterurlaub dorthin gebucht. Die Osterreise nach „Malle“ wird dabei nicht nur durch die Testpflicht vor dem Rückflug erschwert, auch die Regierung der Balearen hat die Corona-Regeln wieder verschärft.

Reisende am Flughafen von Palma de Mallorca. Für Reiserückkehrer nach Deutschland wird ab Dienstag ein negativer Test Pflicht. (Symbolbild)

Testpflicht vor Flügen nach Deutschland: Urlauber tragen die Kosten selbst, Airlines unterstützen

Urlauber müssen sich selbst um ihre Corona-Tests kümmern. Auch die Kosten tragen Urlauber grundsätzlich selbst. Sie können die Tests an den zugelassenen Stellen im Ausland vornehmen. Wem das nicht möglich ist, der kann auch auf einen Test von den „Beförderern“ – sprich den Airlines oder Reiseveranstaltern – hoffen, erklärt das Bundesgesundheitsministerium.

Wie die Ruhr Nachrichten berichten, bieten die meisten Airlines und Reiseveranstalter Testungen an. Tui habe zum Beispiel über Konzernchef Fritz Joussen mitteilen lassen: „Wir werden für die Rückkehrer in unseren eigenen Hotels und Robinson Clubs Testmöglichkeiten einrichten und wie vereinbart anbieten.“

Corona-Tests vor Flügen: Das Testergebnis muss aktuell sein und dokumentiert werden

Wichtig zu wissen: Das Testergebnis darf grundsätzlich höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden sein. Es werden laut Information des Bundesgesundheitsministeriums PCR-, LAMP-, TMA- und Antigen-Tests zum direkten Nachweis des Coronavirus anerkannt.

Nicht anerkannt werden Antikörper-Tests. Antigen-Schnelltests werden dann anerkannt, wenn sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien erfüllen. Informationen zur Anerkennung von Tests bietet das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite. Der entsprechende Testnachweis ist auf Papier oder in einem elektronischen Dokument zu erbringen. 

Klare Ansage des Bundesgesundheitsministers: Ohne Test kein Rückflug nach Deutschland

Wer keinen negativen Test hat, darf nicht zurück nach Deutschland fliegen. Auf seiner Webseite macht das Bundesgesundheitsministerium dazu eine deutliche Ansage: „Wer keinen negativen Test hat, wird nicht mitgenommen“, erklärt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU).

Weiter heißt es auf der Webseite des Ministeriums: „Eine Isolierung nach den örtlichen Vorschriften ist auf eigene Verantwortung durchzuführen.“ Sprich: Urlauber müssen sich bei einem positiven Testergebnis auf eigene Faust entsprechend den Verordnungen des jeweiligen Urlaubslandes in Quarantäne o.ä. begeben. Auch die Kosten für einen den eventuellen längeren Aufenthalt trägt der Reisende in der Regel selbst.

Corona-Text für Reiserückkehrer: Airlines warnen vor Problemen

Laut tagesschau.de warnt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bereits vor weitergehenden Problemen, denn in einigen Ländern gebe es zu wenig Testmöglichkeiten – beispielsweise in Staaten wie Kuba, den Malediven und der Dominikanischen Republik.

Daher forderten die Airlines, die Bundesregierung solle Ausnahmen von der Einreiseverordnung erlauben. „Sonst bleiben Passagiere im Ausland zurück“, warnt der Verband. 

RKI warnt vor Auslandsreisen: Mobilität ist „Treiber der Pandemie“

Die Bundesregierung hatte zuvor geprüft, ob es möglich sei, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete gänzlich zu verbieten. Hintergrund war die anhaltende Diskussion darüber, dass Reisen nach Mallorca möglich sind, Urlaub im Inland aber nicht.

Aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen warnen sowohl Mediziner als auch Politiker aller Lager seit Tagen davor, man solle am besten gar nicht verreisen. Denn, so drückt es RKI-Chef Lothar Wieler aus: „Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie“.

Generelles Reiseverbot: In Großbritannien drohen hohe Strafen für Auslandsreisen

Ein solches generelles Reiseverbot wurde allerdings von zahlreichen Politikern nicht befürwortet. Was sich in Deutschland nicht durchsetzen konnte, wird in Großbritannien jetzt umgesetzt. Während sich hierzulande noch unzählige Oster-Urlauber über verschärfte Regeln beschweren, wird es für Briten, die über Ostern reisen, richtig teuer.

Denn das ist ab Montag (29. März) in Großbritannien verboten. Das Vereinigte Königreich darf dann nur noch verlassen, wer einen wichtigen Grund hat. Ansonsten drohen hohe Strafen: Wer verbotenerweise ins Ausland reist, muss 5.000 Pfund (umgerechnet ca. 5.800 Euro) Strafe zahlen.

Rubriklistenbild: © Hannibal Hanschke/Afp, Jaime Reina/Afp; Collage: RUHR24

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