Covid-19-Pandemie in Deutschland

Neuer Corona-Test: Urinprobe könnte Auskunft über den Verlauf von Covid-19 geben

Die Corona-PCR-Tests werden standardmäßig in Laboren ausgewertet - und das dauert. Neue Hoffnung sollen nun spezielle Urinproben geben.
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Die Corona-PCR-Tests werden standardmäßig in Laboren ausgewertet - und das dauert. Neue Hoffnung sollen nun spezielle Urinproben geben.

Ein neuer Corona-Test soll besondere Erkenntnisse bringen. Eine Urinprobe der Patienten soll dabei helfen.

NRW – Das Coronavirus wütet weiterhin in Deutschland. Doch es gibt neue Hoffnung. Denn ein besonderer Test soll weitere Erkenntnisse bringen und nicht nur Erkrankten helfen.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Staats- und Regierungsformparlamentarische Republik (Bundesrepublik)
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Zulassung von Corona-Test: neue Chance auf Heilung für Patienten

Die Zahl der mit dem Coronavirus erkrankten Personen in Deutschland ist weiterhin hoch. Und das trotz Lockdowns in den Bundesländern und weiteren Einschränkungen wie der 15-Kilometer Regel. Täglich infizieren sich tausende Menschen mit der Krankheit (alle Infos zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker).

Während weiter Menschen ihre erste Impfung gegen Covid-19 bekommen, gibt es einen erneuten Fortschritt: Denn Urinproben sollen eine zusätzliche Unterstützung für Ärzte und Patienten sein.

Nach Informationen vom Ärzteblatt soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nun eine spezielle Form von Urinprobe zugelassen haben, allerdings nur für kurze Zeit.

Urintest für Corona-Erkrankte: eine Hilfe für Ärzte und Pfleger

Die Untersuchung hat dabei einen entscheidenden Vorteil: denn durch den Urintest sollen Ärzte schon zu Beginn erkennen können, wie schwer die Corona-Erkrankung bei Personen verlaufen wird, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Dadurch sollen Ärzte die betroffenen Patienten frühzeitig und gezielt behandeln können und so den möglicherweise schweren Verlauf abmildern können.

Der spezielle Corona-Test soll auf der sogenannten Proteomanalyse basieren. Das bedeutet, dass die Mediziner anhand bestimmter Stoffe im Urin, wie Proteinen, genauer auf den möglichen Verlauf der Krankheit schließen und sich so ein detailliertes Bild machen können.

Die Methode hat zudem einen weiteren positiven Effekt. Denn es „wirken spezifische Medikamente, wie neutralisierende Anti­körper, nur in der frühen Phase der Erkrankung“, erklärt Christoph Lübbert, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin am Klinikum St. Georg in Leipzig gegenüber dem Ärzteblatt. Wird der Verlauf bei einer erkrankten Person schnell erkannt, können also besondere Gegenmittel verabreicht werden.

Neuer Corona-Test: Studie belegt Wirksamkeit von spezieller Urinprobe

Dazu kommt, dass der neue Corona-Test sehr präzise sein soll. So soll der Urintest im Sommer 2020 in einer Studie, die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) beauftragt und gefördert wurde, „in der Frühphase von COVID-19-Erkrankungen schwere von leichten Verläufen mit einer rund 90-prozentigen Sicherheit“ unterschieden haben.

Auf den Intensivstationen könnte aufgrund von schweren Corona-Erkrankungen enger werden - auch in NRW.

Auch für die im Gesundheitswesen tätigen Personen ist dieser Test eine Erleichterung. So sollen die meist knappen Ressourcen geschont und effektiv eingesetzt werden. „Durch den DiaPat-CoV-50-Urintest sind schwere Krankheitsverläufe schon ab dem 1. Tag der COVID-19-Diagnose prognostizierbar und ermöglichen beispielsweise einen effizienten Einsatz der vorhandenen Medikamente gegen SARS-CoV-2“, beschreibt Studienleiter Joachim Beige den Vorteil.

Im Video: Welche Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus jetzt im Lockdown gelten

Neuer Corona-Test: Kritik an spezieller Urinprobe für Patienten

Allerdings gibt es auch einige Einschränkungen bei dem Test. Denn nach Informationen vom Ärzteblatt soll die Zulassung des Urintests aktuell nur bis zum 28. Februar befristet sein. Dazu kommt, dass der sogenannte DiaPat-CoV-50-Urintest derzeit nur in den sieben sogenannten Stakob-Zentren (Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger) in Deutschland erhältlich ist. Die Standorte befinden sich in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart.

Nur dort können Patienten ihre Urinprobe für diesen Test abgeben. Das liegt daran, dass bislang einzig ein Speziallabor in Hannover die Tests durchführen und auswerten kann. Zudem ist diese Form des Corona-Tests bislang eine teure Angelegenheit. Denn laut dem Ärzteblatt sollen die Kosten momentan bei 850 Euro liegen. Doch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) soll sich mit dem Hersteller bereits in Verhandlungen „über die künftige Preisgestaltung und die Einsatzmöglichkeiten der Urintests“ befinden, heißt es beim Ärzteblatt. Inwieweit das Produkt also künftig flächendeckend verfügbar sein wird, bleibt abzuwarten.

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