Kostenpflichtig für Ungeimpfte

Kosten für Corona-Tests: Preise für Schnelltests oder PCR-Tests

Ab dem 11. Oktober werden Corona-Schnelltests nicht mehr kostenlos sein. Wie hoch die Preise sein sollen, steht aber noch nicht ganz fest. Günstig jedenfalls nicht.

Deutschland/NRW - Mit dem Abschaffen der kostenlosen Corona-Tests wird der Druck auf Ungeimpfte immer größer. Denn während Genesene und Geimpfte künftig trotz steigender Inzidenz weiterhin vielen Aktivitäten des öffentlichen und privaten Lebens nachgehen können, benötigen Ungeimpfte selbst fürs Essengehen einen zahlungspflichtigen Test. Und der kostet je nach Anbieter mehr als ein Mittagessen für zwei.

VirusCoronavirus
ErregerSARS-CoV-2
UrsprungWuhan, China

Corona-Tests für sämtliche Aktivitäten benötigt: Neue Corona-Schutzverordnung ist streng

Am kommenden Freitag (20. August) greift in Nordrhein-Westfalen die neue Corona-Schutzverordnung. Und mit ihr einige gravierende Änderungen: So wurden die vier Inzidenzstufen, die ab Frühjahr über Lockerungen und Verschärfungen der Corona-Regeln entschieden haben, final abgeschafft. Dafür gibt es in Zukunft nur noch einen einzigen Grenzwert: die Inzidenz von über 35.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Kreis an fünf aufeinander folgenden Tagen über 35, dann gilt automatisch die sogenannte 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) in sämtlichen Innenräumen wie etwa in Hotels, Fitnessstudios oder Kosmetikstudios. Auch für Großveranstaltungen im Freien mit mehr als 2.500 Menschen greift diese Regel.

Corona-Tests unabhängig von der Inzidenz zum Beispiel in Krankenhäusern nötig

In Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen muss sogar ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, ein Antigen-Schnelltest ist nicht mehr ausreichend. Gleiches gilt bei sexuellen Dienstleistungen, beispielsweise im Bordell.

In einigen Einrichtungen gilt die 3G-Regel sogar unabhängig von der Inzidenz ab 35:

  • Krankenhäuser
  • Alten- und Pflegeheime
  • besondere Wohnformen der Eingliederungshilfe
  • Unterkünfte für Geflüchtete
  • stationäre Einrichtungen der Sozialhilfe

Ungeimpfte müssen wohl bald für viele Sachen einen Corona-Test machen und dafür zahlen

Die neue Corona-Schutzverordnung gilt erst einmal nur bis zum 17. September, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Ungeimpfte bis dahin weiterhin kostenlose Corona-Schnelltests machen können. Denn die Tests werden erst ab dem 11. Oktober kostenpflichtig (mehr Nachrichten zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen aber, dass Corona-Schutzverordnungen gerne verlängert oder gar verschärft werden. Es ist demnach nicht unbedingt davon auszugehen, dass Ungeimpfte ab dem 17. September wieder weniger Tests brauchen. Heißt im Umkehrschluss: Für viele Aktivitäten des öffentlichen und privaten Lebens könnten sie schon bald ordentlich zahlen müssen, denn die Kosten für Corona-Tests sind nicht gerade gering.

Besuche im Restaurant könnten künftig für Ungeimpfte nur noch mit Corona-Schnelltest möglich sein.

Corona-Test: So teuer könnten die PCR-Tests und Schnelltests ab Oktober werden

Wie viel die Tests ab Herbst kosten sollen, steht laut Bundesgesundheitsministerium aber noch nicht genau fest. PCR-Tests würden momentan mit 43 Euro vergütet, Schnelltests mit elf Euro, sagte ein Sprecher. Dies könne für künftige Kostenpläne ein Anhaltspunkt sein.

PCR-Tests waren anders als Schnelltests noch nie kostenlos und kosten je nach Anbieter zwischen 60 und 120 Euro. Der Goldstandard unter den Corona-Tests wurde in der Vergangenheit vor allem für Urlaubsreisen gebraucht. Die Kosten für Antigen-Schnelltests lagen Anfang des Jahres, bevor sie kostenlos wurden, bei Hausärzten zwischen 15 und 25 Euro. In der Apotheke lag der Preis bei durchschnittlich 30 Euro.

Nicht alle Personen müssen Schnelltests ab Oktober selbst bezahlen

Für Personen, die sich aufgrund von medizinischen Vorerkrankungen nicht impfen lassen können, bleiben die Corona-Schnelltests weiterhin kostenlos. Das gilt auch für Menschen, für die es aktuell noch keine Impfempfehlung gibt. Dazu zählen Schwangere und Kinder bis zwölf Jahren.

Geimpfte, die aus Vorsicht ab und an einen Corona-Test machen wollen, müssen diesen genau wie Ungeimpfte ebenfalls bezahlen. Ein Restrisiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, bleibt auch nach der Immunisierung gegen Covid-19 bestehen.

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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